Lehrmeister mit Klöpfel und Eisen

Hugo Hellwig (87) beendete Tätigkeit als VHS-Kursleiter/Sturm und Eggeling folgen nach

dibi Burbach. Der Tipp des Experten hört sich einfacher an, als er in die Tat umzusetzen ist: »Du nimmst ein Stück Holz und schnitzt alles weg, was nicht Elch ist!« Mit diesem Ratschlag hat Hugo Hellwig so manchen Neuling im Umgang mit Klöpfel und Schnitzeisen ins Schwitzen gebracht. Nach 46 Jahren legte er am Montag zumindest offiziell das Werkzeug zur Seite. »Das Hobby gebe ich aber keinesfalls auf«, signalisierte er den Teilnehmern des VHS-Kurses in der Burbacher Hauptschule, dass auch in Zukunft noch die eine oder andere Überraschung aus dem heimischen Hobbykeller kommen dürfte.

Um das Jahr 1960 hat der heute 87-Jährige die Liebe zur Schnitzerei entdeckt. Willi Reifferscheidt war für ihn wie viele andere Hobbyschnitzer ein Vorbild: »Bei ihm habe ich begonnen und seit 1997 habe ich ihm bei den Kursen zur Seite gestanden.« Als Reifferscheidt dann altersbedingt aufhörte, trat Hugo Hellwig im Jahr 2000 gemeinsam mit Ernst Sturm aus Wahlbach die Nachfolge in der Kursleitung an.

»Eigentlich wollten wir einmal gemeinsam aufhören, doch ich werde Werner Eggeling noch eine Weile unterstützen«, berichtete Sturm, der seit fast 30 Jahren schnitzt, bei der Verabschiedung und Vorstellung des neuen VHS-Kursleiters. Werner Eggeling, von Hause aus als Konstrukteur im Berufsleben in der Metallbranche aktiv gewesen, begann vor vier Jahren mit der Holzbearbeitung. Als Kursleiter hat er vor rund 30 Jahren schon einmal gewirkt: »Damals habe ich den Kurs Technisches Zeichnen in Kreuztal geleitet.« Daher traut er sich zu, auch in Sachen Holzschnitzen sein selbst angeeignetes Wissen an Interessierte weitergeben zu können. Die Kurse sind in Burbach stets gut belegt. Durchschnittlich zehn bis 15 Personen lassen sich in die Geheimnisse der Hölzer und Schnitzeisen einweisen.

»Hugo war ein kritischer Lehrmeister im Umgang mit Klöpfel und Eisen, aber mit sehr großer Geduld«, lobten ihn die Absolventen des am Montag beendeten Lehrgangs. Der gelernte Maler und Lackierer sowie begeisterte Pilot: »Gute Nerven habe ich wohl durch die Fliegerei. Ich habe zwar mit 80 die Lizenz abgegeben, ich fliege aber immer noch gerne mit anderen Piloten und teste meine Fähigkeiten, am liebsten bis ich 100 werde.«

Besondere Kunstwerke wusste er auf Anhieb im Gespräch mit der Siegener Zeitung nicht zu nennen: »Jedes neue Werk ist ein Erfolg.« Ob Eule, Elch, Henner und Frieder oder ein Wegweiser nach Tanvald, jedes Kunstwerk zeigt, dass Hugo Hellwig stets mit großer Liebe zum Detail zu Werke ging.

Sichtlich gerührt nahm er zum Abschied Dank und Anerkennung sowie einen Präsentkorb von seinen Nachfolgern entgegen: »Da fehlen mir die Worte!«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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