Ersterwähnung ging still ins Land

Urkunde aus dem Jahr 1350 hängt nun in der Gilsbacher Heimatstube

Gilsbach. Eigentlich schade, dass ein Jubiläum wie das 650-Jährige der Ersterwähnung von Gilsbach im Jahre 2000 so still und für die breite Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar, ins Land ging. Das jüngste und zugleich älteste Dokument Gilsbacher Dorfgeschichte, die Urkunde der Ersterwähnung im Jahre 1350, wird nun in der Heimatstube in der alten Schule einen ehrenwerten Platz inmitten von geschichtsträchtigen Dokumenten und Utensilien einnehmen. Karl-Friedrich Petri, seit zehn Jahren Vorsitzender des Heimatvereins, sieht aus dem Verzicht auf großspurige Jubiläumsfeierlichkeiten indessen keine weltbewegende Unterlassungssünde, zumal man nach der genauen Kenntnis des Ersterwähnungsdatums als Heimatverein mit den örtlichen Gruppen und Vereinen sofort intensiv ins Gespräch darüber kam. Das »Aus« für die Vorbereitung zu den Jubiläumsfeierlichkeiten resultierte in erster Linie aus der hohen Beanspruchung, denen sich der CVJM auf Grund seines 100-jährigen Bestehens im Milleniumsjahr und der MGV »Concordia« anlässlich der Vorbereitungen zum 25-jährigen Bestehen seines angeschlossenen Frauenchores in diesem Jahr gegenübersahen. »Weitere Feierlichkeiten sprengten einfach unsere Kapazitäten im nur knapp 800 Einwohner zählenden Ort«, bedauerte der Heimatvereinsvorsitzende in einem Gespräch. Karl-Friedrich Petri hatte sich Mitte des Jahres, als die Jubiläumsjahreszahl »650« u.a. durch Heimatfreund Wolfgang Engelberth ins Gespräch kam, intensiv um Klarheit bemüht. Nach umfangreichen Recherchen landete er schließlich beim NRW-Landesarchiv in Münster, von wo aus die amtliche Urkunde der Ersterwähnung am 28. Juli 2000 schließlich schwarz auf weiß in seine Hand geriet. Auf einer »Karte zum Siegener Urkundenbuch I« und einer Urkundenrolle aus dem Jahre 1350 ist erstmals die Rede von »Johanne von Gyltzbach gebrudere« bzw. ist Gyltzbach eingezeichnet. Das 650-Jährige des Ortes stand denn auch Pate für das erste Gilsbacher Erntefest am 7. Oktober auf dem Dorfplatz, wo Karl-Friedrich Petri die Bevölkerung über das Jubiläumsdatum 1350 informierte. Ortsvorsteher Karl-Heinz Ermert bedauerte in einem Gespräch, dass ein Jubiläumsfest nicht stattfinden konnte. Er hofft aber, dass das markante Datum zu einem späteren Zeitpunkt, wie auch immer, noch einmal Mittelpunkt einer Festveranstaltung sein kann. Die Aktivitäten des Heimatvereins können sich indessen durchaus sehen lassen. Der 1996 zum 40-jährigen Bestehen des Heimatvereins fertiggestellte Dorfplatz mausert sich immer mehr zu einem Mittelpunkt der Pflege der Dorfgemeinschaft. Die vielen noch anstehenden Aufgaben könnten noch besser angepackt werden, wenn der Heimatverein auf noch mehr Mitglieder zurückgreifen könnte, bedauerte der Vorsitzende, dass die Mitgliederzahl durch Sterbefälle kontinuierlich zurückgehe. Derzeit zählt man 180 Mitglieder. In diesen Tagen will man eine gezielte Mitgliederwerbung starten. »Als Gilsbacher Bürger oder Familie sollte man Mitglied im Heimatverein sein. Das war über Jahrzehnte ein guter Brauch«, resümierte Karl-Friedrich Petri.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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