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Jahresempfang der Gemeinde Burbach
Mehr Haltung!

Brunhilde Hecker erhielt von Burbachs Bürgermeister Christopf Ewers die Silbermedaille der Gemeinde überreicht.
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  • Brunhilde Hecker erhielt von Burbachs Bürgermeister Christopf Ewers die Silbermedaille der Gemeinde überreicht.
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tile Niederdresselndorf. „Haltung“ war am Sonntagabend das zentrale Wort in der Ansprache von Bürgermeister Christoph Ewers auf dem Jahresempfang der Gemeinde Burbach in Niederdresselndorf. Vor rund 180 Bürgerinnen und Bürgern in der gut besetzten Hickengrundhalle warf der Rathauschef zum einen einen Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung und zog zum anderen eine positive Bilanz des großen Jubiläumsjahrs 2019.

Nach einem träumerischen Einstieg durch ein Trio der Musikschule Burbach ergriff zunächst stellv. Bürgermeisterin Heide Heinecke-Henrich das Wort und begrüßte die Gäste zu diesem „Abend für das Ehrenamt“. „Unsere Gemeinde wäre nicht lebendig ohne Sie“, dankte sie den zahlreich erschienen Ehrenamtlern und Vertretern der Vereine.

tile Niederdresselndorf. „Haltung“ war am Sonntagabend das zentrale Wort in der Ansprache von Bürgermeister Christoph Ewers auf dem Jahresempfang der Gemeinde Burbach in Niederdresselndorf. Vor rund 180 Bürgerinnen und Bürgern in der gut besetzten Hickengrundhalle warf der Rathauschef zum einen einen Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung und zog zum anderen eine positive Bilanz des großen Jubiläumsjahrs 2019.

Nach einem träumerischen Einstieg durch ein Trio der Musikschule Burbach ergriff zunächst stellv. Bürgermeisterin Heide Heinecke-Henrich das Wort und begrüßte die Gäste zu diesem „Abend für das Ehrenamt“. „Unsere Gemeinde wäre nicht lebendig ohne Sie“, dankte sie den zahlreich erschienen Ehrenamtlern und Vertretern der Vereine. „Ehrenamt macht stark – und ist stark“ und sei überdies ein persönlicher Gewinn, stellt sie Heinecke-Henrich fest.

Gottes Wort nie nötiger als heute

Den Gruß der Kirchen überbrachte diesmal Pater George aus dem pastoralen Raum südliches Siegerland. Man befinde sich gerade „auf einem synodalen Weg, unsere (katholische, Anm. d. Red.) Kirche zu erneuern“. In der heutigen Zeit sei es die Aufgabe der christlichen Kirchen, den Glauben an Gott wachzuhalten. „Unsere Welt hat Gottes Wort nötiger als je zuvor!“ Christen dürften angesichts herrschenden Unrechts nicht schweigen, sondern seien aufgefordert zu handeln. Das gebiete die Nächstenliebe.

Den latent pessimistischen Weltblick zwischen diesen Zeilen nahm Burbachs Bürgermeister auf, nachdem der MGV 1897 Oberdresselndorf, eine Präsentation der neuen „Dorf Funk“-App durch Elisabeth Fley (Gemeinde) und die Initiatoren Katharina Klein und André Kilian (CVJM) sowie die junge Pianistin Nathalie Kuskowa das Programm aufgelockert hatten. Ewers bedauerte die zunehmenden Zukunftsängste der Deutschen angesichts dessen, wie gut es ihrem Land – gemessen an objektiven Indizien – doch eigentlich gehe. Er wunderte sich über „das offenbar stetig sinkende Vertrauen in das Finden von Lösungen und Lösungswegen“. Eine Ursache dieser Stimmungslage machte er „in der überbordenden Informationsflut und der Art und Weise der Informationsvermittlung“ aus. Eine pauschale Medienschelte wolle er nicht betreiben, aber das „vergiftete Informations-Ökosystem“ liege an der neuen Marktmacht der „Klicks und Likes“, der eben auch die Medien unterlägen. „Bad News are Good News“, stellte er nüchtern fest – von den ungefilterten Informationen auf Facebook und Co. ganz zu schweigen.

Plädoyer gegen den Pessimismus

Auch in Burbach sei die Negativstimmung erkennbar. Die „Aggressivität in der Kommunikation mancher Bürgerinnen und Bürger mit der Gemeindeverwaltung“ habe zugenommen. Er sei davon überzeugt, dieser nur mit einer per se optimistischen und dem Mitmenschen zugewandten christlichen oder einer ansonsten wertegeprägten Haltung erfolgreich zu begegnen. Eine solche drücke sich beispielsweise aus in Zivilcourage, Dankbarkeit, gemeinschaftsförderndem Engagement und persönlicher Zuwendung. Und all das sei in Burbach vielfältig zu finden, wie er auch anhand einer Bilderpräsentation zum Jahr 2019 dokumentierte. Neben den zahlreichen Jubiläumsaktivitäten verwies er hierbei auch auf die Aktivitäten und Leistungen der Gemeinde und Politik, etwa das neue Familienbüro, das Hickenmobil (mit dem Ehrenamt), den Erweiterungsbau der Sekundarschule, das geplante Nahwärmenetzwerk, die Ansiedlung erster (bereits in Burbach etablierter) Firmen im Gewerbegebiet Rübgarten II und einiges mehr.

Anschließend outete sich Christoph Ewers, nicht zum ersten Mal, als leidenschaftlicher Verfechter der kommunalen Selbstbestimmung, die einst – wie sich heute zeige – zum Wohle Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg von den Siegermächten gefordert und implementiert wurde. Daher wolle er für die Kommunalpolitik werben, nicht für Parteien und Personen. Das einzige parteipolitische, das er an diesem Abend sagen wolle sei, „dass ich von Herzen hoffe, dass bei uns in Burbach zur Kommunalwahl keine AfD antritt – und wenn, dann nicht genug Stimmen kriegt, um einen Sitz im Rat zu bekommen“. Damit zeigte Ewers, wie von ihm eingefordert, selbst (politische) Haltung.

Herausragende Ehrenamtler ausgezeichnet

Im Anschluss ehrte der Bürgermeister nach einem erneuten Beitrag des MGV verdiente Ehrenamtler wie die Würgendorferin Brunhilde Hecker, die sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen engagiert hat, insbesondere über 60 Jahre im DRK, im Heimatverein Würgendorf und bei den Landfrauen. Sie erhielt die Silbermedaille der Gemeinde. Als Gruppe wurde das Ehrenamtsteam „Haus Burgweg“ (Kinderzuhause) mit einer Urkunde ausgezeichnet, das vor über zehn Jahren aus der Idee der offenen Nachmittag heraus Inklusion in Burbach etabliert habe, „als der Begriff noch nicht in aller Munde war“, so Bürgermeister Ewers. Und auch die Initiative „Fit fürs Leben“ von vier Fußballvereinen aus Burbach und Neunkirchen wurde gewürdigt. Über den Sport werden hier junge Menschen auch für die Schule und die Berufswelt fit gemacht.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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