Das Ende des Imperiums

In der Römerpassage in Burbach zeigt Oleg Pastuchov bis Ende Mai einen Ausschnitt aus seinem kreativen Schaffen. Der in Tula geborene Künstler fand als Spätaussiedler in Burbach eine neue Heimat und versucht, sich jetzt auch wieder künstlerisch zu etablieren.  Foto: la
  • In der Römerpassage in Burbach zeigt Oleg Pastuchov bis Ende Mai einen Ausschnitt aus seinem kreativen Schaffen. Der in Tula geborene Künstler fand als Spätaussiedler in Burbach eine neue Heimat und versucht, sich jetzt auch wieder künstlerisch zu etablieren. Foto: la
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

la Burbach. Im Chaos streckt der Mensch die Hand aus, um einen Halt zu suchen. Verzweifelt wehrt er sich gegen den Untergang. „Das Ende des Imperiums – Homo Sapiens“ nannte der aus Tula stammende Künstler Oleg Pastuchov sein Triptychon. Gedämpft die Farben, doch immer wieder gibt es Licht im Wirrwarr des täglichen Lebens.

Hoffnungsschimmer in einer Welt, in der das Zusammenleben schwerer wird. Es ist eine Arbeit mit ganz aktuellen Bezügen angesichts der Firmen-Insolvenzen und der Bankenkrise, der Angst um den Arbeitsplatz und der Suche nach Geborgenheit in der Familie. In einem der leerstehenden Geschäfte der Römerpassage Burbach zeigt der 49-Jährige, der Ende 1996 von Tula – 170 Kilometer von Moskau entfernt – mit seiner Frau und Tochter Anastasia nach Burbach übersiedelte, seine interessanten Sujets. Im südlichen Siegerland, wo seine Schwiegermutter schon lebte, fand er eine neue Heimat: beruflich und künstlerisch. Er fand eine Stelle als Lagerist bei einer Rudersdorfer Spedition.

Privat malt er, was ihn bewegt, was ihn inspiriert. In der Burbacher Römerpassage neben der „Galerie“ gibt er jetzt erstmals einen kleinen Einblick in seine Arbeiten, ausschließlich Ölgemälde. Groß- und Kleinformatiges, Stadtansichten von Dillenburg und Limburg und immer wieder Momente, die ihn privat und künstlerisch animierten, auf der Leinwand festgehalten zu werden.

Den Tod eines nahen Angehörigen und die Auseinandersetzung über die Frage, was ist das Leben und was kommt danach, setzte Oleg Pastuchov in eine sehr bewegende Komposition um. Eine weiße Taube schwebt gen Himmel, sozusagen die Seele des Menschen, derweil vor der Ikone auf der Anrichte zwei Kerzen stehen. Die eine ist verlöscht (das Leben), die andere brennt in einer Parallelwelt. In Tula durfte er sich nach dem Besuch der Kunstakademie „künstlerischer Gestalter“ nennen. In Tula war es auch, wo er die erste Gruppenausstellung hatte. Sein Wunsch für die Zukunft: Eine Ausstellung im größeren Rahmen, in der er seine neuen Arbeiten unter dem Thema „Die innere Welt des Menschen“ zeigen kann.Eine erste Möglichkeit dazu wird er im Herbst haben, wenn er in der Alten Vogtei ausstellt. Bis Ende des Monats sind seine Ölgemälde noch in der Römerpassage zu sehen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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