20 Jahre Natur geschützt

Nach der Theorie folgte die Praxis: Auge in Auge mit Knabenkraut und Skabiosen-Scheckenfalter waren die Behördenvertreter sichtlich beeindruckt vom Ergebnis des Vertragsnaturschutzes auf dem Westerwald.  Foto: mom
  • Nach der Theorie folgte die Praxis: Auge in Auge mit Knabenkraut und Skabiosen-Scheckenfalter waren die Behördenvertreter sichtlich beeindruckt vom Ergebnis des Vertragsnaturschutzes auf dem Westerwald. Foto: mom
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mom Burbach. Seit 20 Jahren kooperieren Landwirte und Naturschützer in dem von der EU und den Bundesländern geförderten Vertragsnaturschutz und sorgen so dafür, dass besonders wertvolle Kulturlandschaftsteile auf Dauer erhalten bleiben. Im Bereich Westerwald gibt es besonders viele solcher Flächen. Daher lag es nah, dass sich die Verantwortlichen aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen im Dreiländereck in Burbach trafen, um sich über Erreichtes und Ziele in Sachen Vertragsnaturschutz auszutauschen.

Gerne hatte die Gemeinde Burbach dafür das örtliche Bürgerhaus zur Verfügung gestellt, ist doch Bürgermeister Christoph Ewers durch eine Maßnahme im Vertragsnaturschutz – das Haselhuhn-Schutzprojekt – seinerzeit ins südliche Siegerland gekommen.

Nach den Richtlinien der EU werden in allen drei Bundesländern Landwirte unter Vertrag genommen, die sich bereit erklären, einen Teil der von ihnen bewirtschafteten Flächen unter besonderen Auflagen zum Schutz seltener Arten zu pflegen. Hier geht es in der heimischen Region überwiegend um Grünflächen, auf denen je nach Lage besondere Pflanzengesellschaften und dadurch bedingt vom aussterben bedrohte Tierarten vorkommen. Vorgegeben wird im Vertrag beispielsweise die Anzahl und Termine für das Mähen oder Beweiden der Flächen. Auflage ist zudem, dass sich der biologische Wert der Fläche, der über bestimmte Arten definiert ist, nicht verschlechtern darf. Als Ausgleich für die zusätzliche Arbeit und den Ertragsausfall – spät gemähte Wiesen weisen einen schlechten Futterwert des Heus auf – erhalten die Landwirte festgelegte Prämien aus EU- bzw. Landesmitteln.

Gastgeber des Treffens in Burbach war die Biologische Station Siegen-Wittgenstein, die, wie in NRW üblich, die Verträge mit den Landwirten vor Ort abschließt und betreut. Der Biologe Dr. Georg Verbücheln vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie der Leiter der hiesigen Biologischen Station, Peter Fasel, stellten zunächst das Konzept vor, nach dem Landwirte in NRW für die Pflege der geschützten Flächen unterstützt werden. Hier gehen Prämien nach dem Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) an die Landwirte. Für das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz stellte Inge Unkel das dortige Programm AgrarUmweltLandschaft (PAULa) vor, dessen Regionalberater Markus Kunz engagiert die Umsetzung im Westerwald vorstellte.

In RLP sind die PAULa-Berater vor Ort die direkten Kontaktpersonen für die Landwirte, erarbeiten die Verträge und kontrollieren die Einhaltung der besonderen Schutzmaßnahmen.Schließlich stellte Margot Schäfer von der Abteilung ländlicher Raum des Lahn-Dill-Kreises das hessische Integrierte Agrarumweltprogramm HIAP vor, das seit 2007 das bis dahin gültige HELP-Programm für den Vertragsnaturschutz ablöst. Das Besondere in Hessen ist, dass hier die Verwaltungen direkt mit den Landwirten die kompletten Verträge abschließen und kontrollieren.Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es auch in der Höhe der Prämien, je nach dem, welche Fördertöpfe genutzt werden können. Nach dem informativen Austausch, an dem auch einige Landwirte teilnahmen, stellte Günter Schwab, Regionalmanager Lahn-Dill-Wetzlar, die Chancen einer Verbindung zwischen Vertragsnaturschutz und Tourismus vor, bevor die Teilnehmer zunächst zur Lipper Höhe und anschließend zur Fuchskaute fuhren, um sich die Flächen anzuschauen, für die man gemeinsam arbeitet. Orchideen, Arnika, seltene Falter und vieles mehr überzeugten die Behördenmitarbeiter, die sichtbar beeindruckt waren von dem einmaligen Naturerlebnis, das Dank des Vertragsnaturschutzes für Generationen gesichert wurde.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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