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Betreuungsplätze in der OGS Burbach
Eltern müssen sich (noch) gedulden

Könnte die Betreuung der Grundschüler auch im Bürgerhaus stattfinden? Die Meinungen gehen auseinander.
  • Könnte die Betreuung der Grundschüler auch im Bürgerhaus stattfinden? Die Meinungen gehen auseinander.
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sp Burbach. Mit Spannung wurde das Thema erwartet und eine leichte Anspannung war zu vernehmen, als Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers den Tagesordnungspunkt 10 aufrief, den die meisten Zuhörer in der Ratssitzung erwarteten. Rund 25 Eltern wollten mitbekommen, wie das Gremium mit dem Antrag der SPD umgeht: Die Sozialdemokraten hatten gefordert, dass jedem Burbacher Grundschulkind eine Betreuung ermöglicht werden kann (die SZ berichtete). Die Eltern befürchteten, dass ihre Kinder keinen Betreuungsplatz in der offenen Ganztagsschule bekommen: Der Grund: Es stehen nicht ausreichend Räumlichkeiten für die Betreuung zur Verfügung.

Am vergangenen Donnerstag hatte ein gemeinsames Treffen mit allen Beteiligten stattgefunden, ein Brief an die Eltern folgte.

sp Burbach. Mit Spannung wurde das Thema erwartet und eine leichte Anspannung war zu vernehmen, als Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers den Tagesordnungspunkt 10 aufrief, den die meisten Zuhörer in der Ratssitzung erwarteten. Rund 25 Eltern wollten mitbekommen, wie das Gremium mit dem Antrag der SPD umgeht: Die Sozialdemokraten hatten gefordert, dass jedem Burbacher Grundschulkind eine Betreuung ermöglicht werden kann (die SZ berichtete). Die Eltern befürchteten, dass ihre Kinder keinen Betreuungsplatz in der offenen Ganztagsschule bekommen: Der Grund: Es stehen nicht ausreichend Räumlichkeiten für die Betreuung zur Verfügung.

Am vergangenen Donnerstag hatte ein gemeinsames Treffen mit allen Beteiligten stattgefunden, ein Brief an die Eltern folgte. Darin schreiben Bürgermeister Christoph Ewers und Michael Goedecke, Leiter der Grundschule Burbach, von fünf Maßnahmen, die „im Herbst zwischen Gemeindeverwaltung und Schulleitung vereinbart“ worden seien. Fraktionsübergreifend sei zugestimmt worden.

Die fünf Maßnahmen:

• Am Standort Burbach soll eine Obergrenze für die Betreuung von Kindern geben (40 Kinder plus fünf Notfallplätze).

• Weiterer Betreuungsbedarf könne am Standort in Wahlbach abgedeckt werden, aber auch hier soll es eine Obergrenze geben von 20 Kindern plus drei Notfallplätze.

• Ein verbindlicher früher Anmeldetermin (15. März) soll festgesetzt werden.

• Ein Kriterienkatalog soll entwickelt werden, der den jeweiligen Betreuungsbedarf der Familien dokumentiert und priorisiert.

• Wenn nach der Anmeldefrist Betreuungsbedarf bestehe, werde von der Gemeindeverwaltung, Grundschulleitung und der OGS-Leitung ein Vorschlag erarbeitet, wie dieser abgedeckt werden kann. „Dieser Vorschlag soll selbstverständlich das Ziel verfolgen, möglichst den Gesamtbedarf zu decken. Welche Räumlichkeiten dann in welchem Umfang in Anspruch genommen werden, kann erst entschieden werden, wenn wir diesen Bedarf kennen. Politik und Elternvertretung werden entsprechend eingebunden.“

Nicole Schoeppner (SPD), konnte sich nicht erinnern, mit ihrer Fraktion über diese Maßnahmen abgestimmt zu haben. Ewers hatte vorab erklärt, dass es am 18. November 2019 ein Gespräch mit den Fraktionen gegeben habe, bei dem vereinbart worden sei, dass man sich noch einmal mit den notwendigen Raumbedarfen und Möglichkeiten befassen werde. Er räumte aber ein, dass damals nichts auf Papier oder eine Zahl für eine Obergrenze festgehalten worden sei.

Bürgerhaus eigentlich ausgeschlossen

Ewers versuchte gleich zu Beginn zu beschwichtigen. Der Antrag sei aus seiner Sicht insoweit „nachvollziehbar, weil er der Sorge der Eltern Ausdruck verleiht“. Der Bürgermeister betonte mehrfach, dass es keinen rechtlichen Anspruch auf eine verlässliche Halbtags- oder Ganztagsbetreuung oder einen schulischen Ganztagsbetrieb gebe. Das Angebot sei ein freiwilliges der Gemeinde, das durch Fördermittel des Landes NRW finanziell unterstützt werde. Dass das Betreuungsangebot nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, solle laut Bund und Land „nicht ewig so bleiben“, erklärte Ewers. Man könne jetzt nicht „munter etwas bauen“, ohne zu wissen, was in Zukunft komme. Neue Konzepte bedeuteten meistens auch neue Raumbedarfe. Zum Thema „Bürgerhaus“ sagte Ewers, dass dieses grundsätzlich für den schulischen Betrieb ausgeschlossen sei. Es für eine bestimmte Zeit zu nutzen, schließe er aber nicht aus. Die OGS-Leitung selbst bevorzuge Schulgebäude.

Die Obergrenze sei nicht das letzte Wort, betonte Ewers. Für alle, die eine Betreuung wünschten und bräuchten, gebe es eine Lösung. Aber er sagte auch: „Wir können nicht grenzenlos Kinder aufnehmen.“ Es gehe nicht um einen Ausschluss der Kinder, sondern um Qualitätssicherung. „Man darf auch mal fragen, ob eine Betreuung gewünscht ist oder wirklich benötigt wird.“ Nicole Schoeppner widersprach: Es sei anmaßend, dass die Politik zu einem Elternteil sage: „Du brauchst dein Kind nicht betreuen zu lassen.“

Warten auf den Anmeldeschluss

Das Fazit der Verwaltung: Der Anmeldeschluss am Freitag muss abgewartet werden, denn noch gebe es keine Hinweise darauf, dass Kinder nicht untergebracht werden können. Der fünfte Maßnahmenpunkt aus dem Elternbrief wurde als Beschlussvorschlag formuliert und mit dem Zusatz ergänzt, dass die Möglichkeit eines Shuttlebusses zwischen den Schulstandorten geprüft werde. Bis auf die UWGB (zwei Nein-Stimmen, eine Enthaltung) stimmten die Ratsmitglieder zu.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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