Fremdspende als letzte Hoffnung

Gerhard Burger hat Leukämie: Wittgensteiner Firmen beteiligen sich an Typisierungsaktion

BW Wallau. Müdigkeit ist nichts ungewöhnliches, viele Menschen leiden darunter. Auch Nasenbluten, und sei es häufiger, ist für manche eine Kleinigkeit. Ständige Schweißausbrüche ebenfalls. All dies sind jedoch die ersten Warnsignale für Leukämie. Unter diesen Symptomen litt auch Gerhard Burger schon Anfang 2000. Im August des gleichen Jahres erlitt der Wallauer dann eine Lungenembolie, hinzu kamen eine Rippenfellentzündung und eine Lungenentzündung. Und am 20.September bekam der mittlerweile 37–jährige Familienvater die verheerende Nachricht: er habe Blutkrebs, erklärten ihm die Ärzte. Eine Krankheit, bei der es lediglich eine Überlebenschance von nur 50 Prozent gibt.

Kein geeigneter Spender in der Datei

Ein halbes Jahr lag der gelernte Zerspannungsmechaniker anschließend im Krankenhaus, musste vier Chemotherapien über sich ergehen lassen. Diese sehr hohe Medikamentendosis führte dazu, dass die Krebszellen im Körper von Gerhard Burger weitgehend abgetötet waren und eine Therapie mit eigenem Knochenmark möglich wurde. Doch die Eigenspende blieb erfolglos, der Wallauer erlitt im Februar diesen Jahres einen Rückfall. Jetzt bleibt ihm nur noch eine Fremdspende als letzte Hoffnung. Die Suche nach einem geeigneten Stammzellenspender in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) blieb jedoch erfolglos. Unter 900000 Registrierten fand man hierin keinen kompatiblen Spender für Gerhard Burger.

Wille und Rückhalt sind entscheidend

»Einen passenden Spender zu finden ist so wahrscheinlich, wie ein Sechser im Lotto«, erzählt Gerhard Burger. Und doch ist diese Suche seine letzte Chance. Zur Zeit gehe es ihm relativ gut, sagt er, und doch leidet Gerhard Burger an ständigen Grippebeschwerden, an starken Rücken– und Kopfschmerzen, an einer undichten Herzklappe. »Manchmal«, meint er, »bin ich schon ziemlich am Ende.« Doch der Wille sei entscheidend: »Du brauchst 50 Prozent Wille, 25 Prozent Medikamente und 25 Prozent Glück.« Und natürlich gibt ihm seine Familie die notwendige Unterstützung, von seiner Frau Marion und von Sohn Tim erhält Gerhard Burger seinen Rückhalt.

»Anderen geht es sehr viel schlechter.«

Jährlich erkranken 4000 Menschen in ganz Deutschland an Leukämie. Die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Und genau der Anblick der jungen Leidenden war für Gerhard Burger auch ein Ansporn, eine Typisierungsaktion zu starten. »Es ist eher unwahrscheinlich, dass ich noch einen geeigneten Spender finde. Aber andere brauchen ebenso dringend eine Spende.« Denn anderen ginge es viel schlechter als ihm. Der Wallauer Ortsvorsteher Helmut Feuring und seine Frau Rosel organisieren die Aktion, die am Sonntag, 3.November, in der Fritz–Henkel–Halle von 10 bis 16 Uhr stattfinden wird.

Bei der Spende gibt es keine Risiken

An der Aktion beteiligen sich auch einige Wittgensteiner Firmen, sie wollen die Kosten der Typisierung für einige junge Mitarbeiter übernehmen. Bei der Typisierung der Stammzellen werden lediglich fünf Milliliter Blut abgezapft und untersucht. Mehr nicht, und auch vor einer möglichen Knochenmarkspende brauche man keine Angst zu haben, meinte Gerhard Burger. Hierbei gebe es keine Restrisiken, die Zellen aus dem Knochenmark werden mittlerweile mit der Hilfe einer Maschine entnommen, ohne Narkose.

Ein Spendenkonto wurde eingerichtet

Allerdings kostet die Typisierung 50 e, die Krankenkasse übernimmt dies aber nicht. So werden für die Typisierungsaktion nicht nur potentielle Knochenmarkspender gesucht. Da als Spender nur 18– bis 55–Jährige in Frage kommen, können andere sich mit Geldspenden an der Aktion beteiligen. Hierfür wurde ein Sonderkonto der DKMS eingerichtet, die Nummer ist 7294204 bei der Volksbank Biedenkopf–Gladenbach (BLZ: 51762434). Somit können sich Ältere an der Typisierungsaktion als Paten beteiligen. »Keiner wird weggeschickt«, erzählte Rosel Feuring. Schließlich wurde das Spendenkonto eingerichtet, um denjenigen die Typisierung zu finanzieren, die die Kosten selbst nicht tragen können.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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