SPD-Kandidat heißt Gerald Kühn

Verwaltungsfachmann aus Siegen bewirbt sich um das Bürgermeisteramt in Kirchen

Katzenbach. Heinrich Mengel, Chef des SPD-Verbandsgemeindeverbands Kirchen, schwelgte förmlich in Genugtuung. Daran ließ er auch keinen Zweifel: »Ich bin der tiefen Überzeugung, dass wir jemanden präsentieren, der für diese Aufgabe allerbestens geeignet ist. « MdL Franz Schwarz setzte noch einen drauf: »Wir haben jemanden gefunden, der uns weiterhilft, einen, auf den man sich ein bisschen freut.« Der so mit Vorschusslorbeeren bedachte trat gestern Nachmittag im Hotel »Zum weißen Stein« erstmals ins Licht der Öffentlichkeit des Kreises Altenkirchen: Gerald Kühn heißt der Mann, mit dem die SPD der Verbandsgemeinde Kirchen ins Rennen um das Bürgermeisteramt und die Nachfolge von Günter Schönhof geht.

Am Montagabend haben sich die Vorstandsmitglieder der SPD-Ortsvereine in einer Sitzung im »Haus Tüschebach« einstimmig für Kühn ausgesprochen. Damit sei auch jegliche Diskussion um mögliche weitere Kandidaten beendet, betonte Mengel – und das ausdrücklich.

Gebürtig aus Daaden stammend

Der 47-jährige Vater zweier Kinder (17 und 20 Jahre alt), gebürtig aus Daaden stammend und wohnhaft in Geisweid, ist zurzeit Leiter des Fachbereichs 1 der Stadtverwaltung Siegen und damit in der Beamtenhierachie direkt unterhalb der Beigeordneten angesiedelt. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen die Stadtentwicklung, Strukturförderung, Liegenschaften und Statistik. Er kann die für einen Beamten des gehobenen Dienstes typische Vita vorlegen, die 1969 mit einem Verwaltungspraktikum begann und über einige wichtige Positionen innerhalb der Siegener Verwaltung letztlich zu seiner aktuellen Position führte.

»Nach 30 Jahren kommunaler Erfahrung ist es an der Zeit, eine neue Herausforderung anzunehmen«, sagte Kühn über seine Motive. Das Bürgermeisteramt in Kirchen sieht er als »sehr interessante Aufgabe«. Der SPD-Kandidat, seit 1970 in der ÖTV und seit 1985 in der Partei, kennt die Verbandsgemeinde nach eigenen Angaben nicht nur als Mountain-Bike-Fahrer im Giebelwald und Motorradpilot im Wildenburger Land. So wisse er über bestimmte Abläufe durch die interkommunale Zusammenarbeit gut Bescheid, und die Entwicklung in den Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde sei durchaus mit der in manchen Siegener Stadtteilen vergleichbar.

Gerne verweist er in diesem Zusammenhang auf von ihm mitbetreute Projekte in der Krönchenstadt: z.B. die Ansiedlung der City-Galerie, die Neukonzeption für »Reichwalds Ecke« und die Reaktivierung der ehemals militärisch genutzten Flächen auf dem Heidenberg. Als Wirtschaftsförderer will Kühn nun möglichst schnell Gespräche mit heimischen Unternehmern führen. Aber auch der persönliche Kontakt mit den Menschen soll nicht zu kurz kommen, schließlich hat der 47-Jährige seine berufliche Karriere im Sozialamt begonnen. Er will den Leuten »das Gefühl geben, dass sie ernst genommen werden.«

Doch was aber will die SPD tun, damit Gerald Kühn nicht das gleiche Schicksal wie Genosse Ottmar Haardt ereilt, der bei der Landtagswahl u.a. am fehlenden Bekanntheitsgrad scheiterte? Denn die Sozialdemokraten haben bis zur Urwahl am 10. Juni nur rund viereinhalb Monate Zeit, ihren Mann in den Ortsgemeinden populär zu machen. Kühn selbst erkennt hier ein Handicap, hält aber mit seiner Fachkompetenz dagegen. Auch von der Unterstützung in den Ortsvereinen ist er überzeugt: »Hier bin ich in eine Mannschaft eingebettet, diese Truppe wird mir helfen.«

Weniger Bedenken hat in dieser Beziehung Berthold Löcherbach, Fraktionschef der SPD im Verbandsgemeinderat. Die Situation sei mit der bei Haardt überhaupt nicht zu vergleichen, allein schon weil das Gebiet wesentlich kleiner sei. »Für uns ist er jedenfalls ein Glücksfall«, lautete seine Einschätzung des Kandidaten.

Nach Auskunft von Heinrich Mengel wird die SPD nun ein Wahlkampfteam bilden, dass Kühn optimal unterstützen soll. So wird der Siegener bereits voll in den rheinland-pfälzischen Landtagswahlkampf integriert. Ein gutes Ergebnis der Sozialdemokraten am 25. März wäre für MdL Schwarz auch ein gutes Fundament für die Wiederbesetzung des Chefsessels im Kirchener Rathaus mit einem SPD-Mann. Mengel erklärte abschließend, dass von Seiten der Sozialdemokraten kein emotionaler Wahlkampf mit der Diffamierung des politischen Gegners geführt werde.

thor

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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