SZ

Wehr Nummer 8 im Wetterbach zurückgebaut
Basalt statt Beton im Bachbett

Sieht nicht besonders gemütlich aus, ist es aber – und zwar für Tierarten natürlicher Fließgewässer: Das neue Bett des Wetterbachs im Bereich des ehemaligen Wehres Glanzbäumer Wiese zwischen Nieder- und Oberdresselndorf.
  • Sieht nicht besonders gemütlich aus, ist es aber – und zwar für Tierarten natürlicher Fließgewässer: Das neue Bett des Wetterbachs im Bereich des ehemaligen Wehres Glanzbäumer Wiese zwischen Nieder- und Oberdresselndorf.
  • Foto: Dirk Manderbach
  • hochgeladen von Dirk Manderbach (Redakteur)

dima Niederdresselndorf. Der Hickengrund ist reich an vielen Dingen. Auch an Steinen – wortwörtlich steinreich. Der Wetterbach ruht deshalb folgerichtig in keinem Daunen-, sondern in einem steinharten Basaltbett. Was andererseits perfekt ist für viele Lebewesen. So bilden die verschieden großen Basaltsteine einen strukturreichen Lebensraum für zahlreiche Fließgewässerlebewesen. Wasser bricht sich an den Steinen, kommt ins Strudeln und wird zeitgleich mit Sauerstoff angereichert. Wasseramseln und Gebirgsstelzen zum Beispiel nehmen gerne auf den umspülten Steinen Platz; Prachtlibellen benötigen sie zur optischen Abgrenzung ihrer Territorien.

dima Niederdresselndorf. Der Hickengrund ist reich an vielen Dingen. Auch an Steinen – wortwörtlich steinreich. Der Wetterbach ruht deshalb folgerichtig in keinem Daunen-, sondern in einem steinharten Basaltbett. Was andererseits perfekt ist für viele Lebewesen. So bilden die verschieden großen Basaltsteine einen strukturreichen Lebensraum für zahlreiche Fließgewässerlebewesen. Wasser bricht sich an den Steinen, kommt ins Strudeln und wird zeitgleich mit Sauerstoff angereichert. Wasseramseln und Gebirgsstelzen zum Beispiel nehmen gerne auf den umspülten Steinen Platz; Prachtlibellen benötigen sie zur optischen Abgrenzung ihrer Territorien. Und die Larven von Stein-, Eintags- und Köcherfliegen – sehr oft Indikatoren für besonders naturnahe Gewässer – verstecken sich auf der Unterseite der Basaltbrocken vor Fressfeinden.

Unterbrochen wurde die nasse Idylle seit Jahrzehnten von zahlreichen Betonwehren – für Fische und Kleinlebewesen bei ihrer arttypischen Wanderung flussaufwärts oft unüberwindbar. Gebaut worden waren die Wehre, um die Bewässerung der angrenzenden Wiesen sicherzustellen, erklärte jetzt der Verantwortliche des Projekts, Ulrich Krumm vom Heimatverein Holzhausen, im Gespräch mit der Siegener Zeitung.

Längst weiß man, dass Fließgewässer ihre wertvolle Biotop-Funktion nur dann erfüllen, wenn sie für Fisch, Wasserfloh und Co. passierbar bleiben. Deshalb hat sich der Heimatverein bereits seit vielen Jahren in einer Kooperation mit der Fischereigenossenschaft Burbach und dem Verein zur Förderung der natürlichen Lebensgrundlagen Burbach aufgemacht, die Wehre ein für allemal aus dem Wege zu räumen. Gemeinsam mit den beiden Wehrumbauten der Gemeinde Burbach und des Heimatvereins seien nun seit 2015 insgesamt sechs unpassierbare Querbauwerke im Wetterbach ehrenamtlich zurückgebaut worden. Alle Maßnahmen, so Krumm weiter, würden zu 80 Prozent aus dem NRW-Landesprogramm „Lebendige Gewässer“ gefördert.

Seit Beginn der Woche hat der Bagger Wehr Nummer 8 plattgemacht. 15 Kubikmeter Beton des 130 Zentimeter hohen Bauwerks aus Schwellen wurden mit Baggern und Lastwagen aus dem Bachbett geräumt und gegen Basaltsteine aus Oberdresselndorf ausgetauscht. Damit sei man dem von der europäischen Wasserrahmenrichtlinie normierten guten Gewässerzustand wieder ein Stück näher gekommen, erklärt der Holzhausener. „Wir haben die günstigen Wasserstände genutzt, um das Vorhaben ohne größere baubedingte Belastungen für das Gewässer durchführen zu können.“

Bachforellen können jetzt mit lockerem Flossenschlag von der hessischen Landesgrenze an der Aßlermühle bis zu den Quellen von Weiherbach und Winterbach gleiten. Anderthalb Kilometer bachabwärts, dort wo das Wehr stand, haben sich beide Bäche zum Wetterbach vereinigt.

Das Wehr hatte aber auch positive Seiten, erklärte Imker Joachim Schäfer, der gleich neben dem Wetterbach seine Bienen positioniert hat. „Hier haben viele schwimmen gelernt“, so der Naturfreund. Trotzdem zeigte er sich begeistert und überreichte dem Baggerfahrer spontan ein Glas Honig. 150 Zentimeter hoch habe das Wasser gestanden. Der Ort hatte sogar einen eigenen Namen: Sandweiher. Ihr Seepferdchen müssen die Nichtschwimmer aus dem Hickengrund also zukünftig woanders machen.

Schließlich steht nun noch der Rückbau des Oberwehres der Aßlerschen Mühle an der Landesgrenze zu Hessen auf der Agenda, so Krumm. <chartag shortcut="z-Autor" tag="autor-7p">Dirk Manderbach</chartag>

Autor:

Dirk Manderbach (Redakteur) aus Siegen

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