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In Burbach droht eine Obergrenze
Eltern fürchten um OGS-Plätze

In Burbach wird, teilweise emotional, eine lebhafte Debatte um eine mögliche Obergrenze der Betreuungsplätze für die offene Ganztagsschule geführt.
  • In Burbach wird, teilweise emotional, eine lebhafte Debatte um eine mögliche Obergrenze der Betreuungsplätze für die offene Ganztagsschule geführt.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tile Burbach. Die Eltern der (künftigen) Grundschüler in Burbach sind besorgt. Weil die räumliche Kapazitätsgrenze eigentlich schon überschritten ist, wird es zum Schuljahr 2020/21 wohl eine Obergrenze der Betreuungsplätze für die offene Ganztagsschule geben. Darüber informierten Gemeindeverwaltung und Schule kürzlich in einer Informationsversammlung. Die entbrannte Diskussion sei teilweise recht emotional geführt worden, ist zu hören. Die Eltern zeigten wenig Verständnis für die geplante Deckelung und die Einführung einer Kriterienliste zur Vergabe. 
Verwaltung und Politik auf der Suche nach einer LösungDas Platzproblem der OGS ist nicht unbekannt. Im Gegenteil: Seit geraumer Zeit beschäftigt man sich mit dem Thema.

tile Burbach. Die Eltern der (künftigen) Grundschüler in Burbach sind besorgt. Weil die räumliche Kapazitätsgrenze eigentlich schon überschritten ist, wird es zum Schuljahr 2020/21 wohl eine Obergrenze der Betreuungsplätze für die offene Ganztagsschule geben. Darüber informierten Gemeindeverwaltung und Schule kürzlich in einer Informationsversammlung. Die entbrannte Diskussion sei teilweise recht emotional geführt worden, ist zu hören. Die Eltern zeigten wenig Verständnis für die geplante Deckelung und die Einführung einer Kriterienliste zur Vergabe. 

Verwaltung und Politik auf der Suche nach einer Lösung

Das Platzproblem der OGS ist nicht unbekannt. Im Gegenteil: Seit geraumer Zeit beschäftigt man sich mit dem Thema. Ziel war es von Anfang an, nicht nur eine Lösung für den Moment, sondern für die nächsten Jahre zu finden, in denen eine gesteigerte Nachfrage des OGS-Angebots zu erwarten ist. „Löcher zu stopfen reicht nicht“, sagt Jochen Becker im SZ-Gespräch. Der zuständige Fachbereichsleiter weist hierbei auch auf den ab 2025 geltenden Rechtsanspruch hin. Bislang ist es Verwaltung und Politik indes noch nicht gelungen, eine zufriedenstellende und nachhaltige Lösung zu finden.

Brandschutz machte einen Strich durch die Rechnung

An Vorschlägen mangelte es nicht. So stellte das Rathaus im Februar 2019 zunächst zwei Varianten vor. In der einen wären überschaubare bauliche Veränderung im Bestand und eine Neuorganisierung der Räume nötig geworden, in der anderen wurde die jetzige Musikschule in die Überlegungen einbezogen. Später wurde von diesen Plänen u. a. wegen gesetzlicher Vorgaben wieder Abstand genommen – Stichwort Brandschutz. Dann wurde ein Anbau auf Stelzen diskutiert, um so wenig vom ohnehin schon knapp bemessenen Schulhof zu „opfern“ wie möglich. Denn, das hat die Schulleitung oft genug betont: Es zählt jeder Quadratmeter. Aber auch der „schwebende Korpus“ wurde ad acta gelegt, so richtig wohl fühlte sich damit niemand. Es wird also weiter an einer Lösung gearbeitet, nunmehr mit externer fachmännischer Unterstützung.

