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Gebetsbriefkästen als Draht zu Gott
Hallo, lieber Gott, hier spricht Burbach

Franziska Brandt und Marius Klein leerten am Samstag erstmals den Gebetsbriefkasten der Jesus Freaks in der Römerpassage. Franziska ist jetzt für die weitere Zustellung „nach ganz oben“ verantwortlich.
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  • Franziska Brandt und Marius Klein leerten am Samstag erstmals den Gebetsbriefkasten der Jesus Freaks in der Römerpassage. Franziska ist jetzt für die weitere Zustellung „nach ganz oben“ verantwortlich.
  • Foto: Tim Lehmann
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tile Burbach. Hallo, lieber Gott, hier spricht Burbach. So lassen sich in Anlehnung an einen Jugendbuch-Klassiker die nächsten Wochen in der Gemeinde Burbach überschreiben. Anlässlich der Allianz-Gebetswoche hatte Birgit Meier-Braun, ermutigt durch ihren Hauskreis, die Idee, Gebetsbriefkästen im öffentlichen Raum aufzustellen. Sie sprach mögliche „Paten“ an, ob sie sich um jeweils eine Einwurfstation kümmern könnten. Der Gedanke fiel auf fruchtbaren Boden, acht Kirchengemeinden und andere Einrichtungen sagten zu und treten nun bewusst allgemein als Burbacher Christen bei der Aktion in Erscheinung. „Es ist eine ökumenische Initiative“, freut sich die Initiatorin über die breite Akzeptanz unter den evangelischen, katholischen und freikirchlichen Akteuren.

tile Burbach. Hallo, lieber Gott, hier spricht Burbach. So lassen sich in Anlehnung an einen Jugendbuch-Klassiker die nächsten Wochen in der Gemeinde Burbach überschreiben. Anlässlich der Allianz-Gebetswoche hatte Birgit Meier-Braun, ermutigt durch ihren Hauskreis, die Idee, Gebetsbriefkästen im öffentlichen Raum aufzustellen. Sie sprach mögliche „Paten“ an, ob sie sich um jeweils eine Einwurfstation kümmern könnten. Der Gedanke fiel auf fruchtbaren Boden, acht Kirchengemeinden und andere Einrichtungen sagten zu und treten nun bewusst allgemein als Burbacher Christen bei der Aktion in Erscheinung. „Es ist eine ökumenische Initiative“, freut sich die Initiatorin über die breite Akzeptanz unter den evangelischen, katholischen und freikirchlichen Akteuren.

Paten tragen Gebetsanliegen vor Gott

Das Prinzip ist simpel: Menschen, „die keinen direkten Draht zu Gott haben“, sollen dabei unterstützt werden, ihre Gebetsanliegen dennoch vorzubringen, beschreibt Birgit Meier-Braun. Gerade in der Corona-Krise bräuchten einige Hilfe dabei. Sie schreiben ihre Nöte, Ängste und Sorgen aber auch Freude und Dankbarkeit auf und werfen sie ein. Ganz anonym. Die jeweiligen Briefkastenpaten tragen die Gebetsanliegen dann in ganz unterschiedlicher Art und Weise vor Gott. Das kann im Zoom-Treffen des Hauskreises geschehen, im Rahmen einer heiligen Messe oder im stillen, ganz intimen Zwiegespräch durch jemanden, der das Aufgeschriebene im Gebet nach „ganz oben“ adressiert.

Briefkasten soll ermutigen

„Aus eigenem Erleben weiß ich, dass viele Menschen nicht persönlich beten können – sie haben es nie gelernt oder scheuen davor zurück. Aber ein Gebet abzugeben damit es andere stellvertretend vor Gott aussprechen, das trauen sich doch einige“, sagt Jochen Loos, Geschäftsführer der Christlichen Seniorenhäuser Lützeln. „So ist der Briefkasten Ermutigung, Gott ernst zu nehmen und kann der Beginn einer persönlichen Beziehung zu Gott sein. Ich finde die Aktion prima. Hoffentlich nutzen viele diese tollen Möglichkeiten.“ Auch an der Tagespflege Dresselndorf steht ein Briefkasten, geleert wird er von den Gemeinden in der Umgebung.

Briefkasten wird regelmäßig geleert

„Zu Corona-Zeiten muss man sich neue Dinge ausdenken“, sagt Marius Klein, Leiter der Jesus Freaks. Daher sei man von der Aktion gleich angetan gewesen. „Dazu braucht man Leute die sich kümmern, die haben wir.“ Franziska Brandt wird den Briefkasten regelmäßig leeren, am Samstag zog sie die erste Post heraus. Gemeinsam mit Ylva Schauster ist sie für die Gebetsanliegen zuständig. Es sei eine wichtige Aktion, sagt sie: „Viele Leute, die keine Verbindung zum Glauben haben, finden hier trotzdem eine letzte Instanz bei Problemen. Sie sollen wissen, dass sie nicht allein gelassen werden.“ Sie ist gespannt auf den Inhalt, die Beschriftung lässt erahnen, dass versöhnliche Gedanken aufgeschrieben wurden: „Briefkasten der Dankbarkeit“ steht auf dem Kuvert.

Zu zweit im stillen Gebet

Dennoch wird jeder künftige Brief eine „Wundertüte“ sein. „Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt“, sagt Marius Klein. „Vielleicht sind Dinge dabei, bei denen wir auch erst einmal schlucken müssen.“ Wie Franziska und Ylva mit den Gebetsanliegen umgehen, lässt sich daher nicht verallgemeinern. Allein seien sie mit dieser Verantwortung nicht. Bei hartem Tobak „gibt es genügend Leute, die wir um Rat fragen können“, vertraut Franziska auf die Unterstützung der Gemeinschaft im Glauben. Zunächst ist geplant, sich zu zweit im stillen Gebet der Anliegen anzunehmen. Sobald die Situation wieder Präsenzgottesdienste zulässt, könnten sie auch dort oder dienstags während der Abendgebete aufgegriffen werden, ergänzt Marius.

Von der Römerpassage zum Skate-Park

Die Jesus Freaks wollen aus dem zunächst für vier Wochen geplanten Angebot sogar eine Dauereinrichtung machen, verrät Marius. Noch steht ihr etwas aufgepeppter Briefkasten in der Römerpassage im Ortskern, perspektivisch soll er auf dem Skate-Park am Burbacher Sportplatz, dessen Umgestaltung und Ausbau geplant ist, einen Platz haben. Dort soll vor allem eine jüngere Zielgruppe – Kinder, Jugendliche und junge Familien – den Postkasten füttern.

Franziska Brandt und Marius Klein leerten am Samstag erstmals den Gebetsbriefkasten der Jesus Freaks in der Römerpassage. Franziska ist jetzt für die weitere Zustellung „nach ganz oben“ verantwortlich.
Jeder Brief ist eine Wundertüte.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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