Marschner verlässt den Siegerlandflughafen

Neues Konzept führt auch zu Personalveränderungen

dibi Lippe. Zum Jahrswechsel steht ein Wechsel auf dem Siegerlandflughafen ins Haus. »Ja, es stimmt, ich werde Ende Dezember meinen Schreibtisch räumen«, bestätigte der Geschäftsführer der Siegerlandflughafen GmbH, Christoph Marschner, gestern auf Nachfrage der SZ. In der vorigen Woche habe er die Mitarbeiter über seinen Weggang informiert. »Ich habe mich mit meinem Arbeitgeber über diesen Schritt einvernehmlich geeinigt,« erläuterte der 50-Jährige. Wo er in Zukunft tätig sein wird, wollte Christoph Marschner, der an den Wochenenden zwischen dem Siegerland und seiner Wahlheimat Nordfriesland pendelte, noch nicht sagen, weil er mit dem künftigen Arbeitgeber noch in Verhandlungen stehe.

Landrat Paul Breuer, Vorsitzender des Aufsichtsrates, erläuerte gestern Nachmittag auf Nachfrage der SZ, dass die personellen Veränderungen einher gehen mit einer Neuausrichtung der Konzeption des Siegerlandflughafens. Angesichts des jährlichen Defizits hatte der Kreistag bekanntlich neue Wege für den Airport gefordert. Der Aufsichtsrat soll in seiner Sitzung am 19. Dezember das neue Konzept nun an den Start bringen. Ziel, so Breuer, sei es, die Produkte des Flughafens noch stärker in die Betriebe im Dreiländereck zu bringen. Will heißen: Von der Lipper Höhe kann man schnell Mitarbeiter oder Ersatzteile zu Zielen in ganz Europa bringen. »Es soll weiter und noch stärker aufwärts gehen, das Defizit muss sinken«, brachte es der Landrat auf den Punkt.

Und da man kein Geld für mehr Personal habe, werde der künftige Geschäftsführer ein Mitarbeiter aus dem Kreishaus sein, der sich nicht zuletzt mit Blick auf das zu besiedelnde große Gewerbegebiet rund um den Airport vor allem in Sachen Liegenschaftsmanagement engagieren solle. Um das neue Konzept zum Erfolg zu führen, werde aber ein Fachlogistiker aus der Flughafenbranche neu eingestellt. Und mit Christoph Marschner habe man vereinbart, dass er für eine Übergangszeit weiter seine Erfahrungen einbringe.

Im Gespräch mit der SZ wollte Christoph Marschner gestern noch keine Bilanz seiner Tätigkeit auf der Lipper Höhe ziehen. Es sei aber eine »spannende Zeit gewesen, die viel Spaß gemacht« habe. Neben der Einführung des Instrumentenlandesystems waren sicher der Versuch der Einführung einer festen Fluglinie, die Bombenexplosion auf der Start- und Landebahn sowie zahlreiche Bautätigkeiten die markantesten Ereignisse seiner Arbeit.

Als Geschäftsführer präsentiert wurde Christoph Marschner am 17. Juni 1998 vom damaligen Oberkreisdirektor Karlheinz Forster (Vorsitzender des Aufsichtsrates der Siegerland-Flughafengesellschaft) und Ottmar Gontermann (Vorsitzender der Zweckverbandsversammlung). Pünktlich zum Pressetermin hielt Forster damals die Bewilligungsbescheide für Zuwendungen in Höhe von 1,36 Mill. DM vom Regierungspräsidium Münster in Händen, die Einstiegsfinanzierung für das lange ersehnte Instrumentenlandesystem.

Als Nachfolger von Reinhard Kämpfer trat Marschner seinen Dienst an. Der gebürtige Bergneustädter wechselte zunächst nach 13 Jahren bei der Deutschen Bundesbahn in die Luftfahrt. In Aschaffenburg und seit 1992 in Westerland auf Sylt war er als Geschäftsführer der dortigen Flughäfen tätig. Bereits seit 1976 war Marschner ehrenamtlicher Geschäftsführer des Sonderlandeplatzes Bergneustadt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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