Kandidatenkarussell dreht sich in Burbach

Wahl soll möglichst mit Landratswahl am 15. Juni erfolgen

dibi Burbach. Der Weggang von Bürgermeister Hermann-Josef Droege war gestern das Gesprächsthema Nummer eins im südlichen Siegerland. Dass er den Job im Rathaus nicht bis zur Pension erfüllen würde, dies war vielen Beobachtern schon länger klar. Dass er jetzt aber bei der IHK in Siegen als Geschäftsführer einsteigt, davon war nicht nur CDU-Fraktionschef Thomas Helmkampf überrascht: »Er hat uns am Donnerstag zum Ende unserer Fraktionssitzung diesen Schritt angekündigt.« Dies sei für ihn zwar »etwas plötzlich und ohne Vorahnung« gekommen, dennoch fühle man sich in den Reihen der CDU vom Bürgermeister »jetzt nicht im Stich gelassen«. Helmkampf: »Wir sind ihm dankbar für das Geleistete!« Wenn man sich vom Schock erholt habe, solle schnellstens die Marschrichtung festgelegt werden: »Am liebsten wäre uns eine Anbindung an die Landratswahl am 15. Juni!« Diesen Termin favorisiert auch die Kommunalaufsicht im Kreishaus.

Gewählt werden muss der Nachfolger auf jeden Fall vom Volk. Die Amtszeit würde dann bis 2009 laufen, so dass die Burbacher bei der regulären Kommunalwahl in 2004 nicht den Bürgermeister erneut wählen müssten. Die CDU will Ende der Woche das weitere Vorgehen abstimmen.

Die SPD-Fraktion saß bereits gestern zusammen und beriet, wie man sich auf diese neue Situation einstellen will. Fraktionschef Hermann Schäfer: »Dass Hermann-Josef Droege Burbach nur als eine Zwischenstation seiner Laufbahn betrachtete, war mir schon längst klar.« Und weil Burbach dringend »Veränderungen braucht«, werde man nach einem eigenen Kandidaten schnellstens Ausschau halten. Dies habe die Fraktion in den nächsten Monaten eh auf dem Plan gehabt, nun müsse es halt etwas zügiger vonstatten gehen, wenn auch die politische Großwetterlage derzeit Vorteile für die CDU offenbare. Generell könne er verstehen, dass sich Droege jetzt diesem »besseren Job« zuwende. »Keine Repräsentationspflichten und eine geregeltere Arbeitszeit« als im Amt des Bürgermeisters seien sicher eine Verbesserung im Vergleich zum bisherigen Aufgabengebiet.

Mit jedem Wechsel wird natürlich sofort auch die Gerüchteküche in Sachen Nachfolger angeheizt. Für die SPD läge es Nahe, den Beigeordneten Karl-Hermann Schmidt in Erwägung zu ziehen. Doch der 56-Jährige erteilte solchen Gedankengängen gestern gegenüber der SZ eine klare Absage: »In meinem Alter ist das kein erstrebenswertes Ziel mehr.«

»Kein Interesse, der Job im Kreishaus bereitet mir nach wie vor viel Spaß«, winkte auch Reinhard Kämpfer auf Anfrage der SZ gestern erneute Offerten ab. Der Amtsleiter (u.a. Wirtschaftsförderung) war bereits 1998 einmal von der Burbacher SPD hofiert worden. Ohne Erfolg.

Volkmar Klein: Andere Lebensplanung

Seitens der CDU fiel am Wochenende immer wieder der Name des am Samstag frisch gekürten CDU-Kreisvorsitzenden: Volkmar Klein. Der 43-jährige Burbacher war ja als Nachfolger von Hartmut Hering bereits bis zur Wahl Droeges ehrenamtlicher Bürgermeister. 1992 trat er als damals jüngster Bürgermeister in NRW an, bevor er sich intensiver seinem Landtagsmandat zuwandte. Dort sieht er auch weiterhin den Schwerpunkt seiner politischen Tätigkeit: »Wir wollen 2005 die Wahl gewinnen, dann gibt es genug zu tun in Düsseldorf! Das Amt des Bürgermeisters entspricht nicht meiner derzeitigen Lebensplanung.« Wir werden jetzt in Ruhe nach einem geeigneten Kandidaten Ausschau halten, erklärte der Burbacher Ratsherr gestern gegenüber der SZ.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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