Jeder bezahlte seine Spende selbst

Typisierung für leukämiekranken Gerhard Burger mit einmaligem Ergebnis

G.B. Wallau. Reibungslos, mit Ruhe und Disziplin verlief die Blutspendenaktion für die Typisierung einer eventuellen Stammzellenspende zugunsten des 36-jährigen an Leukämie erkrankten Gerhard Burger aus Wallau (die Siegener Zeitung berichtete). An diesem denkwürdigen 3. November hatten sich in der Wallauer Fritz-Henkel-Halle lange Warteschlangen für eine Typisierung durch eine Blutspende von nur fünf bis zehn Milligramm gebildet.

Informationen durch Plakate und Presse waren dank der Initiatorin Rosel Feuring, Gattin von Schirmherr dieser Aktion, Ortsvorsteher Helmut Feuring, monatelang vorausgegangen. Neben vielen Helfern vom Männergesangverein und Frauenchor Wallau waren 38 Arzthelferinnen aus Biedenkopf und Wittgenstein beteiligt, sowie Dr. Martin Just, Stationsarzt an der Universitätsklinik Marburg und Hausärztin des Patienten, Dr. Edda Warmann, Wallau, nebst André Naujok und Barbara Weidner von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

Die freiwilligen Blutspender mussten sich in der Henkel-Halle zunächst einer Datenerfassung unterziehen mit Namen, Anschrift, Körpergröße und Gewicht ab 50 Kilogramm bis 150 Kilogramm. Das Alter war von 17 bis 55 Jahre angesetzt. Daran schloss sich eine Informtion eines jeden einzelnen an, wie seine Daten geschützt, doch bei einer eventuellen Knochenmarkspende weitergegeben werden. Es erfolgte die Unterschrift des informierten Blutspenders, darauf eine genaue Zwischenkontrolle. Die Kasse erfragte, ob der Blutspender zugleich auch Geldspender von 50 e sei. Wenn nicht, entnahm man den Betrag oder einen Teil, je nach Wunsch oder Vermögen des Spenders, aus dem eigens dafür eingerichteten Spendenkonto.

Es war niemand angewiesen, unbedingt mit seiner Blutspende darüber hinaus auch das Finanzielle zu tragen. Laut Abschlussbericht von Rosel Feuring hatten alle Spender auch eigens bezahlt, so dass die Typisierung an diesem 3. November 27101 e erbrachte, wobei sich 957 Spender selbst finanziert hatten. Dergleichen habe es noch nie gegeben. Für eine ähnliche Aktion jeweils 1992 in Holzhausen/Hünstein und 1998 in Dautphe sei ein weitaus geringeres finanzielles Ergebnis erzielt worden. In einem extra dafür eingerichteten Raum kam es dann zur Blutspende. Die Auswertung kann allerdings erst nach drei Wochen das Ergebnis bringen, ob ein geeigneter Lebensspender für Gerhard Burger gefunden wurde, wobei sechs Merkmale vom Patienten mit dem Spender nahezu übereinstimmen müssen, nicht wie bei der Blutspende, bei der bereits die gleiche Blutgruppe ausreicht.

Da die hohe Übereinstimmung recht selten ist, bleibt es das Anliegen von Gerhard Burger, dass durch diese Transaktion möglicherweise anderen, die auf einen Spender warten, geholfen werden könnten. Die DKMS weist ausdrücklich darauf hin, dass sie unter »www.dkms.de« in der Homepage zu finden ist. Zufrieden waren am Spätnachmittag alle gewesen. Hatte man doch mit einer solch hohen Resonanz, an der sich unter anderem auch Bürgermeister Karl Hermann Bolldorf sowie Pfarrer Stähler beteiligten, nicht gerechnet. Sobald die Typisierungen ausgewertet sind, gibt Rosel Feuring Näheres bekannt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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