Mehr als nur ein »Phantasieprojekt«

50 Jahre Hickengrundhalle: Großes Galakonzert am kommenden Samstag

sz Niederdresselndorf. 50 Jahre Hickengrundhalle sind Grund genug für eine besondere Galaveranstaltung. Auf Anregung der beiden Heimatvereine Ober- und Niederdresselndorfs kommt es am kommenden Samstag, 4. November, um 19.30 Uhr in der Hickengrundhalle zu einem großen Festkonzert. In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Gemeinde Burbach geben der MC Mozart Niederdresselndorf, der MGV 1897 Oberdresselndorf, der Singkreis Hickengrund, der MGV 1878 Holzhausen und der MGV Germania Lützeln ein Gemeinschaftskonzert, bei dem auch noch der Posaunenchor der Baptistengemeinde Oberdresselndorf und die Volkstanzgruppe des TV Dresselndorf mitwirken. Als Moderatoren fungieren die beiden Ortsvorsteher Erich Otto (Oberdresselndorf) und Rudi Georg (Niederdresselndorf). Der Ehrenbürger der Gemeinde Burbach und Zeitzeuge aus den Anfangsjahren, Egon Fey, wird die Anfänge noch einmal Revue passieren lassen, während der gebürtige Niederdresselndorfer Prof. Bernhard Dahm und Bürgermeister Christoph Ewers die Festansprache halten.

Viel Wagemut erforderte Mitte des vergangenen Jahrhunderts der Bau der bald überregional bekannten Hickengrundhalle. Hartnäckig blieben sie am Ball, die Mozartsänger aus Niederdresselndorf. 1949 regten sie den Bau eines, wie es in der Festschrift zur Einweihung der Hickengrundhalle am 14./15. April 1956 heißt, »Phantasieprojektes« an. Der Plan wurde zunächst auf Eis gelegt, jedoch wurde das Vorhaben nicht aus den Augen verloren.

Als 1951 in Gesprächen der beiden Gemeinden Nieder- und Oberdresselndorf mit den Bürgermeistern Hermann Nicolai und Roland Fey Einigkeit über ein Gemeinschaftswerk zustande kam, konnte 1952 der Grundstein für das damals im südwestfälischen Raum einmalige Bauobjekt gelegt werden. Die Bauarbeiten zogen sich über mehrere Jahre hin. Noch im Rohbau wurde 1954 das in der Gemeinde Oberdresselndorf stattfindende Hirtenjubiläum gefeiert.

Die Bürger und vor allem die Sänger legten bei den Bauarbeiten mächtig mit Hand an. Ein finanzieller Kraftakt für die beiden Gemeinden Nieder- und Oberdresselndorf blieb es für die damaligen Verhältnisse trotzdem. 120000 DM betrugen die Baukosten. Die Hickengrundhalle mauserte sich rasch zur Kulturstätte in der Region, wovon besonders auch der Kulturkreis um die Wasserscheide profitierte. Im Foyer zum Aufgang auf die Bühne und zu den Umkleideräumen zieren unzählige Plakate von weltbekannten Stars und Ensembles, die hier eine Gastrolle gaben, die Wände.

Der Kulturkreis um seinen unvergesslichen Vorsitzenden Robert Auchter erlebte, dank der geräumigen Hickengrundhalle, seine Blütezeit mit Gastrollen der Hoch- und Deutschmeister (1961), des Belgrader Nationalballetts, zahlreichen Veranstaltungen des Rheinischen Landestheaters und des Gießener Stadttheaters, der Engelfamilie, dem Medienterzett. Der »Ball am Dreiländereck« war eine besondere Zugnummer. Die Wiener Sängerknaben, der Warschauer Universitätschor und der Essen-Steeler Kinderchor, um nur einige zu nennen, sorgten in der Vergangenheit für vielseitigen Chorgesang in der Jubiläumshalle. Die heimischen Vereine mit ihren zahlreichen internationalen Verbindungen sorgten mit den Gastrollen von »Jung Wien«, dem Hadsund-Skole Orchester aus Dänemark und anderen für weitere Bereicherungen des kulturellen Lebens im Dreiländereck.

Nach wie vor spielt sich hier das kulturelle Leben besonders Ober- und Niederdresselndorfs ab. Für Konzerte, aber auch Familienfeiern aller Art ist die Hickengrundhalle eine gern in Anspruch genommene Lokalität. Dass die Hickengrundhalle von Beginn an der Bevölkerung und den Sängern am Herzen lag, zeigte auch die Beteiligung bei den in den vergangenen Jahren durchgeführten Renovierungsarbeiten. Erst in diesem Jahr wurde mit maßgeblicher Beteiligung der Vereine die längsseitige Überdachung der Halle durchgeführt. Das Gemeinschaftswerk steht auch heute noch Pate für das partnerschaftliche Miteinander der Bevölkerung beider Dörfer, für Kultur und Begegnungen in der Region.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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