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Kritik an Holzhausener Unternehmensgruppe
Hering schließt Essener Niederlassung

Frostige Zeiten bei Hering Bahnbau. Die Niederlassung in Essen soll geschlossen werden. Aus dem Hauptsitz in Holzhausen heißt es, der Standort sei nicht rentabel und habe zuletzt Verluste in siebenstelliger Höhe eingefahren.
  • Frostige Zeiten bei Hering Bahnbau. Die Niederlassung in Essen soll geschlossen werden. Aus dem Hauptsitz in Holzhausen heißt es, der Standort sei nicht rentabel und habe zuletzt Verluste in siebenstelliger Höhe eingefahren.
  • Foto: Tim Lehmann
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sz/tile Holzhausen. Die IG Bau übt scharfe Kritik an der Hering Unternehmensgruppe aus Burbach-Holzhausen. Trotz „guter Wirtschaftslage“ plane man, die Essener Niederlassung der Hering Bahnbau GmbH zu schließen. Rund 60 Beschäftigten drohe der Jobverlust, Hering spricht von 50 Mitarbeitern. Eine echte Perspektive habe die Gleisbaufirma ihren Mitarbeitern bisher nicht aufgezeigt, kritisiert Sven Bönnemann, stellvertretender Regionalleiter der IG Bau Westfalen. „Die Betroffenen sind entsetzt, dass Hering bislang keine Lösung für eine Weiterbeschäftigung bietet.“

„Uns wurde einfach gesagt, ,Ihr seid zu teuer’“, sagt der Betriebsratsvorsitzende des Essener Standortes, Michael Weiher. Am 23. Februar sei das Aus verkündet worden.

sz/tile Holzhausen. Die IG Bau übt scharfe Kritik an der Hering Unternehmensgruppe aus Burbach-Holzhausen. Trotz „guter Wirtschaftslage“ plane man, die Essener Niederlassung der Hering Bahnbau GmbH zu schließen. Rund 60 Beschäftigten drohe der Jobverlust, Hering spricht von 50 Mitarbeitern. Eine echte Perspektive habe die Gleisbaufirma ihren Mitarbeitern bisher nicht aufgezeigt, kritisiert Sven Bönnemann, stellvertretender Regionalleiter der IG Bau Westfalen. „Die Betroffenen sind entsetzt, dass Hering bislang keine Lösung für eine Weiterbeschäftigung bietet.“

„Uns wurde einfach gesagt, ,Ihr seid zu teuer’“, sagt der Betriebsratsvorsitzende des Essener Standortes, Michael Weiher. Am 23. Februar sei das Aus verkündet worden. Man werde oft auf Baustellen nahe Frankfurt oder Wiesbaden eingesetzt. Die Akquise laufe zentral über Burbach, aber Essen werde jetzt für die hohen Reise- und Montagekosten zur Verantwortung gezogen. Der Hauptsitz sei erst kurz vor Weihnachten von Essen nach Burbach verlegt worden. „Wir sind ja eins, wir sind der Bahnbau“, versteht der Betriebsratsvorsitzende nicht, warum der Standort nun allein schuld an mutmaßlichen Einbußen haben soll. „Das ist aus der Luft gegriffen.“

Gewinn von 300 000 Euro

Die Schließung verwundert die IG Bau umso mehr, da „der Gleisbau, flankiert durch enorme Investitionen aus Bund, Ländern und Kommunen, einen regelrechten Boom“ erlebe, sagt Sven Bönnemann. Trotz Corona habe die Hering Bahnbau GmbH insgesamt einen Gewinn von 300 000 Euro eingefahren. Die Industriegewerkschaft fordert daher, den Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung zu ermöglichen.

Die Hering-Geschäftsleitung erklärt dazu: Mit der Essener Niederlassung habe „man sich Chancen ausgerechnet, in den großen Bahninvestitionsvorhaben des Ruhrgebietes eine gute Auslastung für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ein interessantes Geschäft zu finden. Diese Hoffnung hat sich als falsch erwiesen.“ Vielmehr sei 2018 und 2019 projektbezogen ein siebenstelliger Verlust erzielt worden. 2020 habe es in Essen gar kein Projekt mehr vor Ort gegeben. Zwar gebe es interessante Bauprojekte, aber in NRW herrsche ein „zuweilen ruinöser Wettbewerb“, sodass die Preise für den Standort nicht rentabel seien. Nach betriebswirtschaftlicher Analyse sei man zu dem Schluss gekommen, „dass es vernünftig ist, den Standort Essen zu schließen“. Avisiert ist demnach ein Ende des Betriebs für den Oktober dieses Jahres.

"Keine anderen Unternehmensbereiche in Gefahr"

Am 23. April beraten Gewerkschaft und Betriebsrat gemeinsam mit der Geschäftsführung und einem Sachverständigen über die weitere Vorgehensweise. Bisherige Gespräche seien ergebnislos geblieben, da der Arbeitgeber „offensichtlich schon länger fest entschlossen ist, den Betrieb zu schließen“ und die Schließung als „alternativlos“ ansehe, kritisiert die IG Bau.

Annette Hering erklärt auf SZ-Anfrage, man habe den Entwurf eines Sozialplans vorgelegt. Zum Thema Job-Alternativen: „Wir selbst sehen da keine Chancen“, so die Geschäftsführerin. Und abschließend: Weitere Standortschließungen seien nicht geplant, und „es sind keine anderen Unternehmensbereiche in Gefahr“.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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