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Wegen Corona: Strengere Maßnahmen in Marburg-Biedenkopf
Hessen reagieren verschärft

Die hessischen Nachbarn im Landkreis Biedenkopf – das Foto zeigt das Biedenkopfer Schloss – reagieren ab kommenden Montag mit einer Allgemeinverfügung auf die drastisch gestiegene Zahl neuer Corona-Infektionen.
  • Die hessischen Nachbarn im Landkreis Biedenkopf – das Foto zeigt das Biedenkopfer Schloss – reagieren ab kommenden Montag mit einer Allgemeinverfügung auf die drastisch gestiegene Zahl neuer Corona-Infektionen.
  • Foto: SZ (Archiv)
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sz/vö Marburg/Biedenkopf. Die Tendenz der vergangenen Wochen sprach bereits eine deutliche Sprache – die aktuellen Zahlen kommen nicht mehr ganz überraschend: Mit verschärften Maßnahmen reagiert der Wittgensteiner Nachbar-Landkreis Marburg-Biedenkopf auf die drastisch gestiegene Zahl neuer Corona-Infektionen. Mit einer Allgemeinverfügung plane der Kreis, den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit zu untersagen, Veranstaltungen und Kontakte zu beschränken und zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit aufzurufen, heißt es in einer am Donnerstag verbreiteten Pressemitteilung. Die Maßnahmen sollen ab kommenden Montag greifen. Hintergrund ist ein Anstieg der Infektionszahlen um 46 Fälle innerhalb von 24 Stunden.

sz/vö Marburg/Biedenkopf. Die Tendenz der vergangenen Wochen sprach bereits eine deutliche Sprache – die aktuellen Zahlen kommen nicht mehr ganz überraschend: Mit verschärften Maßnahmen reagiert der Wittgensteiner Nachbar-Landkreis Marburg-Biedenkopf auf die drastisch gestiegene Zahl neuer Corona-Infektionen. Mit einer Allgemeinverfügung plane der Kreis, den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit zu untersagen, Veranstaltungen und Kontakte zu beschränken und zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit aufzurufen, heißt es in einer am Donnerstag verbreiteten Pressemitteilung. Die Maßnahmen sollen ab kommenden Montag greifen. Hintergrund ist ein Anstieg der Infektionszahlen um 46 Fälle innerhalb von 24 Stunden. Damit hat Marburg-Biedenkopf eine Inzidenz von 54,0 und damit die vierte Stufe des Eskalationskonzeptes des Landes Hessen erreicht.

704 bestätigte Corona-Fälle

„Wir haben die Marke 50 gerissen und zwar nicht knapp, sondern deutlich. Das ist ein Ergebnis, das uns definitiv nicht mit Freude erfüllt“, sagte Pressesprecher Stephan Schienbein auf SZ-Anfrage. Mit dem Anstieg der Fallzahlen wurden rund um Marburg und Biedenkopf bislang 704 bestätigte Corona-Fälle registriert. Das Gesundheitsamt des Kreises betreut aktuell 177 aktive Fälle, 36 mehr als am Vortag. Die Zahl der Personen, die wieder als genesen gelten, ist um zehn auf 522 gestiegen. Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion Verstorbenen beträgt weiterhin fünf. Von den aktiven Fällen werden aktuell sieben Personen stationär behandelt, davon benötigen zwei Personen weiterhin eine intensivmedizinische Betreuung.

Verzögerung durch den Meldeweg

Der Unterschied zu den vom Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldeten Zahlen liege in einer Verzögerung durch den Meldeweg. Das RKI vermelde die Zahlen in der Regel 24 Stunden später, da die Zahlen, die das Gesundheitsamt melde, dort nochmals geprüft und abgeglichen würden. Die Zahlen, die der Landkreis täglich veröffentlicht, bildeten den tatsächlichen tagesaktuellen Stand ab, heißt es in der Presseerklärung weiter.

Vierte Stufe des Eskalationskonzepts

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage (Inzidenz) im Landkreis liege aktuell bei 54,0, sei also um 12,6 im Vergleich zum Vortag gestiegen. Damit gilt für Marburg-Biedenkopf jetzt die vierte von insgesamt fünf Stufen des Eskalationskonzepts der Landesregierung zur Eindämmung des Coronavirus. Der aktuelle Anstieg der Fallzahlen resultiere aus einer Vielzahl von Infektionen im familiären und privaten Kontext. Auch Reiserückkehrer ließen die Fallzahlen wieder ansteigen. „Es ist jetzt wichtig, dass sich alle an die Regeln halten und Vernunft walten lassen. Wir machen leider vermehrt die Erfahrung, dass bei manchen Menschen immer noch nicht die Einsicht gereift ist, dass es sich um eine ernste Situation handelt“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Die Frage dürfe jetzt nicht lauten, welche Feste gefeiert oder besucht werden dürfen. „Die Halloween-Party in der Wohngemeinschaft ist im Moment gerade nicht angebracht“, unterstrich Zachow.

Als Gesellschaft "klug und vernünftig sein"

Und weiter: „Wir stehen jetzt am Scheideweg, ob es zu einem zweiten Lockdown mit sehr weitreichenden, zum Teil dramatischen Auswirkungen auf alle Teile der Gesellschaft kommt, oder ob wir es als Gesellschaft schaffen, klug und vernünftig zu sein. Wir müssen die aktuelle Situation sehr ernst nehmen“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete. „Der Dreiklang aus Abstand, Hygiene und Alltagsmaske ist jetzt entscheidend“, erklärte Zachow. Und was machen die beiden anderen Wittgensteiner Anrainer-Kreise:

Weiter achtsam sein

Für den Landkreis Waldeck-Frankenberg vermeldete Pressesprecherin Ann-Katrin Heimbuchner nach 17,2 am Mittwoch eine Inzidenz „von um die 20“ am Donnerstag – also eine andere Etage als Marburg-Biedenkopf. Dennoch: Damit sei auch hier die erste Stufe des hessischen Eskalationskonzeptes erreicht: „Klar ist, dass wir weiter achtsam und wachsam sein werden. Es kann schnell gehen.“
Der Lahn-Dill-Kreis hat mit 39,84 die Vorwarnstufe (35) überschritten. „Nach 31,6 war das ein sprunghafter Anstieg für uns“, erklärte eine Sprecherin. Im Kreishaus werde das weitere Vorgehen intensiv beraten.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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