Neue Schulbaufinanzierung trifft Burbach sehr hart

Kein Geld für die Realschule / Turnhalle ein Härtefall?

Burbach. Da hat man im Burbacher Rathaus kaum die Weichen für den Bau einer neuen Grundschul-Turnhalle und den Anbau an die Realschule gestellt, schon tun sich wieder neue Probleme auf. Die Neuregelung der Schulbaufinanzierung des Landes NRW ab 2002 treibt Rat und Verwaltung die Sorgenfalten ins Gesicht. Beigeordneter Karl-Hermann Schmidt im Schulausschuss am Donnerstag Abend: »Wir werden definitiv für den Realschulanbau keinen Zuschuss bekommen, bei der Turnhalle bestenfalls noch Mittel aus dem Topf für Härtefälle erhalten.« Die künftig pauschalierte Zuweisung von Landesmitteln für die Schulen treffe Burbach sehr hart. Sie werde aber von den kommunalen Spitzenverbänden seit Jahren gefordert. Dadurch wolle man den Kommunen neue Spielräume geben, die einen großen Sanierungsstau vor sich her schieben.

Da man aber in Burbach zwei große Neubauvorhaben abwickeln müsse, sei nun guter Rat teuer. »Wie sollen wir denn künftig an solche Projekte herangehen?«, wollte Thomas Helmkampf (CDU) wissen. Es sei sehr ärgerlich, dass das Land wieder einmal auf Kosten der kleinen Gemeinden sparen wolle.

Die neue Situation eröffnet den Kommunen aber auch neue Wege. Da Gemeinden wie Burbach angesichts der eh leeren Kassen kaum noch aus eigener Kraft solche Millionenprojekte aus der Erde stampfen können, müsse man laut Schmidt künftig auch darüber nachdenken, Gebäude zu mieten, zu leasen oder aber von Investoren bauen zu lassen und sie dann abzukaufen. Die pauschalierten Schulmittel müssten dann zur laufenden Finanzierung solcher Objekte genutzt werden.

An der neuen Grundschul-Turnhalle und dem Anbau an die Realschule führt laut Karl-Hermann Schmidt kein Weg vorbei. Für die Realschulerweiterung sei der Planungsauftrag erteilt. Noch vor den Sommerferien sollen die ersten Konzepte für den Anbau von fünf Klassenräumen und einen naturwissenschaftlichen Raum sowie die Option einer Pausenhallenerweiterung auf dem Tisch liegen. Eile ist geboten. Ab dem kommenden Schuljahr wird die volle Dreizügigkeit der Schule erreicht. Schmidt: »Wir hätten eigentlich schon gebaut haben sollen!« Armin Nies und York Diehl (SPD) baten darum, trotz aller finanziellen Fragezeichen auch das Umfeld (Toiletten, Nebenräume etc.) mit zu überdenken.

Rektor Ludger Gruß prognostizierte fürs neue Schuljahr das Erreichen von über 500 Schülern. Derzeit werden 467 Mädchen und Jungen unterrichtet. In diesem Zusammenhang kam man auch auf das so genannte Übergangsverhalten zu sprechen. Der Realschule liegen für die Eingangsklassen 82 Anmeldungen vor. 22 davon seien von der Grundschule nicht für die Realschule empfohlen worden. Doch die Eltern, so Gruß, »wollen es trotzdem probieren«. Mit meist unerfreulichem Ausgang für alle Betroffenen. Denn der Konrektor der Hauptschule, Frank Wehnert, berichtete, dass viele dieser Schüler früher oder später doch in der Hauptschule landeten. Im aktuellen Schuljahr beispielsweise habe man alleine in der 7. Klasse 15 Schüler von der Realschule zusätzlich aufnehmen müssen. Was zwangsläufig Probleme schaffe.

Gruß spitzte die Situation noch zu: »Wir geben nicht nur Schüler ab, etwa die gleiche Anzahl kommt auch von den Gymnasien zu uns.« Diese ständige Durchmischung der Klassen erschwere eine soziale Gruppenbildung sehr. Man könne daher nur an die Eltern appellieren, sich nicht über die Empfehlungen hinwegzusetzen.

dibi

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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