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Bücherei soll in Römer-Passage umziehen
Literatur gegen den Leerstand

Die Römer-Passage ist in den vergangenen Jahren „ausgeblutet“. Mit der Bücherei soll neues Leben einkehren – vorrangig in die Ladenlokale der ehemaligen Filiale der Bäckerei Rothe, der Post sowie der leerstehenden Gewürzdiele (unten v. l.).
  • Die Römer-Passage ist in den vergangenen Jahren „ausgeblutet“. Mit der Bücherei soll neues Leben einkehren – vorrangig in die Ladenlokale der ehemaligen Filiale der Bäckerei Rothe, der Post sowie der leerstehenden Gewürzdiele (unten v. l.).
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tile Burbach. Der Leerstand in der Römer-Passage – für viele Burbacher ein Trauerspiel. Das einst als Filetstück angedachte, charmante Einkaufscenter erwies sich in den vergangenen Jahren als Sorgenkind. Eines, um das sich Verwaltung und Politik wieder etwas intensiver kümmern, sprich: das sie aufwerten möchten, und zwar durch den Umzug der Gemeinde-Bücherei. Damit soll dem „Patienten“ Römer-Passage nicht nur neues Leben eingehaucht werden, auch die gut angenommene Bibliothek soll weiter zukunftssicher gemacht werden.

In der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses sowie des Schul- und Kulturausschusses am Montag stellte das Rathaus nun das Konzept vor.

tile Burbach. Der Leerstand in der Römer-Passage – für viele Burbacher ein Trauerspiel. Das einst als Filetstück angedachte, charmante Einkaufscenter erwies sich in den vergangenen Jahren als Sorgenkind. Eines, um das sich Verwaltung und Politik wieder etwas intensiver kümmern, sprich: das sie aufwerten möchten, und zwar durch den Umzug der Gemeinde-Bücherei. Damit soll dem „Patienten“ Römer-Passage nicht nur neues Leben eingehaucht werden, auch die gut angenommene Bibliothek soll weiter zukunftssicher gemacht werden.

In der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses sowie des Schul- und Kulturausschusses am Montag stellte das Rathaus nun das Konzept vor. Demnach soll die Bücherei in die Räume der ehemaligen Bäckerei-Rothe-Filiale, der Gewürzdiele Jung sowie der noch bestehenden Postfiliale umziehen; die Ladenlokale müssten entsprechend der neuen Nutzung umgebaut werden – und zwar barrierefrei (durch Plattformlifte). Für die Bibliothek würde dies eine Verdopplung der aktuellen Fläche von 211 auf 431 Quadratmeter bedeuten. Dies entspreche im Hinblick auf eine „multifunktionale Nutzung“ einer von Büchereiplanern empfohlenen Größe, erklärte Bürgermeister Christoph Ewers.

Generationenübergreifender Treffpunkt

Mit dem neuen Standort würde auch eine strategische Neuausrichtung der Bücherei einhergehen. Zwar stelle die Einrichtung mit ca. 12.000 Medien (inklusive E-Medien und Onlineausleihen) schon jetzt eine „vorbildliche Verknüpfung zwischen Bücherei und Lehrplan der Burbacher Grundschulen einen besonderen Baustein im Rahmen der Burbach-Initiative ,Lebenswerte Dörfer’ dar“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Aber man sehe nun die Chance, einen „generationenübergreifenden gesellschaftlichen Treffpunkt“ zu entwickeln. So ist beispielsweise vorgesehen, dort eine „temporäre Zweigstelle“ des Familienbüros einzurichten. Ein weiterer Vorteil: Man spare die Miete für den jetzigen Standort der Bücherei, die derzeit in nicht gemeindlichen Räumlichkeiten untergebracht ist.

Die Aufgabe bestehe darin, die Bücherei aus ihrer „versteckten Ecke“ herauszuholen und „in einen attraktiven Standort zu bringen“, beschrieb Beate Schlabach vom Fachbereich Bauen, Wohnen und Umwelt die Vorgabe. Insgesamt kalkuliert die Kommune mit Kosten in Höhe von 786.700 Euro. Darin enthalten sind der barrierefreie Ausbau, der Rückbau technischer Anlagen, der Einbau einer neuen Lüftung und neuer Elektroleitungen sowie eine behindertengerechte Toilettenanlage.

Gute Chancen auf 50-Prozent-Förderung

Als Teil der Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) 2025 und einer grundsätzlichen Zusage der Bezirksregierung Arnsberg dürfe die Gemeinde eine 50-prozentige Förderung des Projekts erwarten, verweist die Verwaltung in ihrer Vorlage auf die hohe Wahrscheinlichkeit, Fördermittel zu akquirieren.

Während die meisten Fraktionen der Planung – und damit einem weiteren Schritt weg von einem Einkaufs- hin zu einem Dienstleistungszentrum – wohlgesonnen sind, sähe es die UWGB lieber, hier, mitten im Burbacher Ortskern, altengerechte Wohnungen zu schaffen. Sebastian Schoeppner fragte angesichts der Verwaltungspläne, ob das Gesamtkonzept für die Römer-Passage richtig sei. Man habe nichts gegen eine Bücherei, ergänzte Armin Schneider. Ganz im Gegenteil. Aber nicht zwingend auf dieser Fläche. Auch die CDU habe über Wohnungen in dem Komplex nachgedacht, verriet Fraktionschef Thomas Helmkampf. Und für die obere Etage lohne es sich in Zukunft vielleicht, darüber nachzudenken.

Umbau in Wohnungen zu aufwändig und teuer

Natürlich sei der Gedanke nicht abwegig, räumte Christoph Ewers ein. Allerdings: „Für den Umbau in Wohnungen muss man erst einmal einen Investor finden“, zeigte sich der Bürgermeister skeptisch. Zumal man dann über ganz andere Investitionssummen für einen Umbau reden müsste. Die Gemeinde würde ein solches Projekt jedenfalls nicht schultern, wobei der Bau von Wohnungen nicht zu den originären Aufgaben eine Kommune zähle.

Schließlich empfahlen die Fachausschüsse dem Rat mit großer Mehrheit, die Gesamtkonzeption zu verabschieden und den Betrag von 786.700 Euro zzgl. weiterer 110.000 Euro für die ergänzende Innenausstattung in den Haushalt 2020 einzustellen.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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