Ein Abschied ohne Wehmut

Nach 37 Jahren Generationswechsel bei Schmenn und Just

sz Niederdresselndorf. Der Schreibtisch ist geräumt, die letzten privaten Erinnerungen sind von den Wänden abgehängt. Noch einmal lässt Günther Schmenn die Augen durch sein Büro gleiten, dann soll es ein Abschied für immer sein. Mit langjährigen Geschäftsfreunden, Mitarbeitern und seiner Familie hat er in privatem Rahmen schon Abschied gefeiert. Nach fast 37 Jahren ist endgültig Schluss. »Wehmut«, da ist sich der heute 66-Jährige sicher, »kommt nicht auf!« Mit ihm verlässt auch der zweite Gründer der Schmenn und Just GmbH in Niederdresselndorf seine Firma.

Fleiß, Mut und Risikobereitschaft

Dabei versteckt sich hinter dieser langen Zeit eine heutzutage nur noch schwer vorstellbare Entwicklung. Mit seinem Partner Heinz Just hatte Günther Schmenn zum 1. Februar 1966 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Die Firmengründung erfolgte seinerzeit ohne einen Pfennig an Eigenkapital. Dafür gab es damals aber nur vier Prozent Umsatzsteuer zu entrichten, wie die ersten noch vorhandenen Rechnungen belegen. »Fleiß, Mut, Risikobereitschaft und günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen waren die Garanten unseres Erfolgs«, erinnert sich der mittelständische Unternehmer.

14 Mitarbeiter produzieren Stanzteile

In Zahlen ausgedrückt liest sich das heute so: 14 Mitarbeiter produzieren präzise Stanzteile aus Stahlblech, Edelstahl und Nichteisenmetallen. Dafür stehen ihnen neben dem eigenen Werkzeugbau etliche Stanzautomaten und Exzenterpressen mit einer Presskraft von 45 bis 300 Tonnen zur Verfügung. Die Kunden, darunter auch Auftraggeber aus fünf europäischen Nachbarländern, kommen vornehmlich aus der Elektro-, Automobil- und Torherstellungsindustrie. »Flexibilität und kurze Lieferzeiten«, da ist sich Günther Schmenn sicher, »sind das große Plus der Firma. Und natürlich bedarf es der Mitarbeiter, die, wenn es sein muss, auch schon einmal in zwei Schichten arbeiten oder aber, wie im vergangenen und vielleicht schwierigsten Jahr der Firma, auch einmal Kurzarbeit hinnehmen.«

Sohn und Tochter der Gründer am Ruder

Seine Zuversicht und Gelassenheit bezieht der Mittelständler aber noch aus einem ganz anderen Umstand. Als im Jahre 2000 sein Gründungspartner Heinz Just ausschied, trat dessen Sohn Martin, der schon seit 1983 in der Firma tätig ist, in seine Fußstapfen. Nach einer angemessenen Einarbeitungszeit hat nun auch Schmenns Tochter, Carmen Paul, seinen Aufgabenbereich übernommen. Damit ist der Firma gelungen, was vielen mittelständischen Unternehmen heutzutage große Kopfschmerzen bereitet: Die reibungslose Nachfolge innerhalb der Familien.

Christliche Überzeugungen bestimmend

Die beiden neuen Geschäftsführer sind sich sicher, den Betrieb im Sinne ihrer Väter fortzuführen bzw. weiter voran bringen zu können. »Wir verstehen uns genauso gut wie unsere Väter, und dies nicht zuletzt deswegen, weil auch für uns christliche Überzeugungen bestimmend sind und unsere Firmenethik prägen«, erklären die beiden unisono.

Wenn einst Udo Jürgens philosophierte: »Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an...«, so ist auch für Günther Schmenn der Abschied zugleich ein neuer Anfang. Langeweile wird er sicher nicht haben. Seine große Leidenschaft gehört der christlichen Chormusik. So will er den Chor der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Oberdresselndorf, den er seit 48 dirigiert und auf ein anerkannt hohes Leistungsniveau geführt hat, noch einige Zeit leiten. Insofern ist zu verstehen, dass der Eintritt in den neuen Lebensabschnitt ihm wirklich nicht allzu schwer fällt, zumal weitere Hobbys wie das Fotografieren auf ihn warten. Zum Abschied hat er daher auch eine Digitalkamera und einen Computer zur Bildbearbeitung geschenkt bekommen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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