Kulturkreis wird aufgelöst

Gestern fiel auf der Wasserscheide ein einstimmiger Beschluss, und es gab Dissonanzen

ciu Würgendorf. Der Kulturkreis um die Wasserscheide ist Geschichte. Nun ja, beinahe. Gestern Abend wurde auf der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen, den Verein aufzulösen (über die Ursachen berichtete die SZ vorab ausführlich). Beinahe kurz und schmerzlos wirkte das Verfahren, nachdem zuvor lange mit Herz, Trotz und auch Ärger über die Verteilung des Restvermögens gestritten worden war. Ludwig Sahm hatte den schriftlichen Ergänzungsantrag zur Tagesordnung gestellt, der Kulturkreis möge einen bestimmten Betrag dem Förderverein zur Erhaltung des Heimhof-Theaters zukommen lassen. Dass sei, das habe er sorgfältig geprüft, satzungsgemäß. Dass nun über diesen Antrag vor der Entscheidung über eine mögliche Vereinsauflösung beschlossen werden und dass das am Ende übrig bleibende Geld allein nach Burbach (anstatt anteilig an alle vier beteiligten Kommunen) gehen sollte, rief Widerspruch hervor. Zum Beispiel von Dr. Gerhard Zoubek, Bürgermeister der Stadt Haiger. Der fühlte sich im Vorfeld übergangen, weil nicht informiert, sprach von »einem Spiel, das dieser Veranstaltung nicht würdig« sei und von »Geheimdiplomatie«. Sein Wilnsdorfer Amtskollege, Werner Büdenbender, warf den Begriff »Burbach-Connection« in die Runde im voll besetzten Saal des Hotels Windeck. Sachlich stellte Anne Lück, in Neunkirchen Kulturausschussvorsitzende und stellv. Bürgermeisterin, fest, dass diese Diskussion zeige, wie sehr sich die Spielstätten des Kulturkreises auseinander gelebt hätten. Emotional der Beitrag von Erika Georg, Schriftführerin des Vereins, die Ludwig Sahm vorwarf, dem Kulturkreis mit seinem Antrag »den letzten Todesstoß« zu versetzen. »Darüber könnte man heulen.« Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers wies den Vorwurf eines »Komplotts« zurück und verwies auf die Satzung des Kulturkreises, die eindeutig dem Heimhof-Theater einen Schwerpunkt im kulturellen Leben rund um die Wasserscheide zuspreche. Weshalb eine finanzielle Förderung durchaus redlich sei. Jetzt also werden, das ist mehrheitlich beschlossen, 15000 Euro an den Förderverein Heimhof gehen; der wiederum will das Geld für den Ankauf eines Parkplatz-Geländes verwenden. Marginal zu nennen waren ob dieser »heißen« Debatte die Berichte aus dem Vorstand (sicher interessant: in den letzten Monaten waren rund 40 Austritte zu verzeichnen) und die Wahlen zum Vorstand. Vorsitzende Petra Thielmann, die gestern aus persönlichen Gründen verhindert war, stand bekanntlich nicht mehr zur Wahl; Vorschläge für diesen Posten hatte die Versammlung keine. Somit war die Richtung klar: Auflösung des Vereins. Die muss nun am Mittwoch, 13. September, 19 Uhr, im Hotel Windeck besiegelt werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.