Feuerwehr plant Fest der Superlative

125 Jahre Löschzug Niederdresselndorf:

Kerntage vom 13. bis 16. Juli/Festzelt auf dem Marktplatz/Brand in Lützeln Initialzündung

sz Niederdresselndorf. Alles bestens vorbereitet für die Festtage zum 125-jährigen Jubiläum ihres Löschzuges haben die Feuerwehrleute aus Niederdresselndorf. Nachdem das Festbuch fertiggestellt ist, alle Termine für das viertägige Fest vom 13. bis 16. Juli geklärt sind, geht es nun in die Endphase, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Schließlich soll es ein »Fest der Superlative« werden, denn seit 1981, dem 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr, gab es kein größeres Dorffest mehr, wie man das aus den Jahren des ehemaligen Hickenmarktes her kannte. Los geht es bereits eine Woche vorher mit einem Festgottesdienst mit Kranzniederlegung am Sonntag, 9. Juli. Das Festwochenende vom 13. bis 16. Juli wird im 1500 Personen fassenden Zelt auf dem Marktplatz über die Bühne gehen.

Mit 36 Aktiven, sieben Jugendlichen und elf Kameraden der Altersabteilung, nimmt der Jubellöschzug eine zentrale Funktion im Brandschutz der Gemeinde Burbach, besonders im Hickengrund, ein. Er ist auch überregional in das Brandschutzkonzept der Verbandsgemeinde Rennerod bezüglich des Industriegebietes am Siegerland-Flughafen eingebunden. Der Ausbildungsstand der einzelnen Wehrmänner ist beispielhaft. Zwei Zug-, drei Gruppen- und 18 Truppführer, weitere 18 Atemschutzgeräteträger, ein -wart, zwölf Löschfahrzeugmaschinisten, ein Rettungsassistent und zwei Rettungssanitäter garantieren mit Löschzugführer Volker Fuhrmann die optimale Einsatzbereitschaft des Löschzuges. Das Feuerwehrgerätehaus, in den vergangenen Jahren u.a. dank 28000 Stunden Eigenleistung der Blauröcke um 140 Quadratmeter erweitert, befindet sich zudem in zentraler Lage, und mit vier Feuerwehrfahrzeugen unterschiedlichster Bauart ist die Jubelwehr bestens ausgestattet.

Ihre Schlagkraft musste die Löschgruppe in der Vergangenheit immer wieder nachhaltig unter Beweis stellen. Ob bei Bränden, Verkehrsunfällen oder anderen technischen Hilfeleistungen, man war stets präsent und konnte mit viel Sachverstand und Hilfsbereitschaft Schäden aller Art minimieren.

Anlass zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Niederdresselndorf war im Jahre 1881 der große Brand im nahen Lützeln. Klempnermeister Heinrich Kessler war der erste Feuerwehrchef der damals schon 30 Blauröcke zählenden Wehr, die erstmals 1885 beim Brand der Häuser des Schreinermeisters Heinrich Greis und des Gastwirts Georg Löhl die Probe aufs Exempel zu bestehen hatte und die erste Saug-Handdruckspritze zum Einsatz brachte. Das erste Spritzenhaus »Auf der Lay« hatte 1929 ausgedient, als man auf dem alten Friedhof in der Lützelner Straße 4 ein neues Gerätehaus mit Steigerturm einweihen konnte. Immer wieder kam es zu Bränden in den Hickengrunddörfern, so dass man sich besonders darüber freute, dass 1938 die erste Motorspritze TS 8/8 in Niederdresselndorf stationiert wurde. Durch die zahlreichen holzverarbeitenden Betriebe in Niederdresselndorf, Lützeln und Burbach sowie durch Einwirkungen des 2. Weltkrieges wurden die Wehrleute besonders oft gefordert.