Burbacher Kinder müssen wohl in Wahlbach beschult werden

Und so scheinen nun die Kinder in den Brunnen gefallen zu sein. So jedenfalls der Eindruck der Eltern angesichts einer Obergrenze von „50 + X“ Plätzen, die die Gemeinde ziehen will: zunächst zehn Plätze pro Stufe bzw. Klasse und fünf in Reserve in Burbach. Am Standort der Grundschule Burbach in Wahlbach könnten zum Sommer bis zu 20 Betreuungsplätze eingerichtet werden, die Räumlichkeiten sind vorhanden. Etwa zehn Kinder sind für einen OGS-Betrieb dort notwendig. Macht insgesamt 65 Plätze. Zum Vergleich: Aktuell werden 59 Kinder im offenen Ganztag allein in Burbach betreut, also deutlich mehr als eigentlich vorgesehen. Das soll kein Dauerzustand sein.
Die Crux: Es ist wahrscheinlich, dass Burbacher Kinder in Wahlbach beschult werden müssten. Für Eltern alles andere als eine Ideallösung, denn diese wünschen sich beispielsweise, dass ihre Kinder im eigenen Dorf und mit den Freunden aus der Kita eingeschult werden. Auch der im Raum stehende Kriterienkatalog stößt sauer auf. Trotz dieses „Sozialpunkte“-ähnlichen Verfahrens sei es das Ziel, niemanden abzulehen, betont Becker. Daher seien auch tageweise Angebote, also Tages- und Zwei-Tages-Tickets, vorstellbar.

"Absolut inakzeptable Situation"

Die SPD-Fraktion zeigt der Obergrenze unterdessen in einem Antrag zur nächsten Ratssitzung am Dienstag, 10. März, die rote Karte und spricht von einem „Worst Case“-Szenario – und ein Notfallplan sei nicht in Sicht. Die Betreuungsplatzvergabe nach Kriterien sei „eine absolut inakzeptable Situation“, kritisiert Fraktionsvorsitzende Nicole Schoeppner.
Die Sozialdemokraten fordern eine Übergangslösung, um die Betreuung für alle Familien, die diese in Anspruch nehmen wollen, zu gewährleisten. Nach Rücksprache mit der OGS-Leitung schlagen sie etwa eine Betreuung der vHS-Kinder (täglich von 11.35 Uhr bis 13.25 Uhr) im Bürgerhaus vor, um Kapazitäten für die OGS zu schaffen. Auch eine Prüfung der „in der Nähe befindlichen gemeindeeigenen Gebäude“ zur Betreuung wird gefordert. Wobei Jochen Becker im SZ-Gespräch der häufig ins Spiel gebrachten Römerpassage bereits eine Absage erteilt: Aufgrund der hohen Fluktuation innerhalb der Betreuungszeit sei es allein logistisch und Sicherheitsgründen nicht machbar, die Kinder zwischen den Gebäuden pendeln zu lassen und zu begleiten.
Und schließlich möchte die SPD-Fraktion die Kopplung zwischen der Betreuung in der möglichen OGS in Wahlbach mit der zwingenden Beschulung an diesem Standort verhindern. Stattdessen soll ein möglicher Shuttle-Service zwischen den Schulen für die OGS-Kinder geprüft werden.

Anmeldezahlen müssen abgewartet werden

Angesichts des Widerstands und vor allem der Ängste der Eltern, fand am vergangenen Donnerstag nochmals ein Austausch zwischen Verwaltung, Politik, Schule und Elternvertretung statt. In diesem Gespräch habe die Gemeinde deutlich gemacht, „dass für alle, die einen Betreuungsbedarf haben, im kommenden Schuljahr 2020/21 ein Platz gefunden wird“, informiert die Schulleitung aktuell auf der Internetseite der Grundschule.
Jochen Becker sagt indes, dass man natürlich erst einmal die genauen Anmeldezahlen abwarten müsse (in Burbach ist der Bedarf jedes Jahr aufs Neue anzumelden), um dann im Einzelfall mit Eltern zu sprechen. Dass Kinder aus einem bestehenden Klassenverbund herausgerissen werden, schließt er derzeit noch aus. Zunächst sollte also jeder, der einen OGS-Betreuungsplatz benötige, diesen bis Sonntag, 15. März, anmelden.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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