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Schäferhundverein nutzt Sportplatz in Lützeln
Hundetraining erhitzt die Gemüter

In Lützeln sorgend derzeit Schäferhunde für ordentlich dicke Luft.
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  • In Lützeln sorgend derzeit Schäferhunde für ordentlich dicke Luft.
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Der Platz sei Allgemeingut sagen die Anwohner. Ob die Hundezüchter dort trainieren dürfen, wird jetzt geklärt. Sogar die Bezirksregierung ist eingeschaltet.

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Der Platz sei Allgemeingut sagen die Anwohner. Ob die Hundezüchter dort trainieren dürfen, wird jetzt geklärt. Sogar die Bezirksregierung ist eingeschaltet.

tin Lützeln. Markus Langer wohnt seit 2008 in Lützeln. Nicht weit vom schönen Sportplatz auf über 600 Meter Höhe entfernt. Seit ungefähr zwei Jahren trifft sich dort mittwochs und samstags die damals neugegründete Ortsgruppe Hickengrund des Deutschen Schäferhundvereins. Sie nutzen die Sportstätte als Hundeübungsplatz. Daran stören sich Langer und ein paar weitere Anwohner sehr. Die Hunde seien laut. Es sei außerdem gefährlich, dort vorbeizulaufen, weil der Platz nicht umzäunt ist und die großen Tiere auch auf den Wanderwegen trainieren. Ganz besonders ärgert Langer: Die Nutzung wurde einfach so an den Bürgern vorbeientschieden. 

Schäferhundverein Hickengrund: Für Nutzung des Sportplatzes als Übungsplatz wird Geld bezahlt

Für die Nutzung des Sportplatzes zahlt ein Vereinsmitglied dem Eigentümer, der Haubergsgenossenschaft Lützeln, monatlich einen festen Betrag. Wie Stephan Götz der Vereinsvorsitzende erklärt, hält der neue Verein den Platz seitdem aber auch in Schuss. Aber was macht der Verein da genau? "Schäferhunde sind vom Wesen gut. Da wird viel aber auch durch Training und Sport gesteuert. Das wird vererbt. Zucht ist bei uns deshalb immer auch Training", sagt Götz. Viele Schäferhunde werden später zu Diensthunden (zum Beispiel für die Polizei) ausgebildet. „Der Grundstein dafür wird bei uns in den Vereinen gelegt." Die Vierbeiner müssen dafür bestimmte Prüfungen ablegen. Wenn ein Schuss mit einer Platzpatrone ertönt, müssen sie ruhig bleiben. Fährtenarbeit sei auch wichtig. Die Schäferhunde lernen etwa, Filz von Holz oder Leder zu unterscheiden. 

"Es kommen da teilweise Leute von ganz weit weg. Ich habe schon polnische Kennzeichen gesehen. Wenn am Wochenende mehrere Hunde bellen, hallt das runter bis ins Tal", sagt Lange. Götz kann den Ärger nicht nachvollziehen. Der Lärm vom Flugplatz etwa sei viel lauter. Die Ortsgemeinschaft hätte den Verein positiv empfangen. Schätzten sogar, dass dort oben wieder Leben ist. Der Platz sei offen und könne weiterhin von Allen genutzt werden. Häufig würden Kinder zeitgleich Fußball spielen, wenn die rund 20 Vereinsmitglieder mit ihren Hunden vor Ort sind. Die Frage ist allerdings – darf der Verein den Platz überhaupt nutzen? 

Schäferhundverein Hickengrund: Anwaltskanzlei eingeschaltet

Dazu haben Langer und ein paar Mitstreiter bereits im vergangenen Jahr eine Anwaltskanzlei eingeschaltet, die sie selbst finanzieren. 6000 Euro hat sie das bisher gekostet. Schnell war klar: Das Bauamt des Kreises Siegen-Wittgenstein muss über die Nutzung entscheiden. Die Kanzlei schrieb an den Kreis – der wollte das prüfen, doch dann passierte lange nichts. Langer holte noch die Meinung einer zweiten Kanzlei, diesmal aus Köln, ein. Die kam zu dem Schluss: Der Kreis wolle das Ganze aussitzen. Daraufhin wandte sich Langer mit einer Rechtsaufsichtsbeschwerde an die Bezirksregierung in Arnsberg. Am 17. März 2022 war das.

Der aktuelle Stand ist, dass Arnsberg sich mit der Sache befasst. An Langer schrieb die Bezirksregierung, man habe beim Kreis zur Klärung des Sachverhalts ergänzende Unterlagen angefordert. Dieser bat um eine Fristverlängerung und holte sich zusätzliche Informationen beim Schäferhundverein ein. Der SZ gegenüber bestätigte der Kreis: „Eine erste planungsrechtliche Prüfung hat ergeben, dass die Nutzungsänderung zu einem Hundeübungsplatz wahrscheinlich zulässig sein dürfte." Seit August 2021 liege auch ein entsprechender Bauantrag vor.

Schäferhundverein Hickengrund: Behörde prüft derzeit, untersagt aber keine Nutzung

Doch darf der Hundeverein auf dem Platz trainieren, wenn der Antrag noch nicht durch ist? Laut Langers Anwälten nicht. So etwas ginge eigentlich nur, wenn 100-prozentig klar ist, dass es eine Genehmigung geben wird. Der Kreis sagt aber nur: es spreche nach Prüfung durch die untere Bauaufsichtsbehörde vieles dafür. Deswegen habe man von einer Nutzungsuntersagung während des laufenden Verfahrens abgesehen.

Langer würde sich wünschen, dass bald endlich klar geregelt ist, was der Verein dort darf und was nicht. An einem gemeinsamen Tisch im Dorfgemeinschaftshaus saßen die Parteien schon mal. Doch eine Einigung damals hätte rechtlich wohl auch keinen Wert gehabt. Über eine Nutzungsänderung muss die entsprechende Behörde entscheiden.

Autor:

Nico Tielke

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