SZ

Verkehrssituation an der Burbacher Grundschule in Wahlbach
Konzept lässt auf sich warten

So soll es sein: Bis kurz vor Schulschluss haben die Busse in dafür vorgesehenen Bereichen gewartet. Erst wenige Minuten vor dem Gong fahren sie an die Haltestelle der Schule. Der Gehweg bleibt frei – das war in der Vergangenheit häufig anders.
  • So soll es sein: Bis kurz vor Schulschluss haben die Busse in dafür vorgesehenen Bereichen gewartet. Erst wenige Minuten vor dem Gong fahren sie an die Haltestelle der Schule. Der Gehweg bleibt frei – das war in der Vergangenheit häufig anders.
  • Foto: Tim Lehmann
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

tile Wahlbach. Vor bald vier Jahren hatte die SPD-Fraktion im Burbacher Rat ein Konzept zur Verkehrsberuhigung an der Burbacher Grundschule in Wahlbach beantragt. Die Begründung: In dem Bereich komme es bei Überquerung der Straßen „zu lebensgefährlichen Situationen der Schüler und Schülerinnen durch zu schnell fahrende Autos“. Der Beschluss im Dezember 2015 fiel einstimmig aus, die Verwaltung wollte „speziell im Hinblick auf eine Fahrbahnerhebung/Plateauaufpflasterung bis ca. 3 Meter in die angrenzenden Straßen“ ein Konzept ausarbeiten. Dies jedoch liegt immer noch nicht vor, wie die Sozialdemokraten monieren.

Die generelle Sorge ist indes nicht geringer geworden.

tile Wahlbach. Vor bald vier Jahren hatte die SPD-Fraktion im Burbacher Rat ein Konzept zur Verkehrsberuhigung an der Burbacher Grundschule in Wahlbach beantragt. Die Begründung: In dem Bereich komme es bei Überquerung der Straßen „zu lebensgefährlichen Situationen der Schüler und Schülerinnen durch zu schnell fahrende Autos“. Der Beschluss im Dezember 2015 fiel einstimmig aus, die Verwaltung wollte „speziell im Hinblick auf eine Fahrbahnerhebung/Plateauaufpflasterung bis ca. 3 Meter in die angrenzenden Straßen“ ein Konzept ausarbeiten. Dies jedoch liegt immer noch nicht vor, wie die Sozialdemokraten monieren.

Die generelle Sorge ist indes nicht geringer geworden. Eltern sowie Lehrkräfte, Kita-Erzieherinnen und eben die Genossen sehen durch die anstehenden Baumaßnahmen an Austraße und Brückenstraße weiteres Gefahrenpotenzial auf ihre Kinder zukommen. Wenn demnächst im Baugebiet am Ende der Austraße die ersten Häuser gebaut werden und auf der Bitze der neue Kindergarten errichtet wird, dann würden zunehmend Lkw Schule und ev. Kindertagesstätte passieren, so die simple Rechnung. Zudem werde gerade die Brückenstraße häufig zu schnell befahren, es fehlten Querungshilfen für die Schüler, Schulbusse hielten auf den Gehwegen, sodass nicht einmal ein Kind mit Roller vorbeikomme, beschrieben zu Beginn des Schuljahres betroffene Eltern rund um den Schulpflegschaftsvorsitzenden Christian Barf der SZ bei einem Vororttermin die Lage aus ihrer Sicht.

Derzeit läuft alles entspannt und gestittet

Gerade zu den Stoßzeiten (Bringzeit/Schulbeginn 7.45 bis 8 Uhr und Holzeit/Schulschluss um 12.30 Uhr) komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Dies alles sei bekannt, aber das politisch geforderte Konzept lasse immer noch auf sich warten, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzende Nicole Schoeppner durchaus verärgert. Die Eltern wiederum kritisierten, auch die Schule nehme das Thema nicht so ernst, wie man es sich wünsche.

Die Siegener Zeitung hat sich in den vergangenen Wochen in mehreren Stippvisiten ein Bild von der Verkehrslage gemacht, u. a. dreimal zu besagten Stoßzeiten (einmal morgens, zweimal mittags). In diesen Zeiten kam es zu keinen gefährlichen Momenten. Zwar ist auffällig, dass Autofahrer bergab auf der gut ausgebauten Brückenstraße die erlaubten 30 km/h mindestens gerne ausreizen, aber wirkliche Raser waren – zum Glück – nicht unterwegs. Die Busfahrer warten in den ihnen zugewiesenen Bereichen („An der Bahn“ und Jung-Stilling-Straße).

Was ebenfalls auffiel: Die Schüler bewegen sich im Verkehrsraum überaus aufmerksam und umsichtig, bleiben auf den Bürgersteigen, achten auf den Verkehr. Man habe viel mit den Kindern gesprochen und geübt, erklärte eine Lehrerin vor Schulbeginn. Und: Die Situation sei im laufenden Halbjahr deutlich entspannter als in der Vergangenheit. Von der Polizei kommt überdies die Information, dass der Bereich kein Unfallschwerpunkt sei.

