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Sorgen um nächste Vierbeinergeneration
Hunde bleiben auf der Strecke

Uschi Loth in ihrem Element: Im anhaltenden Lockdown darf sich die Hundeliebhaberin aber nur um ihre eigenen Vierbeiner kümmern. Einzel- und Gruppentrainings mit fremden Hunden sind in NRW verboten.
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  • Uschi Loth in ihrem Element: Im anhaltenden Lockdown darf sich die Hundeliebhaberin aber nur um ihre eigenen Vierbeiner kümmern. Einzel- und Gruppentrainings mit fremden Hunden sind in NRW verboten.
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pm Lippe. Spaziergänge sind an den sonnigen Wintertagen des anhaltenden Corona-Lockdowns der Deutschen liebster Zeitvertreib. Häufig dabei: der Deutschen liebstes Haustier, der Hund. Zumeist angeleint und entspannt, eher selten ungestüm und aufgebracht bellend. Noch. Denn während in Politik und Gesellschaft die Sorgen um die Sozialkompetenz der jungen Menschengeneration wachsen, drohen auch bei den Vierbeinern Probleme. Der Grund: Schon seit Anfang November sind Hundeschulen in Nordrhein-Westfalen vollumfänglich geschlossen.

„Ende des Jahres werden wir viele pöbelnde, nicht sozialisierte Hunde haben“, glaubt Uschi Loth, Leiterin des Hundezentrums Siegerland.

pm Lippe. Spaziergänge sind an den sonnigen Wintertagen des anhaltenden Corona-Lockdowns der Deutschen liebster Zeitvertreib. Häufig dabei: der Deutschen liebstes Haustier, der Hund. Zumeist angeleint und entspannt, eher selten ungestüm und aufgebracht bellend. Noch. Denn während in Politik und Gesellschaft die Sorgen um die Sozialkompetenz der jungen Menschengeneration wachsen, drohen auch bei den Vierbeinern Probleme. Der Grund: Schon seit Anfang November sind Hundeschulen in Nordrhein-Westfalen vollumfänglich geschlossen.

„Ende des Jahres werden wir viele pöbelnde, nicht sozialisierte Hunde haben“, glaubt Uschi Loth, Leiterin des Hundezentrums Siegerland. Auf dem ehemaligen Militärgelände auf der Lipper Höhe ist zurzeit nur ihr Hundebedarfsshop geöffnet, Einzeltrainings oder gar Gruppenkurse dürfen sie und ihre vier Mitarbeiter aber nicht anbieten.

Uschi Loth in ihrem Element: Im anhaltenden Lockdown darf sich die Hundeliebhaberin aber nur um ihre eigenen Vierbeiner kümmern. Einzel- und Gruppentrainings mit fremden Hunden sind in NRW verboten.
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„Das ist ja eigentlich absurd, denn im Shop ist es viel enger, auch wenn ich alles nur mit Terminen mache“, so Uschi Loth. Auf dem 70 000 Quadratmeter großen Freigelände und in den belüfteten Hallen sei dagegen kontaktloses Training problemlos durchführbar. Loth: „Abstand kann da gar kein Thema sein. Das ist es, was ich nicht verstehe. Auch für die Kunden ist es nicht nachvollziehbar, weshalb genau das untersagt ist.“

Gruppentraining in Haiger

Die bittere Krönung: Während das Hundezentrum Siegerland geschlossen ist, wird im wenige Kilometer entfernten Haiger sowie bei der nahen Konkurrenz in Rheinland-Pfalz sogar Gruppentraining mit bis zu zehn Personen angeboten. „Das sind Ungerechtigkeiten, die mich ärgern. Statt diesem Hickhack mit unterschiedlichen Regelungen müsste mal Klarheit geschaffen werden. Eine Regelung darf in diesen Zeiten ruhig streng sein – aber sie sollte in allen Bundesländern einheitlich sein“, fordert Uschi Loth.

Von weiteren Klagen sind die Hundetrainerin und ihre Angestellten indes weit entfernt. Zwar habe sie die im März vergangenen Jahres geflossene staatliche Unterstützung von 9000 Euro fast gänzlich zurückzahlen müssen, das sei aber nicht ihr Problem. „Ich will gar keine Hilfe mehr, denn das ist alles Augenwischerei. Ich gehe auch nicht an der Schließung kaputt, denn ich bin sehr sparsam und gebe nur das aus, was ich sicher habe“, erklärt Uschi Loth. Sorgen um ihr Lebenswerk macht sich die 68-Jährige, die das Hundezentrum vor 16 Jahren auf der Lipper Höhe aufgebaut und etabliert hat, nicht.

Uschi Loth in ihrem Element: Im anhaltenden Lockdown darf sich die Hundeliebhaberin aber nur um ihre eigenen Vierbeiner kümmern. Einzel- und Gruppentrainings mit fremden Hunden sind in NRW verboten.
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Nicht mehr ihrem Beruf nachkommen und den Charakter ihrer vierbeinigen Zöglinge in die richtigen Bahnen lenken zu können, wurmt sie vielmehr. „Wir wollen unseren Hundeleuten helfen, denn die haben in diesen Zeiten auch Not“, stellt Uschi Loth klar. Deswegen steht sie aktuell telefonisch kostenfrei und nach bestem Gewissen für Nachfragen zur Verfügung. „Die Hundeleute halten sehr toll zusammen. Wenn das nicht so wäre, hätte ich wahrscheinlich schon dicht gemacht, aber wir bekommen so viel Zuspruch, dass es einen aufrecht hält. Mir liegen die Hunde und Menschen einfach am Herzen und deshalb möchte ich gerne telefonisch helfen“, so die Leiterin.

Kein Gehör in der Politik 

Klar ist aber auch: Unterstützung aus der Ferne kann das persönliche Training auf Dauer nicht ansatzweise ersetzen. Ihr Fachbereich brauche zumindest eine Perspektive, so Uschi Loth. „Über uns wird als kleine Branche in der Politik kein Wort verloren. Wir und unsere Kunden müssen aber auch erfahren, wie es weitergeht.“ Schulen für „Zweibeiner“ haben durch die bevorstehende Teilöffnung eine Perspektive bekommen. Für Hundeschulen steht dieser Schritt noch aus…

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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