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Verhaltene Rückkehr in die Tagespflege
Die Corona-Angst schwingt noch mit

Die Menschen in der Tagesfpflege Dresselndorf fühlen sich sicher und kommen gerne wieder hier her. Doch so wie ihnen, geht es längst nicht allen.
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  • Die Menschen in der Tagesfpflege Dresselndorf fühlen sich sicher und kommen gerne wieder hier her. Doch so wie ihnen, geht es längst nicht allen.
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sp Oberdresselndorf. In lockerer Runde sitzen die Gäste an diesem Vormittag in dem großen Saal der Tagespflege Dresselndorf zusammen. Der stellv. Leiter der Einrichtung, Michael Georg, liest Artikel aus der Siegener Zeitung vor. Sehr weit kommt er nicht, über das eine Thema wird jetzt erst einmal diskutiert. Eine Maske müssen die Gäste nicht mehr tragen, die Mitarbeiter nur dann, wenn sie den Mindestabstand nicht einhalten können. Zusammen wird an diesem Tag Gymnastik gemacht, gemeinsam gegessen und die Blumenkästen sollen neu bepflanzt werden. Dafür geht es raus an die frische Luft.

Dieter Ringer hat von seiner Ärztin empfohlen bekommen, mindestens einmal die Woche in eine Tagespflege zu gehen. „Da wird man nicht dümmer“, sagt der 77-Jährige: „Hier ist ständig Programm.

sp Oberdresselndorf. In lockerer Runde sitzen die Gäste an diesem Vormittag in dem großen Saal der Tagespflege Dresselndorf zusammen. Der stellv. Leiter der Einrichtung, Michael Georg, liest Artikel aus der Siegener Zeitung vor. Sehr weit kommt er nicht, über das eine Thema wird jetzt erst einmal diskutiert. Eine Maske müssen die Gäste nicht mehr tragen, die Mitarbeiter nur dann, wenn sie den Mindestabstand nicht einhalten können. Zusammen wird an diesem Tag Gymnastik gemacht, gemeinsam gegessen und die Blumenkästen sollen neu bepflanzt werden. Dafür geht es raus an die frische Luft.

Dieter Ringer hat von seiner Ärztin empfohlen bekommen, mindestens einmal die Woche in eine Tagespflege zu gehen. „Da wird man nicht dümmer“, sagt der 77-Jährige: „Hier ist ständig Programm.“ Seit die Tagespflege Dresselndorf in Oberdresselndorf im Januar eröffnet hat, besucht er sie. Seit seiner Impfung fühlt er sich sicherer. Auch Brundhilde Kuhns (88) hat keine Angst, sich anzustecken. „Es sind ja alle geimpft.“ Sie genießt, dass gemeinsam gekocht, gebacken, gerätselt und gelacht wird.

"Wir haben einige Anfragen,
aber die Leute sagen,
wir wollen lieber noch einen Moment warten."

Linda Rein
Tagespflege Dresselndorf

So sicher wie die beiden Senioren fühlen sich längst nicht alle potenziellen Gästen von Tagespflegeeinrichtungen. Das ist die Erfahrung der Diakonie Bethanien, die im Kreis Siegen-Wittgenstein drei Einrichtungen betreibt, darunter die Tagesfpflege Dresselndorf gemeinsam mit den Christlichen Seniorenhäusern Lützeln. Die Diakonie Bethanien startet deshalb jetzt die Kampagne, „Tagespflege? Na, sicher!“. Die Wartelisten seien abgearbeitet, nur sehr verhalten werde sich angemeldet, die Nachfrage sei nicht so stark wie sonst, heißt es.

Angst vor Ansteckung

Linda Rein, Leiterin der Einrichtung, bekommt das fast täglich in Gesprächen mit. Die Menschen hätten nach wie vor Angst, sich anzustecken und seien zurückhaltend. „Man merkt, die Leute müssen sich mehr überwinden als sonst“, ist die Erfahrung, die Rein gemacht hat. „Wir haben einige Anfragen, aber die Leute sagen, wir wollen lieber noch einen Moment warten. Die erste Frage lautet oft: Wie sieht das Hygienekonzept aus?“ Sie stelle es vor, das beruhige viele und Interessierte hätten die Möglichkeit, sich alles für einen Tag anzuschauen. „Die Anfragen, die jetzt kommen, sind von Gästen, die zweimal geimpft wurden, man merkt, sie kommen mit einem deutlich besseren Gefühl.“

Die Menschen in der Tagesfpflege Dresselndorf fühlen sich sicher und kommen gerne wieder hier her. Doch so wie ihnen, geht es längst nicht allen.
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Auch Charlotte Boes vom Caritasverband Siegen-Wittgenstein (ebenfalls Träger von drei
Tagespflegeeinrichtungen im Kreis) weiß, dass die Nachfrage, nachdem die Einrichtungen im vergangenen Jahr mehrere Monate geschlossen waren, eher zurückhaltend war. Mit einem strengen Hygienekonzept öffneten die Tagespflegen wieder. Aber: „Die Anfragesituation ist sehr schleppend angelaufen“, berichtet Boes über den Herbst 2020. „Die Leute sind sehr vorsichtig gewesen“, hätten schnell wieder abgesagt. „Es hat lange gedauert, bis sie sich wieder getraut haben.“ Jetzt werde es langsam entspannter, stellt Boes fest. Dennoch: „Es hat noch nicht das Niveau erreicht, wie wir es vorher hatten.“

Viele Anfragen durch Ende der Homeoffice-Pflicht

Von einem starken Andrang hingegen spricht Kristin Kandzia, Leiterin des Diakonie-Tagestreffs „Haus Emmaus“ in Siegen. „Wir haben jetzt besonders viele Anfragen, durch das Ende der Homeoffice-Pflicht“, vermutet sie. Normalerweise hätte die Einrichtung 25 Plätze, aufgrund von Corona sind es derzeit sieben weniger. „Ich habe angefangen, eine Warteliste zu erstellen“, sagt Kandzia.

Die Menschen in der Tagesfpflege Dresselndorf fühlen sich sicher und kommen gerne wieder hier her. Doch so wie ihnen, geht es längst nicht allen.
Die Menschen in der Tagesfpflege Dresselndorf fühlen sich sicher und kommen gerne wieder hier her. Doch so wie ihnen, geht es längst nicht allen.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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