Bei Ingersoll-Waldrich gibt es wieder viel zu tun

Unternehmensleitung schaut mit Zuversicht nach vorn / Hohe Motivation der Mitarbeiter

Burbach. Die deutsche Ingersoll-Gruppe mit ihren Standorten Burbach und Coburg blickt zuversichtlich in die Zukunft. Nach dem durch den weltweiten Einbruch im Jahre 1991 erzwungenen Verschlankungsprozeß auf rund 1800 Mitarbeiter hat sie wieder voll an ihre alte Vitalität angeknüpft. Ein Rundgang durch die Werkshallen der Burbacher Töchter der Holding »Ingersoll Maschinen und Werkzeuge GmbH«, d. h. der Waldrich Siegen Werkzeugmaschinen GmbH, der Ingersoll Werkzeuge GmbH und der Ingersoll Funkenerosionstechnik GmbH zeigt, daß eine hochmotivierte Belegschaft bei der Arbeit ist. Dieter Feisel, Sprecher der Holding-Geschäftsführung, und Dieter Bobbert, Geschäftsführer Personal, lassen im Gespräch mit der SZ durchblicken, daß sie sich mit der Präsenz des Unternehmens auf allen wichtigen Märkten der Welt auf dem richtigen Weg sehen. Ein gewaltiges Portalbearbeitungszentrum steht soeben bei Waldrich vor der Fertigstellung. Es ist von einem südkoreanischen Konzern geordert worden und wird – wie die meisten Waldrich-Werkzeugmaschinen – zunächst in Burbach aufgebaut und vom Kunden abgenommen. Anschließend erfolgen Demontage, Verpackung und Versand sowie die endgültige Aufstellung in Inbetriebnahme beim Kunden. So groß dieses Bearbeitungszentrum auch ist, ermöglicht es doch später Bearbeitungsgenauigkeiten bis zu wenigen Tausendstel Millimetern. Wie heutzutage üblich, erfüllen die Maschinen der Gruppe auch alle Anforderungen der modernen Steuerungstechnik. Die Bearbeitungszentren lassen sich teilweise mit chaotischem Anwendungsprinzip fahren, die verschiedenen Werkstücke können also in beliebiger Reihenfolge bearbeitet werden. Im Kern geht es bei der deutschen Ingersoll-Gruppe nach wie vor um Maschinen zur Metallverarbeitung: Portalfräsmaschinen, Hochleistungsfräsmaschinen, Funkenerosionsmaschinen, Walzenschleif- und Walzendrehmaschinen, Führungsbahnschleifmaschinen und Bearbeitungszentren. Wenn auch einerseits die Holding die Zügel nicht schleifen läßt, bleiben doch andererseits offenbar genügend Spielräume für die Töchter, neue Wege auszuprobieren und so die Produktivität zu verbessern. Kaum anders ist es zu verstehen, daß beispielsweise die große Werkshalle von Waldrich auf rund 130 Mill. DM Umsatz ausgelegt ist, daß ihr »output« aber auf rund 160 Mill. DM erhöht werden konnte.

Wenn alle Mitarbeiter mitdenken

Besonders faszinierend ist die Weise, in der bei der Ingersoll Werkzeuge GmbH die Mitarbeiter zu Intensivierung des Vorschlagswesens und zu verstärkter Mitverantwortung für den Erfolg des ganzen Unternehmens geführt werden. Auf entsprechenden Tafeln können sie ablesen, wie sich entlang einer Zeitachse die Produktivität entwickelt hat, wieviel Ausschuß es zu verkraften gibt usw. Die Motivation, so die klare Aussage, habe bei soviel Transparenz erheblich angezogen. Auch bei der Ingersoll Funkenerosionstechnik GmbH hat ein eigenständiger Wandlungsprozeß zu neuen Erfolgen geführt. Neben der Integration japanischer Steuerungs- und Generatortechnik wurde die Fertigung neu organisiert. Durch die Einführung der Taktmontage wurden die Fertigungszeiten der Funkenerosionsmaschinen um über 30 Prozent reduziert. Mitarbeiter vor Ort in Montage und Abnahme übernehmen mehr Verantwortung und ermöglichen dadurch die Senkung der Fertigungskosten bzw. schaffen zusätzliche Kapazität. So werden im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr 50 Prozent mehr Maschinen gefertigt. Mit solcher Offenheit nach innen gelingt es der deutschen Ingersoll-Gruppe offenbar, sich eine interne, dynamische Entwicklung zu sichern. Aufgrund ihrer Orientierung an den Anforderungen des Weltmarkts weiß sie auch ansonsten, wo sie steht. So werden bei Ingersoll-Waldrich nicht etwa von Zeit zu Zeit teure Personal-Zukäufe von außen nötig, sondern man holt sich junge Leute von den Hochschulen, die von dem vorhandenen Mitarbeiterstamm an alle Erfordernisse herangeführt werden. Genauso werden auch die Facharbeiter im eigenen Hause ausgebildet. Gerade am Standort Burbach hat sich dies als unerläßlich erwiesen und dem Unternehmen einen sicheren Personal-Rückhalt verschafft. Eher noch entwicklungsfähig, so deutet man an, scheinen allerdings die Beziehungen zur Siegener Hochschule zu sein. Wie in jedem Unternehmen und seinem Umfeld, sind eben noch nicht alle denkbaren Synergien erschöpft.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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