"Berliner Kissen" wohl keine Option

Nichtsdestotrotz gibt es den politischen Auftrag an die Verwaltung, sich über den Verkehrsbereich Gedanken zu machen. Gerade auch mit Blick auf den künftigen Baustellenverkehr sind die Sorgen der Eltern sicher berechtigt. Insbesondere beim Abbiegen größerer Fahrzeuge wie Transporter und Lkw (ggf. von ortsunkundigen Fahrern geführt) von der Brückenstraße links in die Austraße Richtung Neubaugebiet, kann es buchstäblich eng werden.

Dessen ist man sich im Rathaus bewusst. Und untätig sei man dort nicht gewesen, wie Jochen Becker, zuständiger Fachbereichsleiter in Ordnungs- und Schulangelegenheiten, auf Nachfrage versicherte. In der Lindenstockstraße habe man die sogenannten Berliner Kissen getestet, die zunächst auch als verkehrsberuhigende Maßnahme im Bereich Grundschule angedacht waren. Die Erfahrungen hätte jedoch die Verwaltung nicht überzeugt. Zwar hätten Pkw abgebremst, Transporter und Lkw jedoch kümmerten sich um diese Bodenschwellen kaum, so Becker. Im Gegenteil verschärften sie bei gleichbleibender Geschwindigkeit die Probleme, da zum einen eine erhöhte Lärmbelästigung registriert worden sei, zum anderen eine regelrechte „Sprungschanzensituation“ entstanden sei.

Förderantrag zur externen Betrachtung gestellt

Also: Keine Berliner Kissen in Austraße und Brückenstraße. Der von Eltern geforderte Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) wird wegen der Tempo-30-Regelung ohnehin Wunschdenken bleiben. Was bleibt noch an Möglichkeiten? Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde man einen der neuen Speed-Smileys dort installieren. Der in Würgendorf zeige Wirkung, so Becker. Und: Die Kommune habe sich gemeinsam mit der Gemeinde Neunkirchen bei der Bezirksregierung um eine Förderung zur Betrachtung der Schulwege bzw. der Verkehrsräume rund um die Schulen beworben (Bewerbungsfrist war der 30. September). Die Verwaltung verspreche sich einiges von der Beratung externer Fachleute, sagte der Fachbereichsleiter.

Vor allem mögliche Standorte, um Hol- und Bringzonen einzurichten, sollen ermittelt werden, nannte Becker ein Ziel. Denn die Parksituation sei ebenfalls ein Problem. Man könnte versuchen, durch ein Bonuspunkte-System für die Klassen mehr Schüler „alleine laufen zu lassen“. Auch das Projekt „gelbe Füße“ werde interessiert verfolgt. Dabei werden auf Gehwegen gelbe Füße aufgesprüht, die den Schülern anzeigen sollen: Hier kann ich gehen. Übergänge werden mit einem Strich markiert, an denen die Kinder stehen bleiben und gucken sollen.

Baumaßnahmen wären Eingriffe in intakte Straße

Bauliche Maßnahmen, etwa längere Aufpflasterungen (Plateaus) seien mit größeren Eingriffen an der noch sehr gut erhaltenen Straße verbunden, wie Timo Förster vom Fachbereich 2 (u. a. Tiefbau) erklärte. Das Anlegen von Beeten, die die Fahrbahn verengen, sei allein wegen der Vielzahl an Versorgungsleitungen schwierig. Wolle man das anpacken, sei es ratsam, den gesamten Kreuzungsbereich zu betrachten bzw. zu planen – sofern man sich (politisch) doch dazu entschließe, baulich aktiv zu werden.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil
Lokales
Unter Siegerländer Artikeln finden Besucher der SZ-Homepage derzeit zahlreiche Angebote von Siegener Händlern. Möglich macht das die Kooperation mit dem hiesigen Start-up-Unternehmen mapAds. Mit dem innovatien Digitalmarketing-Werkzeug lassen sich Angebote von Handel und Dienstleistung einfach digitalisieren und bald über viele zusätzliche Kanäle publizieren.

Start-up mapAds und Vorländer Mediengruppe
Angebote einfach digitalisieren und publizieren

sz Siegen. Die Vorländer Mediengruppe arbeitet weiter konsequent an der Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Während die Zeitungsproduktion weiter das Kerngeschäft und das wichtigste Standbein des Verlages bleiben wird, investiert Vorländer selbstbewusst und entschieden in moderne Strukturen, neue Technologien und die Digitalisierung. Mit dem Digitalen arbeiten„Wir sind überzeugt davon, dass die Zukunft darin liegt, nicht gegen das Digitale, sondern mit dem Digitalen zu arbeiten. Wir sehen das...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen