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Frau in Rot verbreitet Festtagslaune
Nikolaus reitet von Haus zu Haus

Satteln heute auf und ziehen durch das Dorf: Knecht Ruprecht (Frank Oßwald) und der weibliche Nikolaus (Jennifer Puche von Jägerin) mit Haflinger Nemax und den beiden Helferinnen Stella und Michaela Oßwald (v. l.).
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  • Satteln heute auf und ziehen durch das Dorf: Knecht Ruprecht (Frank Oßwald) und der weibliche Nikolaus (Jennifer Puche von Jägerin) mit Haflinger Nemax und den beiden Helferinnen Stella und Michaela Oßwald (v. l.).
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

tile Niederdresselndorf.  Ach, wäre das schön: Knecht Ruprecht packt die Rute aus und liest dem bösen Corona mal ordentlich die Leviten. So einfach ist leider nicht. Vielmehr hält das Virus die Welt auch in der Adventszeit in seinem Griff. Morgen ist der 6. Dezember: Nikolaus-Tag. Vielerorts aber mussten traditionelle Veranstaltungen und Umzüge abgesagt werden. Umso schöner, dass es in der Region dennoch hier und da die Möglichkeit gibt, dem Mann (oder der Frau) in Rot zu begegnen – im gebotenen Abstand natürlich. So auch in Niederdresselndorf.
Wenn die Theaterweisheit stimmt, dass für eine gelungene Aufführung die Generalprobe schlecht laufen sollte, wäre das kein gutes Omen für den Nikolaus und seine „Bande“: zwei Helferinnen hoch zu Ross und eben der oft ruppige Ruprecht.

tile Niederdresselndorf.  Ach, wäre das schön: Knecht Ruprecht packt die Rute aus und liest dem bösen Corona mal ordentlich die Leviten. So einfach ist leider nicht. Vielmehr hält das Virus die Welt auch in der Adventszeit in seinem Griff. Morgen ist der 6. Dezember: Nikolaus-Tag. Vielerorts aber mussten traditionelle Veranstaltungen und Umzüge abgesagt werden. Umso schöner, dass es in der Region dennoch hier und da die Möglichkeit gibt, dem Mann (oder der Frau) in Rot zu begegnen – im gebotenen Abstand natürlich. So auch in Niederdresselndorf.
Wenn die Theaterweisheit stimmt, dass für eine gelungene Aufführung die Generalprobe schlecht laufen sollte, wäre das kein gutes Omen für den Nikolaus und seine „Bande“: zwei Helferinnen hoch zu Ross und eben der oft ruppige Ruprecht. Denn der Ritt im Martinskostüm vor einigen Wochen lief glatt – und veranlasste Familie Oßwald und Freundin Jennifer Puche von Jägerin erst dazu, noch einmal aufzusatteln und in Niederdresselndorf der Pandemie zum Trotz vorweihnachtliche Stimmung zu verbreiten. Vor allem die Kinder sollen nicht auf „lustig, lustig tralalalalaaah!“ verzichten müssen. Also reitet die kleine Nikolausgesellschaft heute Nachmittag ab 15 Uhr durch den Ort.

"Ich werde ein ganz stiller Nikolaus sein"

„Das Martinsfest war wunderschön, die Leute standen mit ihren Laternen an der Straße, alles hat wunderbar geklappt“, sagt Tochter Stella Oßwald. „Wir freuen uns alle sehr darauf“, ergänzt Jennifer Puche von Jägerin, die gestern ihren 35. Geburtstag feierte. „Ich werde ein ganz stiller Nikolaus sein, damit die Kinder nicht merken, dass ich eine Frau bin“, verrät sie der SZ augenzwinkernd über den weißen Rauschebart hinweg. „Das Reden muss Knecht Ruprecht übernehmen.“ Für Frank Oßwald kein Problem, er schwenkt die Rute und rezitiert sogleich: „Wart ihr auch schön artig?“ Ganz sicher, das wird was!
Im „Kleinen“ hat Familie Oßwald schon einige Erfahrung mit solchen „Auftritten“. „Angefangen hat es mit unserem kleinen schwarzen Shetty“, erzählt Mutter Michaela. Kleinere Umzüge zur Freude der Kita-Kinder. Mittlerweile stehen im Stall am Schwalbenweg drei große Haflinger. Der St.-Martins-Ritt war in dieser Dimension Neuland für sie und die Tiere. Aber es hat alles geklappt. „Für die Pferde ist es sogar entspannter, wenn die Kinder und ihre Familien vor ihren Häusern auf uns warten, und hinter uns sind“, sagt Stella Oßwald.

7 Kilometer werden zurückgelegt

Was einmal funktioniert, funktioniert auch ein zweites Mal, dachten sich die vier und schwingen sich heute erneut in den Sattel. „Nikolaus“ Jennifer auf den 18-jährigen Nemax, Michaela und Stella Oßwald zu beiden Seiten auf Anuko und Kaspar. „Und ich?“, erschallt es verwundert unter der braunen Kapuze hervor. Für Vater Frank bleibt nur „Schusters Rappen“ übrig. Immerhin 7 Kilometer werden zurückgelegt. „Das sind wir mit dem Fahrrad abgefahren“, sagt die Frau in Rot. Die Route wurde im Vergleich zum Martinsritt nur ein klein wenig verändert.
Natürlich dürfen die Kinder am Straßenrand auch in den Sack greifen und etwas Süßes herausfischen. Der Heimatverein beteiligt sich an den schokoladigen und anderen Leckereien, ansonsten macht Familie Oßwald dem Dorf auf eigene Rechnung eine Freude. Investiert wurde etwa in vier neue Kostüme – die gerade noch rechtzeitig am Freitag eintrafen.
„Früher kam der Nikolaus mit der Kutsche nach Niederdresselndorf“, erinnert sich Michaela Oßwald, „aber das ist lange her.“ Dieser Tage ist eh alles anders. Heute reitet eben die Nikolaus mit ihrer Bande auf Pferden durch den Ort, verteilt Süßes und lässt einem das Lebkuchenherz in der Brust aufgehen. Und wer weiß? Vielleicht wird eine neue Tradition geboren. Nicht nur in Niederdresselndorf. Na dann: „Lasst und froh und munter sein!“

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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