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Hickenmobil kommt an
Ab und bis Haustür

113 Fahrgäste nahmen das Angebot des Hickenmobils in Anspruch. Zwei Drittel der Fahrten steuerten Ziele innerhalb des Hickengrundes an. Darüber hinaus führten viele Fahrten in angrenzende Kommunen.
  • 113 Fahrgäste nahmen das Angebot des Hickenmobils in Anspruch. Zwei Drittel der Fahrten steuerten Ziele innerhalb des Hickengrundes an. Darüber hinaus führten viele Fahrten in angrenzende Kommunen.
  • Foto: Gemeinde Burbach
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

tile Burbach. Mobilität – eines der großen Gegenwartsthemen. Gerade im Hinblick auf eine älter werdende Gesellschaft werden vielerorts Lösungen gesucht, wie Menschen von klein auf bis ins hohe Alter schnell, sicher und komfortabel unterwegs sein können. Im südlichsten Siegerland fährt seit nunmehr einem Jahr das Hickenmobil durch die Gemeinde Burbach und über die kommunalen Grenzen hinweg in die benachbarten Städte und Gemeinden. Am Dienstagabend stießen die ehrenamtlichen Fahrer mit Bürgermeister Christoph Ewers in der Hickengrundhalle auf den ersten Geburtstag an und ließen die vergangenen zwölf Monate Revue passieren.

Zu Beginn des LEADER-geförderten Projekts, das am 3.

tile Burbach. Mobilität – eines der großen Gegenwartsthemen. Gerade im Hinblick auf eine älter werdende Gesellschaft werden vielerorts Lösungen gesucht, wie Menschen von klein auf bis ins hohe Alter schnell, sicher und komfortabel unterwegs sein können. Im südlichsten Siegerland fährt seit nunmehr einem Jahr das Hickenmobil durch die Gemeinde Burbach und über die kommunalen Grenzen hinweg in die benachbarten Städte und Gemeinden. Am Dienstagabend stießen die ehrenamtlichen Fahrer mit Bürgermeister Christoph Ewers in der Hickengrundhalle auf den ersten Geburtstag an und ließen die vergangenen zwölf Monate Revue passieren.

Zu Beginn des LEADER-geförderten Projekts, das am 3. Dezember 2018 startete, sei er „vorsichtig optimistisch“ gewesen, „aber von diesen Zahlen hatte ich nicht zu träumen gewagt“, gab Ewers in seinem Grußwort zu. Die Zahlen sprechen tatsächlich für sich: Insgesamt 1453 Fahrten (davon ca. 314 Rückholfahrten) wurden mit dem elektrisch angetriebenen Hickenmobil durchgeführt – 26 800 Kilometer. Die Fahrtgäste werden an ihrer Haustür abgeholt und auf Wunsch wieder bis dorthin zurückgebracht.

Während etwa zwei Drittel der Fahrten innerhalb des Hickengrunds erfolgten, wurden bei 484 andere Ziele wie Burbach (88 Fahrten), Haiger (171), Neunkirchen (83), Wilnsdorf (14) und Dillenburg (128, allesamt zum Ärztehaus) angefahren. Insgesamt 113 (Stamm-)Fahrgäste nutzten das kostenlose Angebot.

„Das Hickenmobil ist ein voller Erfolg“, zog der Bürgermeister angesichts dieser Daten Bilanz. „Das ist nur möglich, wenn viele Fahrer da sind, die sich in ihrer Freizeit auf den Weg machen“, dankte Ewers den aktuell 16 Fahrern, die mit ihren Partnerinnen und Partnern zum Dankeschönabend eingeladen waren. Er lobte nicht nur das ehrenamtliche Engagement, sondern nannte die Fahrer auch „Multiplikatoren der Elektromobilität“. Die Gemeinde selbst wolle demnächst ihren Fuhrpark um ein oder zwei E-Fahrzeuge für Kurzfahrten erweitern.

Die Begeisterung für das Projekt war unter den Ehrenamtlern spürbar, insbesondere bei Koordinator Walter Brück. Die Arbeit mache viel Spaß, versicherte er. Einerseits wegen des „geilen Teams“, das sich durch eine tolle Kameradschaft auszeichne, andererseits wegen der unkomplizierten und dankbaren Fahrgäste.

„Keiner meckert“, wenn eine Fahrt mal etwas verschoben oder vorverlegt werden müsse, um eine andere (wichtige) Fahrt möglich zu machen, berichtete Brück. Nur in einem Fall habe man sich nach anhaltenden Problemen und in Rücksprache mit der Gemeinde dazu entschieden, einen Fahrgast nicht mehr zu fahren.

Auf der anderen Seite habe man sich von einem Fahrer getrennt, da habe die Chemie nicht gestimmt. „Das muss schon passen“, sagte Brück. Die jetzige Zusammensetzung – der jüngste Fahrer ist Mitte 30, der älteste Mitte 70 – bilde eine echte Gemeinschaft, in der noch ein oder zwei weitere Fahrer willkommen seien. Jeder Fahrer übernehme bis zu drei Fahrten in der Woche.

Die Gründe, das Hickenmobil zu rufen, sind unterschiedlich. Meistens, nach Brücks Schätzung etwa 80 Prozent, handelt es sich um Arztbesuche. Aber auch für den Wocheneinkauf (15 Prozent) meldeten sich die Fahrgäste bis spätestens einen Tag vor der gewünschten Fahrt an. Der Rest seien Besuchsfahrten. Mehrere Gäste ließen sich etwa zum wöchentlichen Besuch der Partnerin oder des Partners zu den Christlichen Seniorenhäusern Lützeln fahren.

Während der Fahrten (sowie in vielen Telefonaten) komme man mit den Fahrgästen immer wieder ins Gespräch, verriet Brück. Das Hickenmobil sei somit auch ein Kommunikationsraum. Viele Menschen sehnten sich nach Gesprächen, schloss Bürgermeister Ewers. Auch in dieser Hinsicht leisteten die Ehrenamtler einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Der Bürgermeister brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die Erfolgsgeschichte des Hickenmobils im kommenden Jahr fortsetze und zeigte sich zuversichtlich, dass die 50 000-Kilometer-Marke geknackt wird. Das könne er ihm versprechen, versicherte Walter Brück.

Die Fahrzeiten des Hickenmobils sind montags bis freitags von 7.30 bis 18 Uhr und samstags von 7.30 bis 12 Uhr. Nicht gefahren wird an Sonn- und Feiertagen. Anmeldungen werden bis zu einem Tag vor dem Wunschtermin, sofern in den Terminplan integrierbar, unter Tel. (01 51) 22 40 09 37 angenommen. Die Mitnahme eines Rollators ist möglich, der Transport eines Rollstuhls allerdings nicht.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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