Pianist gibt Meisterkurs im Kunstsommer Arnsberg
Andreas Woyke für "Opus Klassik" nominiert

Trifft mit seiner CD „Festas suramericanas“ den Nerv von Publikum und Kritik: der Pianist Andreas Woyke. Mitte August ist er beim Arnsberger Kunstsommer zu Gast, gibt einen Meisterkurs und spielt auch selbst.
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  • Trifft mit seiner CD „Festas suramericanas“ den Nerv von Publikum und Kritik: der Pianist Andreas Woyke. Mitte August ist er beim Arnsberger Kunstsommer zu Gast, gibt einen Meisterkurs und spielt auch selbst.
  • Foto: Christian Jungwirth
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ciu Graz/Wahlbach. Erntezeit. Lange hat sich Andreas Woyke, Pianist, mit dem Werk von Heitor Villa-Lobos (1887–1959) befasst, lange auch mit dem Œuvre von Alberto Ginastera (1912–1983), hat sich dann daran gegeben, des Brasilianers „Ciclo Brasileireo“ und das höchst anspruchsvolle „Rudepoêma“ und des Argentiniers Sonata No. 1 op. 22 und dessen „Danzas Argentinas op. 2“ einzuspielen, hat zuvor um Unterstützer geworben und diese auch gefunden, und darf sich nun freuen darüber, dass was ihm gefällt, ihn elektrisiert und inspiriert, ganz offensichtlich den Nerv sowohl des Publikums als auch der Kritik trifft. Denn seine CD „Festas suramericanas“ heimst ein: bereits einen Preis, den „Supersonic Award“ des luxemburgischen (Online-)Musikmagazins „Pizzicato“, und schon einige Nominierungen, darunter eine für den „Opus Klassik“.

Woyke "lässt den Farben Raum zum Atmen"

Außerdem, und das ist der Schlüssel für den Sprung auf die Auszeichnungs-Listen, bemerkenswerte Rezensionen. „Klassik heute“ etwa schreibt: „Einerseits in der Auswahl der Werke, aber auch aufgrund des pianistischen Feuerwerks (gepaart mit Nuance und Tiefgründigkeit), das Woyke hier zündet, ist dies eine mit jedem Abspielen beeindruckendere CD.“ Und was die Interpretation von „Rudepoêma“ betreffe, stehe diese „der bisherigen Referenzaufnahme von Nelson Freire (Warner, 1974) in nichts nach; er lässt den Farben ein wenig mehr Raum zum Atmen, spielt aber deswegen nicht weniger virtuos“.
Remy Franck, Chefredakteur des „Pizzicato“, befindet, dass Woyke dieses „komplexeste Soloklavierstück von Villa-Lobos“ derart faszinierend leidenschaftlich, bedrohlich zügellos und berauschend eindringlich spiele, dass er damit gar den frankokanadischen Pianisten Marc-André Hamelin überbiete. Man habe beim Hören den Eindruck,

er „müsse bei dieser unglaublichen Schubkraft irgendwann wirklich mit seinem Klavier abheben und aus dem Saal fliegen“.

Abschließend schreibt Franck über das Projekt: „Andreas Woyke stellt sich dieser Tour de force mit unglaublicher Kraft und technischer Überlegenheit und lässt die verschiedenen Stücke mit einer unbeschreiblich brillanten Verve erklingen.“

Musik zum Immer-wieder-Anhören

Tatsächlich kann man sich kaum dem Sog entziehen, den diese Musik erzeugt – etwa in dem enorm treibenden, rhythmischen, fingerflinken und mittendrin auch meditativen dritten Stück des Villa-Lobos’schen „Ciclo Brasileiro“, „Festa no Sertão“. Eine andere Perle, die in diesem pianistischen Schatz besonders fein schimmert, ist die „Danza de la Moza Donosa“ aus Ginasteras argentinischen Tänzen – so schön, zum Immer-wieder-Anhören!

Woyke auch mit "Braiding Chopin" unterwegs

Dass die Resonanz auf dieses Album so groß und positiv ist, wundert den in Wahlbach aufgewachsenen Musiker und Musikpädagogen (Woyke lehrt an der Kunstuniversität Graz) nicht. „Das macht viele neugierig; es ist eine sehr virtuose, energetisch starke Musik“, sagt er im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Er zehre im Augenblick von dem, was er sich aufgebaut habe, spiele die Programme (dazu gehört auch das parallel eingespielte „Braiding Chopin“, gleichfalls bei Ars Produktion erschienen, mit Werken von Chopin und Woyke, das die eher meditative Seite des Pianisten zeigt), „wo immer es geht“. Und: Er gibt von seinem Erfahrungsschatz und Können ab, unterrichtet rund um den Globus und demnächst auch in der Region.

Klavier-Meisterkurs bei "Zwischentöne" ins Arnsberg

Vom 19. bis 23. August leitet Andreas Woyke im Rahmen des Arnsberger Kunstsommers „Zwischentöne“ einen Klavier-Meisterkurs, bei dem er Studierenden, Studieninteressierten und Fortgeschrittenen Einzelunterricht in allen Stilrichtungen des klassischen Klavier-Repertoires erteilt und darüber hinaus Hilfreiches zu Improvisation, Jazz und Komposition vermittelt. Das gegenseitige Zuhören und der gemeinsame Austausch seien wichtiger Teil des Unterrichts. Was Woyke verlangt ist, was er lebt: „Power and passion“, sagt er. Er müsse sehen und hören, dass seine Schülerinnen und Schüler mit Kraft und „Herzblut“ agierten, mit dem unbedingten Willen, genau das, Klavierspielen, und nichts anderes machen zu wollen.

Nachfolge von Ilana Schapira-Marinescu

In Arnsberg folgt er der aus Rumänien stammenden Pianistin und Komponistin Ilana Schapira-Marinescu, Professorin an der Musikhochschule Köln, die im vorigen Jahr ihren letzten Meisterkurs dort gegeben hat. Interessierte finden mehr (auch zur baldigen Anmeldung) unter kulturaufkurs.de. Wer Andreas Woyke gerne im Konzert erleben möchte, hat dazu am Montag, 19. August, 20 Uhr, beim Dozentenkonzert der Meisterklassen im Rittersaal des historischen Rathauses Arnsberg Gelegenheit.

Trifft mit seiner CD „Festas suramericanas“ den Nerv von Publikum und Kritik: der Pianist Andreas Woyke. Mitte August ist er beim Arnsberger Kunstsommer zu Gast, gibt einen Meisterkurs und spielt auch selbst.
Auf gute Kritiken folgt unter anderem die Nominierung für den "Opus Klassik": Die "Festas Suramericanas" von Andreas Woyke kommt an.
Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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