Wilhelm Becker im Einsatz gestorben

Als ein besonders schicksalhaftes Datum geht der 7. August 1957 in die Geschichte des Löschzuges ein, weil der stellv. Wehrführer Wilhelm Becker bei einem Großbrand im Sägewerk Otto Henrich tödlich verunglückte. 1975 wurden bei einem Großbrand der Firma Glasbau Stoffel in Oberdresselndorf fünf Feuerwehrleute zum Teil schwer verletzt. Das bis dato wohl größte Schadensereignis in der 125-jährigen Geschichte der Wehr ereignete sich am 8. August 1992, als bei einem Großbrand das Sägewerk Georg, die Fiat-Autowerkstatt Lehmann und zwei Wohnungen den Flammen zum Opfer fielen. Unvergessen auch der Einsatz beim Jahrhunderthochwasser am 14./15. Februar 1984, als die Blauröcke 22 Stunden lang ununterbrochen Keller und Wohnhäuser leer pumpten.

1982 wurde die Jugendfeuerwehr aktiv

Das erste wasserführende Feuerwehrfahrzeug im Hickengrund mit einem 2500-Liter-Tank konnte 1966 zusammen mit der Einweihung des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses an gleicher Stelle stationiert werden. Nachdem bereits 1934 die freiwillige Feuerwehr Niederdresselndorf als Löschzug XIV in die Feuerwehr des Amtes Burbach eingegliedert wurde, ist sie seit der kommunalen Neugliederung 1969 als »Löschzug Niederdresselndorf« der Freiwilligen Feuerwehr Burbach zugeordnet. Im Jahre 1982 wurde die Jugendfeuerwehr in Niederdresselndorf ins Leben gerufen.

Manches hat sich in den 125 Jahren Feuerwehrgeschichte verändert, wie z.B. das Anforderungsprofil an die Feuerwehr. Moderne Technologien, die Vielfalt der technischen Hilfeleistungen, Umgang mit Gefahrgut und Strahlenschutz erfordern ein hohes Maß an Bereitwilligkeit für Weiterbildung etc., die unverändert ein Aushängeschild der Blauröcke ist, ebenso wie die beispielhafte Kameradschaft.

1956 kam das erste Motorfahrzeug

Natürlich wurden in den 125 Jahren die Jubiläen immer auch entsprechend gefeiert. Zum 25. Geburtstag war man 1906 Ausrichter des Verbandstages der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Siegen. 1931 feierte man zusammen mit dem Kriegerverein Hickengrund (60 Jahre) das 50-Jährige. Zum 75. Geburtstag erhielt die Wehr 1956 ihr erstes motorisiertes Fahrzeug, ein LF 8 mit Tragspritzenanhänger TS 8/8. Das 100-Jährige feierte man groß am letzten Juniwochenende 1981 auf dem Marktplatz. Es gab ein neues LF 8 mit Funkgerät als Jubiläumsgeschenk.

Helmut Kreutz erneut Schirmherr

Schirmherr des Feuerwehrjubiläums ist wie bereits 1981 der aus Niederdresselndorf gebürtige Langenaubacher Fabrikant Helmut Kreutz. Das Festprogramm berücksichtigt die Interessen aller Generationen. Der Festzug am Sonntag, 16. Juli, ab 14 Uhr wird sich vom Ortseingang Oberdresselndorfs über eine 1,5 km lange Strecke über die Westerwaldstraße zum Festplatz bewegen. Dazu wird bereits ab 12 Uhr mittags die L730 von Liebenscheid bis zum Rewe-Markt eingangs Holzhausens für den gesamten Verkehr gesperrt. Über 80 Gruppen und Festwagen aus der ganzen Region im Dreiländereck haben ihre Mitwirkung zugesagt. Rund um das Festzelt auf dem Marktplatz sorgt an allen Tagen ein großer Vergnügungspark für einen unterhaltsamen Aufenthalt. Wie die Feuerwehr gestern mitteilte, kann man für alle Festtage an der Abendkasse noch Eintrittskarten erwerben.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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