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Weltrekord-Versuche (Video)
Elektroflugzeug "tankt" auf dem Siegerlandflughafen

Elektroflieger auf Rekordkurs: Auf dem Siegerlandflughafen landete am Montag das erste zugelassene Elektro-Flugzeug zum „tanken“.
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kay Lippe. Ein Passagierflug mit einem batterie-elektrisch betriebenen Kleinflugzeug ist für die meisten reine Zukunftsmusik – nicht aber für fünf tollkühne Elektro-Enthusiasten, die das Gegenteil beweisen möchten. Mit dem ersten zertifizierten elektrischen Leichtflugzeug machten sie sich am Montag auf den Weg – ein Weltrekordflug vom Schweizer Flugplatz Schänis, über Zürich, nach Norderney. Ganz nebenbei sollen bei dem Flug sieben Weltrekorde aus der Welt der Verbrennerflugzeuge geknackt werden. Gegen 11 Uhr war es dann so weit. Die elektrisch betriebene „Pipstrel Velis“ legte auf dem Siegerlandflughafen einen Stopp zum „Auftanken“ ein. Dieses Ereignis hatte viele Flugzeugbegeisterte auf die Lipper Höhe gelockt.

kay Lippe. Ein Passagierflug mit einem batterie-elektrisch betriebenen Kleinflugzeug ist für die meisten reine Zukunftsmusik – nicht aber für fünf tollkühne Elektro-Enthusiasten, die das Gegenteil beweisen möchten. Mit dem ersten zertifizierten elektrischen Leichtflugzeug machten sie sich am Montag auf den Weg – ein Weltrekordflug vom Schweizer Flugplatz Schänis, über Zürich, nach Norderney. Ganz nebenbei sollen bei dem Flug sieben Weltrekorde aus der Welt der Verbrennerflugzeuge geknackt werden. Gegen 11 Uhr war es dann so weit. Die elektrisch betriebene „Pipstrel Velis“ legte auf dem Siegerlandflughafen einen Stopp zum „Auftanken“ ein. Dieses Ereignis hatte viele Flugzeugbegeisterte auf die Lipper Höhe gelockt. Gestartet war der Flieger knapp 45 Minuten vorher in Mainz, etwa 70 Kilometer Luftlinie entfernt.

Zwei Stunden Ladezeit auf dem Siegerlandflughafen

Während gewöhnliche Flugzeuge sich bereits aus der Ferne mit ihrem Knattern ankündigen, war von der Weltrekordmaschine nichts zu hören. Gekonnt setzte Pilot Marco Buholzer auf der Landebahn auf und rollte auf seine Parkposition, an der sein Team mit der Technik zum Aufladen der Flugzeug-Akkus wartete. Mühelos wurde das Stromaggregat mit dem Flieger gekoppelt. Zeit für eine gut zweistündige Pause, denn so lange dauerte es, bis die Akkus geladen waren. Eigentlich sollte die Etappe von Mainz von einem Piloten und Co-Piloten bewältigt werden, aufgrund des starken Gegenwindes hatte sich Marco Buholzer jedoch für einen Soloflug entschieden, um ausreichend Akkukapazität zu haben.
Alle Vorteile von Elektroautos kommen auch in der elektrischen Fliegerei zum Tragen. Der extrem leise und zugkräftige Antrieb ermöglicht hohe Steigleistungen, zudem ist ein Elektroflieger ab etwa 150 Metern Entfernung quasi unhörbar. Im Gegenzug müssen die Pioniere aber auch alle Herausforderungen der Elektromobilität bewältigen: Die geringere Energiedichte im Zusammenspiel mit dem Gewicht der Akkus führt zu Reichweiten um die 100 km, die bisher nicht existente Ladeinfrastruktur macht den Weltrekordflug zu einer logistischen Herausforderung.

Kleine Sportflüge als erster Schritt

Im ersten Schritt der Planung musste das Team kleine Sportflugplätze entlang der Strecke finden, die überhaupt über den notwendigen Drehstromanschluss verfügen. Da noch kein einziger Flughafen über ein entsprechendes Ladegerät verfügt, muss dieses dem Flugzeug von der Bodencrew vorausgefahren werden.Möglich machte diesen Rekordflug im Übrigen der slowenische Hersteller „Pipistrel”, der im Juni als erster sein neuartiges Modell „Velis Electro” zertifizieren ließ. Die Zertifizierung ist der entscheidende Schritt aus dem Protoypen- und Experimental-Stadium hin zur kommerziellen Nutzung durch Flugschulen und Sportflieger.

Um das neue Flugzeug auf Herz und Nieren zu prüfen, hatte sich ein Team von Elektromobilisten zusammengeschlossen. Die fünfköpfige Gruppe dieser Pioniere könnte ungewöhnlicher nicht zusammengewürfelt sein. Sie wurde durch den Zukunftsforscher Morell Westermann zusammengebracht, mit dabei ist unter anderem der Schweizer Pilot Marco Buholzer, der die einzige Elektroflugschule der Welt leitet. „Wir wollen zeigen, dass auch der Passagierflug ohne Verbrennungsmotor möglich ist“, sagte Morell Westermann. Auch wenn wir nicht die gesamte Strecke am Stück schaffen, CO2-neutrales Fliegen ist heute schon machbar!“
Um kurz nach 13 Uhr waren die Akkus dann geladen, der Flug von den Alpen an die Nordsee konnte fortgesetzt werden. Die nächste Station des Tages: Meschede. Das Endziel soll am Mittwoch erreicht werden.

Sieben Weltrekord-Versuche

Die sieben Weltrekord-Versuche auf einen Blick:

  • geringster Energieverbrauch über 700 km,
  • höchste Durchschnittsgeschwindigkeit über 700 km, 
  • höchste je mit einem Elektroflugzeug erreichte Flughöhe, 
  • schnellste Steigleistung von 0 auf 1000 m, 1000 auf 2000 m und 2000 auf 3000 m, 
  • schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit über 100 km, 
  • geringste Anzahl an Zwischenstopps auf 700 km Distanz, 
  • längste elektrisch geflogene Strecke in 24, 48 und 56 Stunden.
Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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