Fusion für Sparkasse Burbach-Neunkirchen kein Thema
Kein "Hochzeitsantrag" vom großen Partner

Der Vorstand der Sparkasse Burbach-Neunkirchen um Markus Keggenhoff (links) und Frank Podehl berichteten von einem Betriebsergebnis „auf gutem Niveau“.
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tile Burbach. Die Sparkasse Burbach-Neunkirchen ist gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. Der Vorstand Markus Keggenhoff und Frank Podehl berichteten im Burbacher Bürgerhaus am Donnerstag von einem Betriebsergebnis „auf gutem Niveau“, die Bilanzsumme erhöhte sich von 572 Millionen Euro im Vorjahr auf 649 Millionen Euro (Plus von 77 Millionen). Eine Fusion mit einer benachbarten Sparkasse ist weiterhin kein Thema. Dazu gebe es „aus wirtschaftlichen Gründen keinen Anlass“, sagte Markus Keggenhoff, der im September die Nachfolge des im Mai plötzlich verstorbenen Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Franz angetreten hatte. Einen „Heiratsantrag“ habe es nicht gegeben. „Wir sind ein kleines Haus und wollen das auch bleiben“, ergänzte Frank Podehl. Aktuell verzeichnet die Sparkasse Burbach-Neunkirchen 15 300 Privat- und 1700 Geschäftsgirokonten.

Das Geschäftsjahr 2020 im Überblick:

Die Pandemie: Die neun Geschäftsstellen wurden Corona-gerecht ausgestattet. Die vier kleinsten Filialen mussten im ersten Lockdown sowie aktuell aus Platzgründen geschlossen werden. Die Geldautomaten sind weiter zugänglich. 600 „Care-Anrufe“ wurden im ersten Lockdown getätigt, um Kunden Hilfe und Unterstützung anzubieten. Das Risiko durch Währungsschwankungen bei Auslandsgeschäften war ein Beratungsschwerpunkt für international tätige Unternehmen. Firmen nahmen in der Krise sowohl die zinsgünstigen Darlehensprogramme der KfW als auch hauseigene Finanzierungslösungen in Anspruch. Insgesamt wurden gewerbliche Kredite in Höhe von 73 Millionen Euro in die Bücher geschrieben – 35 Prozent mehr als im Vorjahr (54 Millionen Euro). Das Brutto-Neugeschäft im Bereich Leasing betrug 4 Millionen Euro (plus 20 Prozent).

Digitalisierung: Die Internetfiliale war mit rund einer Millionen Besuchen der höchstfrequentierte Kundenkontaktpunkt (etwa 30 Prozent Zuwachs). Die Sparkassen-App wird von fast 50 Prozent der Kunden genutzt. Das elektronische Postfach ist ein wichtiger Kanal geworden, über den Kontoauszüge, digitale Verträge und Dokumente versendet werden.

Bargeldloses Bezahlen: Die Nutzung von Geldautomaten hat um 23 Prozent abgenommen. Bereits vor Corona wurden monatlich über 1000 Bezahlvorgänge über Android-Handys registriert. 2020 wurde zusätzlich ApplePay für das iPhone eingeführt (Auswertung liegt noch nicht vor). „Die Deutschen hängen am Bargeld, aber der Trend zum bargeldlosen Bezahlen ist unumkehrbar“, beschreibt Frank Podehl die Entwicklung. Weiteres Indiz: Mit monatlich rund 1000 Transaktionen hat sich die Handy-zu-Handy-Zahlungsfunktion für Kleinbeträge „KWITT“ etabliert (Zuwachs 40 Prozent).

Das Zahlen mit der Karte oder mit dem Handy hat im vergangenen Jahr noch einmal verstärkt zugenommen.
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Sicherheit: Der Austausch sensibler Daten und die Kommunikation mit Kunden über digitale Kanäle sowie das bargeldlose Bezahlen werfen die Frage nach der Sicherheit auf. Diese „wird durch die verschlüsselte Übertragung aller Daten gewährleistet“, sagt Markus Keggenhoff. Es würden ausschließlich deutsche Server genutzt. Tests, etwa von Stiftung-Warentest und der Zeitschrift Capital, bestätigten, „wir haben eine der besten Banking-Apps Deutschlands“.

Immobilienmarkt: Was wollen die Kunden in der anhaltenden Niedrigzins-Phase? „Häuser. Häuser. Häuser“, sagt Frank Podehl. Neuzusagen über 30 Millionen Euro für private Wohnungsfinanzierungen wurden erteilt, Bausparverträge in Höhe von 14 Millionen Euro abgeschlossen. Zudem vermittelte das Institut 51 Immobilien verschiedener Art (im Vorjahr 52) für rund 10 Millionen Euro. Es hätten viel mehr sein können, die Nachfrage ist extrem hoch. In den vergangenen zehn Jahren sind die Preise deutlich gestiegen. 2011 wurden noch 50 Immobilien im Wert von 4,7 Millionen Euro vermittelt.

Versicherungen: Die Nachfrage nach Rentenversicherungen ist weiter gestiegen. Die Provinzial-Versicherungsagentur schloss hier Policen über eine Versicherungssumme von insgesamt 10,5 Millionen Euro ab – ein neuer Rekordwert.

Die Nachfrage nach Rentenversicherungen ist weiter gestiegen.
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Anlagengeschäft: Trotz des Corona-Einbruchs im Frühjahr wurde das gesteckte Ziel beim Wertpapierabsatz mit 40 Millionen Euro brutto „deutlich übertroffen“, sagt Markus Keggenhoff. Zwar lag der Bruttoabsatz 2019 sogar bei 57 Millionen Euro, aber das Ergebnis 2018 (37 Millionen Euro) wurde ungeachtet der Turbulenzen an den Börsen übertroffen. Kurz vor Weihnachten wurde das Portfolio um das „Solit Edelmetalldepot“ ergänzt, eine Anlagemöglichkeit in Gold und Edelmetalle auch für kleine Beträge.

Förderung vor Ort Die Sparkasse Burbach-Neunkirchen präsentierte sich auch 2020 als Förderer der Region. Insgesamt unterstützte das Institut Vereine und nicht-profitorientierte Organisationen in Burbach und Neunkirchen mit Fördergeldern in Höhe von 335 000 Euro. Darüber hinaus flossen 200 000 Euro in das Vermögen der sparkasseneigenen Stiftung. Das Stiftungskapital ist seit 1999 von 150 000 D-Mark auf aktuell über 4 Millionen Euro angewachsen. Aus den Kapitalerträgen fließen jährlich Fördermittel in gemeinnützige Projekte vor Ort. Für 2021 sind bereits Fördermittel von rund 75 000 Euro zugesagt.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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