Zwei Kita-Neubauten geplant
Gemeinde will als Investor aktiv werden

In dem Waldstück, der an den Bolzplatz Bitze grenzt, plant die Gemeinde Burbach in Wahlbach eine dreigruppige Kita zu bauen, für die noch ein Träger gesucht werden müsste.
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  • In dem Waldstück, der an den Bolzplatz Bitze grenzt, plant die Gemeinde Burbach in Wahlbach eine dreigruppige Kita zu bauen, für die noch ein Träger gesucht werden müsste.
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tile Holzhausen/Wahlbach. Landauf, landab vermeiden es Kommunen seit einigen Jahren, selbst Kindergärten zu bauen. Vielerorts liegt dies an einer angespannten Haushaltslage, ein anderer Grund ist die komplexe Bedarfsplanung, die bei der jährlichen Berechnung scheinbar Kapriolen schlägt. Stattdessen werden Investoren gesucht, die trotz Planungsunsicherheiten das Risiko zu bauen auf sich nehmen. Zwar sind Geburtenzahlen eine Größe, auf denen man Prognosen aufbauen kann, die aber aufgrund des bedingt kalkulierbaren Anmeldeverhaltens der Eltern sowie durch verschiedene Gruppenzusammensetzungen stark von den Annahmen abweichen können.
Umso beachtlicher ist, was Burbach – als finanziell gesunde Kommune – nun plant: Sie nimmt das Heft selbst in die Hand und will als Bauherr zwei Kitas bauen.

Ü-3- und U-3-Plätze fehlen

Wie Ralf Pohlmann, Sachgebietsleiter beim Kreis, während der Ratssitzung im Mai erklärte, fehlen für das Kindergartenjahr 2019/2020 im Gemeindegebiet 13 Ü-3-Plätze und zehn U-3-Plätze – zwei zusätzliche Gruppen werden also benötigt (die SZ berichtete). Kurzfristig sollen Übergangslösungen garantieren, den Bedarf ab Sommer zu decken.Namentlich geht es um die Standorte Holzhausen und Wahbach. In den vergangenen zehn Jahren wurden beide Standorte bereits zwei- bzw. dreimal ausgebaut, um den (wieder) wachsenden Bedarf – Gründe dafür sind der 2013 eingeführte Rechtsanspruch der Kinder (nicht der Eltern!) auf einen Kita-Platz sowie eine zuletzt steigende Geburtenrate – zu erfüllen. Von diesem „Stückwerk“ hat man im Burbacher Rathaus nun offensichtlich genug. Statt an beiden Standorten einen weiteren Anbau zu realisieren, schlägt die Verwaltung in einer aktuellen Vorlage für die zuständigen Fachausschüsse sowie den Rat vor, dass die Gemeinde selbst als Investor von gleich zwei Neubauten auftreten soll.

Ein Argument: künftige Mieteinnahmen

Begründet wird dies in beiden Fällen „vor dem Hintergrund der zu generierenden Mieteinnahmen“. Ein detailliertere Kostenschätzung werde noch erarbeitet, heißt es weiter. Offen ist derzeit also, wann sich die Maßnahmen amortisieren und die Kommune tatsächlich Gewinne durch die Vermietung an entsprechende Kita-Träger einfahren würde.
Darüber hinaus gibt es standortbezogene Faktoren, die die Verwaltung zu diesem Vorschlag bewogen haben. In Holzhausen sei mit dem DRK als Träger der Kita „Unterm Sternenhimmel“ und dem ausführenden Architekten bereits besprochen worden, einen für dieses Jahr geplanten Gruppen-Anbau noch zu stoppen, „da es aus Sicht der Verwaltung kontraproduktiv wäre, jetzt eine Gruppe anzubauen und dann kurze Zeit später wieder eine Gruppe anzubauen“, heißt es in der Vorlage. Zudem sei es die „sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung“ im Bereich des Außengeländes die erforderlichen Gruppen an den Neubaubereich anzudocken. Mit Blick auf die Probleme mit Dämmung, Fenster und Heizung sei der Altbau abzubrechen, um auf dieser Fläche wiederum das Außenspielgelände neu zu konzipieren und zu organisieren, wird argumentiert.

Ersatzbau fürs DRK, neue Kita auf der Bitze

In Wahlbach wiederum verbietet sich ein vierter Anbau in zehn Jahren an der ev. Kita schon deswegen, weil der ev. Kirchenkreis als Träger (EKIKS) signalisiert habe, keine weitere Gruppe mehr aufzunehmen. Daher möchte die Verwaltung hier eine dreigruppige Einrichtung neu bauen, für den auch ein neuer Träger gesucht werden müsste.
Während der Neubau in Holzhausen auf dem bestehenden Areal der DRK-Kita vorgesehen wäre, hat die Verwaltung für die neue Kindertagesstätte in Wahlbach das an den Bahngleisen grenzende gemeindliche Grundstück zwischen Brückenstraße und „Zur Bitze“ ins Auge gefasst (das Waldstück am Bolzplatz Bitze).

Zunächst Übergangslösungen ab Sommer

Parallel zu den Neubauplänen soll die Lokalpolitik außerdem grünes Licht für provisorische Flächen der Übergangslösungen geben. Für Holzhausen schlägt die Verwaltung ein gemeindliches Grundstück unterhalb der Sporthalle und des Kindergartens für die Realisierung der temporären Modullösung vor. Alles andere als eine Wunschlösung zieht das Rathaus für die modulare Kurzzeitlösung in Wahlbach in Betracht: einen Teilbereich des Grundschulschulhofs.
Schon in der Ratssitzung im Mai versah Bürgermeister Christoph Ewers diese Fläche mit der „Fußnote“, dass die Übergangslösung nicht länger als ein Jahr bestehen dürfe, weil die Gemeinde schnell ihren Schulhof wieder zurückhaben wolle. Als Investor und Bauherr einer neuen Einrichtung wäre die Kommune selbst Herr des Verfahrens – und auch verantwortlich für den Zeitplan der Maßnahme.
Nach Vorberatungen im Ausschuss für Schulen, Kultur, Sport und Soziales sowie im Haupt- und Finanzausschuss sollen die Fraktionen im Rat (9. Juli) noch vor der Sommerpause über die Vorschläge der Verwaltung abstimmen.

In dem Waldstück, der an den Bolzplatz Bitze grenzt, plant die Gemeinde Burbach in Wahlbach eine dreigruppige Kita zu bauen, für die noch ein Träger gesucht werden müsste.
Die Pfade auf der dicht bewachsenen Bitze sind bei den Jugendlichen als Dirt-Bike-Strecke beliebt. Sollte der Neubau hier entstehen, müssten sich die jungen Biker eine neue Strecke suchen.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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