»Der Reiz liegt in der Verantwortung«

Burbachs CDU-Bürgermeisterkandidat:

Christoph Ewers möchte künftig sein persönliches Lebensumfeld kreativ mitgestalten

dibi Burbach. »Kommen Schröder und Stoiber auch?« – Diese Frage eines Jungen vor der Alten Vogtei musste CDU-Fraktionschef Thomas Helmkampf gestern verneinen. Aber immerhin konnte er den Dreikäsehoch darauf vertrösten, eventuell gerade den künftigen Burbacher Bürgermeister gesehen zu haben: Christoph Ewers. Wie die SZ gestern bereits exklusiv berichtete, haben die Christdemokraten den 40-jährigen Oberforstrat aus Würgendorf aus mehreren Bewerbern für die wichtige Aufgabe im Burbacher Rathaus auserkoren. »Wir sind froh, so schnell auf einem guten demokratischen Weg den unserer Meinung nach besten Mann für Burbach gefunden zu haben«, war Gemeindeverbandschef Peter Dumke beim Pressegespräch in der Alten Vogtei sichtlich zufrieden. Der Vorschlag der fünfköpfigen Findungskommission soll nun noch von der Parteibasis in einer Mitgliederversammlung am 7. April, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus abgesegnet werden.

»Eine reine Formsache«, erklärte CDU-Kreisvorsitzender Volkmar Klein. Denn mit dem Vater dreier Kinder (2, 8, 11 Jahre alt) habe man den Kandidaten gefunden, der in der Lage sei, »auch in Zukunft wichtige Akzente in der Gemeinde Burbach zu setzen, Leute zur Mitarbeit zu begeistern und Konflikte fair auszutragen«.

Die »breite Rückendeckung«, so Ewers, sei für ihn ausschlaggebend für seine Kandidatur gewesen: »Man ist auf mich zugekommen!« Der angestrebte Wechsel vom Oberforstrat zum Bürgermeister sei nicht einfach so ein Sprung aus dem Wald auf den Stuhl des Verwaltungschefs. Der gebürtige Düsseldorfer wuchs im Bergischen Land auf. Nach dem Abitur folgte der Wehrdienst bei der Luftwaffe in Essen und Reichshof-Eckenhagen. Nach einem Praktikum studierte Ewers Forstwissenschaften in Göttingen. Von Minden kam der stellv. Forstamtsleiter 1993 ins Siegerland und übernahm die gleiche Aufgabe im Forstamt Siegen-Süd. Nach der Zusammenlegung der Ämter ist er seit 1995 stellv. Leiter des Forstamtes Siegen.

In dieser Funktion hat er nicht nur die Betriebsleitung für den Kommunal- und Privatwald ausgeübt. Die Koordination von Förderprogrammen der EU, des Bundes und des Landes gehören ebenso zu seinen Aufgaben wie planungsrechtliche Verfahren im Umwelt- und Naturschutz. Seit 1997 ist er im Auftrag des Düsseldorfer Umweltministeriums als Projektleiter und Mitarbeiter in Projekten der Verwaltungsmodernisierung (Einführung von Qualitäts- und Umweltmanagement, Neustrukturierung und Abbau von Verwaltungsvorschriften und -abläufen) tätig. Personalführung, Haushaltsrecht und allgemeines Verwaltungsrecht seien weitere Gebiete, auf die er auch als Bürgermeister aufbauen könne. Ewers: »Ich sehe es als einen Wechsel von einer Landesbehörde in eine Kommunalverwaltung.«

Generell reize ihn die neue Herausforderung: »Ich möchte gern Verantwortung übernehmen für die Gestaltung meines persönlichen Lebensumfeldes.« Seit zehn Jahren habe er als Würgendorfer nun schon die Gemeinde Burbach erlebt: »Mit den relativ stabilen Verhältnissen lässt es sich auch als Bürgermeister sicher ganz gut leben!« Angesichts der knappen Finanzen könnten in den nächsten Jahren keine neuen teuren Projekte ins Visier genommen werden. Vielmehr gelte es, mit den knappen Geldern kreativ umzugehen. Wichtig sei ihm dabei ein verantwortliches Miteinander von Verwaltung, Politik und Bürgerschaft: »Die politische Auseinandersetzung muss auf einem Niveau stattfinden, das den Erhalt der kommunalen Selbstverwaltung zum Ziel hat!«

Eine Wahlkampf-Strategie für den knappen Zeitraum bis zum 15. Juni will die CDU in Kürze erarbeiten. Peter Dumke: »Christoph Ewers muss vor Ort in allen Dörfern die Bürger ansprechen.« Wobei es dem CDU-Kandidaten mehr darum geht »Inhalte, nicht meine Person in den Vordergrund zu stellen«. Denn ohne bürgerschaftliches Engagement und eine starke Verwaltungsmannschaft könne kein Bürgermeister erfolgreich sein.

Was die angeregte überparteiliche Findungsgruppe betrifft, ist der parteilose Spitzenkandidat der CDU der Ansicht, dass es für die Wähler besser sei, wenn sie aus mehreren Bewerbern ihren persönlichen Favoriten wählen könnten. Dies entspreche auch eher dem Hintergrund der Urwahl. Sein Vorgänger hat die Messlatte ja hoch gelegt. Droege holte 1999 satte 63,66 Prozent der Stimmen. Nur in Würgendorf konnte seinerzeit die SPD ihre Hochburg verteidigen. Und gerade dort wird nun der CDU-Spitzenmann seinen Heimvorteil nutzen wollen.

Zuversichtlich im Hinblick auf die Erfolgsaussichten von Christoph Ewers, sein Nachfolger im Rathaus zu werden, ist Noch-Bürgermeister Hermann-Josef Droege. Was den zur IHK wechselnden Wilnsdorfer im Zuge der Kandidatensuche aber auch selbst überraschte und zugleich erfreute, war die Tatsache, »dass sich in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit gleich mehrere wirklich interessante Bewerber für das Amt interessierten«. Dies so Droege auf Anfrage der SZ, werte er als Beweis dafür, dass die Gemeinde Burbach in ihrem Umfeld durchaus ein hohes Ansehen genieße.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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