Handgefertigte Heizjacken fürs Supermikroskop

Burbacher Firma eltherm sorgt mit für ein fehlerfreies Funktionieren von Bessy II

szBurbach. »Bessy« ist nicht etwa die Schwester von »Nessy«, jenem Ungeheuer aus dem Loch Ness, das alle Jahre wieder durch die Schlagzeilen spukt. Aber ein wenig unheimlich ist »Bessy« auch - zumindest für Laien, verbirgt sich doch hinter dem schlichten Namen der modernste Elektronenspeicherring Deutschlands. Und der ging vor kurzem auf dem Gelände der ehemaligen DDR-Akademie der Wissenschaften in Berlin-Adlershof in Betrieb (die SZ berichtete). Genaugenommen war es eigentlich Bessy II, die da im Beisein von politischer Prominenz per Knopfdruck gestartet wurde. Ihre »Vorgängerin« ist bereits seit längerem in Berlin-Wilmersdorf in Betrieb.

Spuren führen ins Siegerland

Wer die Entstehungsgeschichte von Bessy II nachverfolgt, wird dabei auch auf Spuren stoßen, die bis ins Siegerland führen. Die Burbacher Firma eltherm Elektrowärmetechnik GmbH hat nämlich mit dazu beigetragen, daß das Supermikroskop für Atome fehlerfrei arbeitet. Heizjacken waren es, die die Burbacher lieferten. Daß hiermit keine gewöhnlichen Wärmespender gemeint sind, sondern hochspezialisierte Vakuumheizjacken, versteht sich fast von selbst. Doch warum muß das Supermikroskop beheizt werden? Um diese Frage beantworten zu können, ist ein Blick ins Innenleben dieses Elektronenspeicherrings nötig: Bessy I und II stellen sogenanntes Synchrotonlicht für die Forschung und die Industrie zur Verfügung. Die Sychrotonstrahlung macht Dinge sichtbar, die das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmen kann, weil es nur einen Teil des gesamten Lichtspektrums sieht. Das Synchrotonlicht entsteht in einem 240 Meter langen Ring, wenn dort leichte, geladene Teilchen, die annähhernd mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, von einem Magneten radial abgelenkt werden. Solche leichten, geladenen Teilchen können zum Beispiel Elektronen sein. Die Beschleunigung dieser leichten Teilchen können zum Beispiel Elektronen sein. Die Beschleunigung dieser leichten Teilchen kann ausschließlich in einem Ultrahochvakuum erfolgen. Ein solches Ultrahochvakuum ist reiner als Luft, genaugenommen 1 Million x 1 Million mal »sauberer«. Eine der Voraussetzungen zur Herstellung eines Ultrahochvakuums ist Hitze. Die einzelnen Kammern, Rohre und sonstigen Teile des Synchrotonringes müssen mindestens auf 220 Grad Celsius aufgeheizt werden. Und genau an dieser Stelle kommt das Burbacher Unternehmen zum Zuge: Die Firma eltherm ist für die Beheizung der Bauteile mit paßgenau angefertigten Heizjacken zuständig. »Bundesweit gibt es nur ca. drei bis vier Anbieter, die diese hochspezialisierten Vakuumjacken liefern können«, betont Anke Breit von der Firma eltherm. Bei der Vergabe des Auftrages dürfte den Burbachern zugute gekommen sein, daß sie individuell nach Kundenwunsch planen und fertigen. So sind auch Bessys Heizjacken in Handarbeit entstanden. Bei Bedarf können sie immer wieder abgenommen und neu montiert werden. Doch nicht nur solche Spezialaufträge werden von dem Unternehmen ausgeführt. Das Lieferprogramm umfaßt elektrische Beheizungen aller Art. Die kommen dann allerdings einfach »von der Stange«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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