Hickengrundhalle wird bald saniert

Rat entschied hinter verschlossenen Türen:

Konzept von 3,8 auf 2,1 Mill. DM abgespeckt / SPD gegen »Subventionierung der Gaststätte«

Niederdresselndorf. Die Würfel für die Sanierung der Hickengrundhalle sind gefallen. In einer nichtöffentlichen Sondersitzung bestand jetzt laut Mitteilung der SPD-Fraktion mit der CDU Einigkeit darüber, großen und kleinen Saal, Bühne und Haustechnik für rund 1,5 Mill. DM zu sanieren. Die Umsetzung der vorgestellten Ideenskizze für ein optimales Sanierungsprogramm hätte rund 3,8 Mill. DM gekostet. Der Rat setzte aber den Rotstift an und speckte diese Ideallösung auf eine nunmehr mit rund 2,1 Mill. DM veranschlagte Variante ab.

Keine kostendeckende Miete möglich

Unterschiedlicher Auffassung waren die Fraktionen, was die Modernisierung der Gaststätte und der Wohnung angeht. Hermann Schäfer in der Pressemitteilung: »Die SPD-Fraktion unterstützt die Sanierung der Hickengrundhalle für die Dorfbevölkerung, Vereinsfeiern und als Spielstätte für kulturelle Veranstaltungen. Die Pläne zur Modernisierung der Gaststätte und der Wohnung lehnt die SPD als Steuerverschwendung ab, weil nach unserer Einschätzung keine kostendeckende Miete erzielt werden kann. Das hat Bürgermeister Hermann-Josef Droege in einer Sitzungsvorlage auch bestätigt.«

Auf Vorschlag der SPD, so heißt es weiter, sollen auch eine Behindertentoilette, eine zeitgemäße und moderne Bühnenausstattung sowie neue Tische und Stühle für den großen Saal vorgesehen werden.

Die CDU-Mehrheitsfraktion habe sich mit dem Bürgermeister aber auch in Sachen Gaststätte und Wohnung durchgesetzt, die für rund 600000 DM ebenfalls saniert werden sollen, obwohl nach Ansicht der Oppositionspartei »hierfür keine wirtschaftlichen Gründe sprechen«. Allein die Herrichtung der 82 qm großen Wohnung solle rund 235000 DM kosten.

»Mit der Kommunalaufsicht gedroht«

Obwohl Bürgermeister Droege »uns mit der Kommunalaufsicht des Kreises Siegen-Wittgenstein gedroht hat, wenn wir öffentlich Details nennen«, nennt der SPD-Fraktionschef die Fakten in einer Pressemitteilung. Schäfer bemängelt: »Es wurde von der Verwaltung leider nicht geprüft, welche Kosten bei einem Verzicht auf eine grundlegende Erneuerung von Wohnung und Gaststätte entstehen, wenn nur Renovierungen durchgeführt und die Gaststätte den Vereinen zur Eigenbewirtschaftung überlassen würde.« Das Gegenargument der CDU, die Wohnung müsse für einen Hausmeister in der Hickengrundhalle erhalten werden, sehen die Sozialdemokraten nicht so, weil durch die Schließung der Luisenschule in Oberdresselndorf die Arbeitskapazität des Schulhausmeisters in Niederdresselndorf nicht mehr ausgelastet sei.

Keine Konkurrenz zur Gastronomie

Nicht zuletzt lehne die SPD die zusätzlichen Kosten auch mit Blick auf die über 60 Mill. DM Schulden der Gemeinde Burbach ab. Sie könne »keinesfalls durch zusätzliche Kreditaufnahmen ein unrentierliches gastronomisches Projekt finanzieren«. Die Gemeinde, so Schäfer weiter, sollte sich grundsätzlich nicht unternehmerisch betätigen und damit in Konkurrenz zum örtlichen Gaststättengewerbe treten. Die jährliche Subvention sollte man lieber angesichts des Reparaturstaus in marode öffentliche Gebäude – beispielsweise die Schulen – investieren. Auch Vereine klagten über mangelnde Unterstützung und in Kindergärten fehlten dringend notwendige Räumlichkeiten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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