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Heimatverein Alte Vogtei Burbach: vier Karton-Modelle zum Selberbauen
Gebäude, die Geschichten erzählen

Gerd Schröter entwickelte und baute die Karton-Modelle, die der Heimatverein um Volker Gürke, Heinz-Günter Diehl und Michael Diehl (v. l.) demnächst als Bausätze vermarkten möchte.
  • Gerd Schröter entwickelte und baute die Karton-Modelle, die der Heimatverein um Volker Gürke, Heinz-Günter Diehl und Michael Diehl (v. l.) demnächst als Bausätze vermarkten möchte.
  • Foto: Tim Lehmann
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

tile Burbach. Alte Vogtei mit Zehntscheune, Haus Herbig und Haus Dilthey (altes Gasthaus Römer) – die Gebäude bilden einen besonderen Dreiklang im Herzen Burbachs. Der Erhalt des historischen Amtsgebäudes war seinerzeit sogar Anlass zur Gründung des Heimatvereins „Alte Vogtei“, der sich später auch der beiden anderen Gebäude annahm. Gerd Schröter hat die Fachwerkhäuser akribisch als Karton-Modelle nachgebaut. Mehr noch: Der studierte Maschinenbauer und Grafiker hat Schnitt- und Faltbögen samt Anleitung entwickelt, die als Modell-Sätze das Selberbauen ermöglichen sollen.
Am Anfang stand ein HaubergsknippIn Kontakt kamen der Konstrukteur und der Heimatverein vor zwei Jahren, als Gerd Schröter jemanden suchte, der für die alte Häbe (Haubergsknipp) seines Vaters einen Griff herstellen konnte.

tile Burbach. Alte Vogtei mit Zehntscheune, Haus Herbig und Haus Dilthey (altes Gasthaus Römer) – die Gebäude bilden einen besonderen Dreiklang im Herzen Burbachs. Der Erhalt des historischen Amtsgebäudes war seinerzeit sogar Anlass zur Gründung des Heimatvereins „Alte Vogtei“, der sich später auch der beiden anderen Gebäude annahm. Gerd Schröter hat die Fachwerkhäuser akribisch als Karton-Modelle nachgebaut. Mehr noch: Der studierte Maschinenbauer und Grafiker hat Schnitt- und Faltbögen samt Anleitung entwickelt, die als Modell-Sätze das Selberbauen ermöglichen sollen.

Am Anfang stand ein Haubergsknipp

In Kontakt kamen der Konstrukteur und der Heimatverein vor zwei Jahren, als Gerd Schröter jemanden suchte, der für die alte Häbe (Haubergsknipp) seines Vaters einen Griff herstellen konnte. Viele Vereine und Schmiede schrieb er an, nur eine positive Rückmeldung kam. Burbachs Küster Michael Diehl reparierte das Werkzeug binnen eines Tages damals noch in der Schmiede der Zehntscheune.Anschließend führte er Gerd Schröter durch die ev. Kirche auf dem Römerberg. Fasziniert von dem Bauwerk und der Leidenschaft, mit der sich Michael Diehl um das Gotteshaus und dessen Geschichte kümmert, baute der Wahlschweizer das Burbacher Wahrzeichen zum Dank aus Karton nach. „Mittlerweile ist eine gute Freundschaft zwischen uns gewachsen“, sagt der Künstler.

Schon als Kind Modelle gebaut

Schon als Kind baute Gerd Schröter Modelle, mit acht Jahren ließ er eine Graupner ETB 15 aus Holz in der Dreisbach fliegen, später baute er Plastikmodelle. Mit Karton arbeitet er seit 2014, inspiriert durch die Piazza von Ascona am Lago Maggiore, deren Häuserzeile er zunächst malte und schließlich nachbaute. Seither liebt er die Herausforderung, zweidimensionale Vorlagen zu entwerfen, um dreidimensionale Modelle zu bauen. „Ich mag solche Denkprobleme.“ Die Falt- und Schnittbögen erstellt er am Computer.

„Häuser übernehmen die Energie der Bewohner“

„Ich baue nicht jedes Haus“, betont Gerd Schröter. Er sucht Objekte, in denen Charakter steckt. „Häuser übernehmen die Energie der Bewohner. Die Modelle sind die Brücke der Emotionen, die diese Gebäude in sich tragen“, beschreibt er seinen Zugang. Bei der ev. Kirche habe ihn berührt, wie sehr Michael Diehl für das Gebäude „brenne“. Die Fachwerkhäuser im Ortskern haben für ihn einfach eine gute Stimmung. „Geschockt“ war er von der Aura im Landhaus Ilse, sagt der Modellbauer. Hier war es letztlich das allgemeine Interesse am Bauhaus, an der bewegten Geschichte des Hauses selbst und am Schicksal der Familie Grobleben, das eine kreative Auseinandersetzung in Gang setzte. „Damit bin ich noch nicht fertig“, sagt Gerd Schröter ungeachtet der bereits beeindruckenden Modelle (Plural!), die er von dem architektonischen Kleinod angefertigt hat.

Heimhof in Würgendorf anvisiert

Der Heimatverein hat zunächst aber „nur“ die Lizenzen an den Falt- und Schnittbögen der drei genannten Fachwerkhäuser und der ev. Kirche erworben. Ziel ist es, bis zur Eröffnung der neuen Alten Vogtei Bausätze für den Verkauf produzieren zu lassen. Zuletzt sei die Fertigstellung vom Architekten bereits für Ende 2021 avisiert worden, verrät Heimatvereinsvorsitzender Volker Gürke. Dann könnten die Gebäude womöglich in einem Jahr unter dem Weihnachtsbaum der heimischen Bastelfreunde liegen. Gerne würde Gerd Schröter für die jeweils ersten zehn Käufer pro Modell einen Workshop anbieten, um die Gebäude gemeinsam aufzubauen. Das könne gefilmt werden und anschließend über eine Plattform zur freien Verfügung gestellt werden, schlägt er vor. An der interaktiven Wand des Naturparks Sauerland Rothaargebirge in der Sparkasse in Burbach stand schon länger ein Exemplar des Kirchen-Modells, zuletzt wurden dort auch die Alte Vogtei mit Zehntscheune ausgestellt. In der kommenden Woche soll eine Vitrine mit allen vier Modellen in der Hauptfiliale aufgestellt werden, teilen Volker Gürke und Michael Diehl mit. Und Gerd Schröter? Der hat nach Höebs-Haus in Wahlbach schon ein weiteres Gebäude erspäht, bei dem es ihm in den Fingern juckt: der Heimhof in Würgendorf mit seinem ortsbildprägenden Jugendstil-Turm.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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