Beraten über Termin und Kandidaten

Bürgermeister-Nachfolge:

Wahl am 15. Juni erscheint sinnvoll / Bewerbungen müssen dann bis 28. April vorliegen

dibi Burbach. Noch keine endgültige Einigung bezüglich des weiteren Vorgehens in Sachen Neuwahl eines Bürgermeisters konnte gestern in Burbach erzielt werden. Frühmorgens hatte Bürgermeister Hermann-Josef Droege – die Entlassungsurkunde hat er am Mittwoch bereits erhalten – seine beiden ehrenamtlichen Stellvertreter und die Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU sowie den Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen ins Rathaus gebeten, um die Weichen für die Wahl seines Nachfolgers zu stellen. Die Kernfrage: Soll die Wahl an die des Landrats am 15. Juni angekoppelt werden? Dafür sprechen gute Gründe. Zum einen könnten erhebliche Kosten gespart, zum anderen so sicherlich auch mehr Wähler zur Urne gelockt werden. Gegen einen späteren Termin spricht auch die Tatsache, dass man dann zu nahe an oder gar in die Sommerferienzeit geraten könnte.

Noch keine einheitliche Meinung fanden die Bündnisgrünen bezüglich der Frage, ob man wie bei der letzten Kommunalwahl mit Realschulrektor Armin Schneider erneut einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken sollte. Schneider selbst weilt derzeit in Skiurlaub und konnte noch nicht gefragt werden, ob er sich noch einmal aufstellen lassen würde. Er holte damals nur 3,41 Prozent der Stimmen, Droege 63,66 und SPD-Herausforderer Matthias Stein 32,93 Prozent.

Grüne: »Schallende Ohrfeige«

In einer schriftlichen Stellungnahme setzen sich die Grünen mit Droeges Kündigung auseinander. Den Bürgerinnen und Bürgern, die ihm bei der Urwahl ihr Vertrauen ausgesprochen hätten, müsse die Nachricht »wie eine schallende Ohrfeige« vorgekommen sein.

Ratsmitglied Günther Pohl: »Wieder einmal zeigt sich, dass dem Menschen das Hemd näher ist als der Knopf.« Es sei sicherlich eine »sehr persönliche Entscheidung und aus der Sicht des Bürgermeisters für seinen Werdegang auch das Richtige. Seine Entscheidung ist für unsere Gemeinde aber mit keinen Worten schön zu reden.«

»Führende Hand und lenkender Geist«

Gerade in Zeiten, in denen der Wind etwas rauer wehe, gewinne eine »führende Hand, ein lenkender Geist, der sich mit der Gemeinde verbunden fühlt, an Bedeutung«. Den Grünen sei schon im letzten Kommunalwahlkampf klar gewesen, dass eine »dauerhafte Bindung an dieses Amt nur mit einem Kandidaten gewährleistet werden kann, der schon über viele Jahre mit der Gemeinde fest verwurzelt ist«.

Chance, alte Strukturen aufzubrechen

Gestern Abend tagten die Fraktionen von CDU und SPD. Die Christdemokraten wollten neben der Terminabstimmung vor allem erst einmal das Anforderungsprofil für die oder den Kandidatin/en festlegen und darüber beraten, ob man die Stelle ausschreiben oder möglichst mit einem eigenen Kandidaten besetzen sollte. Was das Profil des künftigen Amtsinhabers oder der Inhaberin angeht, so Vorsitzender Thomas Helmkampf, müsse klar abgesteckt werden, ob Interessenten beispielsweise zwingend aus der Gemeinde Burbach oder aus der Verwaltungsebene kommen sollten. Gerade die sich abzeichnenden Änderungen wie z.B. die neue Haushaltsführung sollten auch zu Überlegungen führen, einen Nachfolger aus der Wirtschaft ins Kalkül zu ziehen: »Das wäre eine Chance, die oft verkrusteten Verwaltungsstrukturen aufzubrechen.«

Vorschläge sammeln und auswerten

Auch für die SPD ging es nachmittags um die Frage, wie man nun auf die unverhofft eingetretene Situation am sinnvollsten reagiert. Fraktionschef Hermann Schäfer wollte seinen Parteigenossen nicht vorgreifen, ging aber davon aus, dass man den Termin 15. Juni mittragen werde. Dann müssten bis 28. April, 18 Uhr, die Bewerbungen im Rathaus eingereicht werden. Schäfer: »Wir sind dabei, Vorschläge zu sammeln und die aussichtsreichsten Kandidaten auszuwählen.«

In den nächsten Tagen dürften also die Köpfe der Ratsmitglieder aller Parteien »rauchen« und die Telefondrähte auf der Suche nach geeigneten Kandidaten glühen. Aus der Bevölkerung kam im Gespräch mit der SZ gar schon die Anregung, es sei in der derzeitigen Situation sicher eine Überlegung wert, ob man sich nicht zum Wohle der Gemeinde Burbach auf einen neutralen, von allen Parteien getragenen Nachfolger einigen könnte. Heute erwartet Droege Rückmeldungen über die Terminentscheidung der Parteien, um sie dem Kreis mitzuteilen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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