Luxus des schönen Scheins

„Samt, Seide und andere Kostbarkeiten“ nannte Elisabeth Gräbener ihre dritte Ausstellung in der Alten Vogtei in Burbach, die am Freitag eröffnet wurde und bis zum 21. Mai 2010 läuft.  Foto: la
  • „Samt, Seide und andere Kostbarkeiten“ nannte Elisabeth Gräbener ihre dritte Ausstellung in der Alten Vogtei in Burbach, die am Freitag eröffnet wurde und bis zum 21. Mai 2010 läuft. Foto: la
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la Burbach. Was ist Luxus? Die Definition variiert. Für den Duden ist Luxus gleichzusetzen mit Verschwendung und Prunksucht, für Elisabeth Gräbener ist Luxus, zu malen, sich zu beschäftigen mit den schönen Dingen des Lebens und alles in Bilder umzusetzen. Luxuriös ist für sie aber auch der Schleier, das zarte Gewebe des Saris oder der Spitzenfächer.

„Samt, Seide und andere Kostbarkeiten“ heißt ihre dritte Ausstellung in der Alten Vogtei, die am Freitagabend mit beachtlicher Publikums-Resonanz eröffnet wurde. Die Französin, die in Neunkirchen wohnt und zuletzt das Märchenbuch „Die arme Prinzessin Sieglinde – oder wie die Kartoffel ins Siegerland kam“ (Text Katrin Mehlich) illustrierte, variiert Themen in dieser Ausstellung in mehreren Maltechniken. Mal in Aquarell, mal in Acryl, dupliziert sie ein Motiv immer wieder, setzt damit immer neue Akzente. Mal setzt sie auf zarte Farben, dann wieder auf die Wirkung von Schwarz und Weiß.

Vergleicht man die neuen Arbeiten mit denen der letzten Ausstellung „Bewegte Momente“, dann wird eines deutlich: Elisabeth Gräbener bewegt sich unaufhaltsam vom Gegenständlichen hin zur Abstraktion, zur Konzentration auf das Wesentliche. Sehr deutlich wird das bei ihrer Hommage an Marilyn Monroe. Auf dem schwarzen Hintergrund kann man den Körper jener Frau, die man auch die moderne Venus titulierte, nur ahnen. Dafür sieht man ihr hauchdünnes Kleid – statt im Unschuldsweiß in einem orangefarbenen Ton – wie es im Wind des Luftschachts flattert. Eine Filmszene, die mit dem einstigen Sex-Symbol unsterblich wurde. Für Elisabeth Gräbener vermittelt die Kombination von Bewegung und Stoff das Leben pur.

Statisch, auf das Schöne konzentriert, sind nur ganz wenige Motive, wie die Frauen im Sari. Die Aquarell-Technik unterstreicht noch die Leichtigkeit des Stoffs, die Zartheit der Farben, die schlichte Eleganz der Frau. Ihre anderen Sujets leben, scheinen sich unentwegt zu bewegen. Selbst das Kerzenlicht in den Windlichtern flackert, die Wäsche auf Leine bewegt sich im Wind des Morgens.

Katrin Mehlich, die die Gäste im Namen der Gemeinde begrüßte, hatte für die Ausstellung einen einzigen, passenden Ausdruck: „Wunderschön.“ In die Galerie der „Kostbarkeiten“ führte Kerstin Cameron ein, für die die Präsentation ein Beispiel ist, wie vielfältig und faszinierend Kunst ist. Sie, die selbst Künstlerin ist, bescheinigte Elisabeth Gräbener, das Thema wunderbar umgesetzt zu haben und durch die verschiedenen Techniken, mit sich wiederholenden Motiven, ganz neue Blickwinkel geschaffen zu haben.Eine andere künstlerische Seite wird Elisabeth Gräbener zeigen, wenn sie für die Ballettschule Beate Klaas das Bühnenbild für die arme Prinzessin Sieglinde entwirft. Premiere hat das Ballett am Samstag, 12. Juni, 17 Uhr im Heimhof-Theater (Wiederholung am Sonntag, 13. Juni, 16 Uhr).Elisabeth Gräbener: „Samt, Seide und andere Kostbarkeiten“.Alte Vogtei Burbach, bis 21. Mai 2010.montags bis freitags 8.30 bis 13.30 Uhr, donnerstags bis 16.30 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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