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Pilzfarm im Hickengrund
Christine Speck züchtet Pilze im Nebenerwerb

Christine Speck ist mit Pilzen aufgewachsen. Seit 2004 kümmert sie sich um die Pilzfarm in Holzhausen, einer Zweigstelle der Pilzfarm Noll in Hessen. Links im Bild ist der Austern-Seitling, rechts der Shiitake.
  • Christine Speck ist mit Pilzen aufgewachsen. Seit 2004 kümmert sie sich um die Pilzfarm in Holzhausen, einer Zweigstelle der Pilzfarm Noll in Hessen. Links im Bild ist der Austern-Seitling, rechts der Shiitake.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

sp Burbach-Holzhausen. Vier große bogenförmige Gewächshäuser stehen versteckt am Waldesrand in Burbach-Holzhausen. Einige Schilder weisen darauf hin, was sich hinter dem Dickicht verbirgt: eine Pilzfarm. Christine Speck zieht hier vor allem Shiitake und Austern-Seitlinge groß. Unempfindliche Pilze, die nicht so anspruchsvoll sind wie der Champignon. „Unsere Kunden sollen auch sehen, wie unsere Pilze wachsen“, sagt die 42-Jährige. Und jeder Besucher bringt Keime mit, die Einfluss auf die Kulturen haben – auf die einen mehr und auf die anderen eben weniger.
Mutter hat Hobby zum Beruf gemachtChristine Speck sagt: „Ich bin mit Pilzen groß geworden.“ Ihre Eltern leben in Weinbach (Hessen) und hatten eine Schweinezucht, die sie aufgeben mussten. Die Ställe standen leer.

sp Burbach-Holzhausen. Vier große bogenförmige Gewächshäuser stehen versteckt am Waldesrand in Burbach-Holzhausen. Einige Schilder weisen darauf hin, was sich hinter dem Dickicht verbirgt: eine Pilzfarm. Christine Speck zieht hier vor allem Shiitake und Austern-Seitlinge groß. Unempfindliche Pilze, die nicht so anspruchsvoll sind wie der Champignon. „Unsere Kunden sollen auch sehen, wie unsere Pilze wachsen“, sagt die 42-Jährige. Und jeder Besucher bringt Keime mit, die Einfluss auf die Kulturen haben – auf die einen mehr und auf die anderen eben weniger.

Mutter hat Hobby zum Beruf gemacht

Christine Speck sagt: „Ich bin mit Pilzen groß geworden.“ Ihre Eltern leben in Weinbach (Hessen) und hatten eine Schweinezucht, die sie aufgeben mussten. Die Ställe standen leer. Christine Specks Mutter, Brunhilde Noll, überlegte, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Sie beschäftigte sich bereits in ihrer Freizeit mit Pilzen und ist Pilzsachverständige. „Mit zwölf Champignon-Kulturen in der Garage hat es angefangen“, erzählt Speck über den Beginn der Pilzzucht. Ihre Mutter lernte Kurt Schöler kennen und übernahm Anfang der 90er-Jahre dessen Pilzfarm am Quarzitbruch in Holzhausen. Sie wurde zur Zweigstelle. Die Gewächshäuser auf der Fläche wurden in den 80er-Jahren aufgebaut: Stahlgerüste, verkleidet mit mehreren Lagen Folie und gedämmt mit Glaswolle. Das Material hat seine besten Zeiten hinter sich. Die Holzhausener Pilzexpertin hat mittlerweile zwei der Gewächshäuser mit einer neuen  stabilen Folie verkleidet, ein anderes will sie mit Efeu beranken lassen, um dort einen Pilzgarten entstehen zu lassen und ein anderes wird seine alte Hülle erst einmal behalten. Denn eine Renovierung ist kostspielig.
„Am Anfang ist die Pilzfarm etwas stiefmütterlich behandelt worden“, sagt Speck, immerhin liegen Weinbach und Holzhausen etwa 60 Kilometer voneinander entfernt.

Pilzzucht im Nebenberuf

Das änderte sich 2004, als die 42-Jährige nach Holzhausen zog. Dennoch: Das Pilzezüchten betreibt sie nebenberuflich. Sie ist Mutter dreier Kinder und arbeitet in einer Apotheke. Ihre Leidenschaft für Pilze beschränkt sich nicht auf die Zucht. Sie kennt sich auch mit  Pilzen aus, die auf Wiesen oder an Bäumen wachsen. Vor fünf Jahren hat sie eine Pilz-Coach-Ausbildung gemacht, gibt ihr Wissen an Kinder und Erwachsene weiter. Genügend Anschauungsmaterial dafür hat sie auf ihrer Fläche am Waldesrand und in den Gewächshäusern, in denen sie immer wieder auch weniger bekannte Pilze züchtet.
Für den Verkauf vor Ort, auf Märkten und an Gastronomie-Betriebe setzt sie aber auf den Shiitake und den Austern-Seitling: „Wir sind bei den beiden hängen geblieben.“ Christine Speck zeigt die in eine rechteckige Form gepressten Pilzkulturen, die sie fertig geliefert bekommt. Stroh und Sägespäne bilden die Grundlage: die Nahrung der Pilze. Sie wird vorab mit Dampf sterilisiert, damit keine anderen Pilze wachsen. Dann werden die Quader mit der richtigen Sorte „geimpft“ und das Myzel, quasi die Wurzeln, beginnen sich auszubreiten. Nach und nach zersetzt der Pilz das Stroh und das Holz. Damit die Blöcke nicht austrocknen, sind sie beim Austern-Seitling mit schwarzer Folie umwickelt, kleine Schlitze ermöglichen den Fruchtkörpern an das Tageslicht zu treten. „Daran orientieren sich sie sich und am Sauerstoff.“ Der Shiitake bildet eine Art Rinde und kann sich selbst vor dem Austrocknen schützen.
Fast das ganze Jahr wachsen die Pilze, sie fühlen sich bei Temperaturen von 10 bis 25 Grad wohl.

Schutz vor Schnecken

Von Dezember bis April macht Christine Speck eine Winterpause. Sie lässt die Kulturen ruhen, einige bilden im Frühjahr wieder Fruchtkörper. Ernten kann die Holzhausenerin an einer Pilzkultur insgesamt etwa fünf Kilo, verteilt auf drei bis fünf Monate. Alle vier Wochen etwa hat sie Ertrag. Auf den Geschmack gekommen sind übrigens nicht nur Menschen, sondern auch Schnecken. Das ist der Grund, warum die Pilzkulturen auf einem freihängenden Gitter in etwa eineinhalb Metern Abstand zum Boden wachsen.Dass Pilze wie der Shiitake auch an Holzstämmen im Freien wachsen, kann die Expertin ebenfalls auf ihrer Pilzfarm zeigen. Hobby-Züchter haben daran ein besonderes Interesse. Für den Verkauf ist die Methode allerdings nicht geeignet, denn hier ist Geduld gefragt. Zwischen der Impfung und den ersten Fruchtkörpern, die man essen kann, vergeht etwa ein Jahr.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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