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Ethikvotum fehlt
Projekt Data-Health steht vorerst still

Im Mai 2019 war das Projekt von den Beteiligten vorgestellt worden.

sp Burbach/Siegen. Das Projekt Data-Health soll zeigen, wie die medizinische Versorgung in Zukunft vor allem im ländlichen Raum aussehen kann. Daten über den Blutdruck, Puls, Blutzucker oder die Sauerstoffsättigung könnten zu Hause erhoben und dann auf digitalem Weg an den Arzt geschickt werden. Das Forschungkolleg (Fokos) und die Lebenswissenschaftliche Fakultät der Uni Siegen kündigten dieses Leuchtturm-Projekt, das im Hickengrund durchgeführt werden sollte, im Mai 2019 an (die SZ berichtete). Noch aber ist es nicht gestartet.

Dr. Dr. Charles Adarkwah von der Lebenswissenschaftlichen Fakultät: „Das ist etwas unglücklich gelaufen.“ Der Antrag für die Leader-Fördermittel konnte noch nicht gestellt werden. „Das hat uns alle selbst überrascht. Da hätte niemand von uns mit gerechnet.

sp Burbach/Siegen. Das Projekt Data-Health soll zeigen, wie die medizinische Versorgung in Zukunft vor allem im ländlichen Raum aussehen kann. Daten über den Blutdruck, Puls, Blutzucker oder die Sauerstoffsättigung könnten zu Hause erhoben und dann auf digitalem Weg an den Arzt geschickt werden. Das Forschungkolleg (Fokos) und die Lebenswissenschaftliche Fakultät der Uni Siegen kündigten dieses Leuchtturm-Projekt, das im Hickengrund durchgeführt werden sollte, im Mai 2019 an (die SZ berichtete). Noch aber ist es nicht gestartet.

Dr. Dr. Charles Adarkwah von der Lebenswissenschaftlichen Fakultät: „Das ist etwas unglücklich gelaufen.“ Der Antrag für die Leader-Fördermittel konnte noch nicht gestellt werden. „Das hat uns alle selbst überrascht. Da hätte niemand von uns mit gerechnet.“ Jetzt gebe es erst einmal einen Stillstand, bedauert der Gesundheitsökonom: „Das ist sehr enttäuschend.“ Er geht aber fest davon aus, dass das Projekt noch durchgeführt wird.

Projekt "Data-Health" gegen Ärztemangel

Der Grund, warum der Antrag für die Fördermittel (maximal 165 000 Euro) noch nicht gestellt werden konnte: Es fehlt ein sogenanntes Ethikvotum. Dr. Olaf Gaus, Geschäftsführer von Fokos, erklärt, warum dieses nötig ist: „Es geht um individuelle Patienten-Daten. Die sind ein hohes Gut und unterliegen einem strengen Datenschutz.“ Wenn diese Daten erhoben oder verwendet werden, braucht es eine ethische Begleitforschung, auch Akzeptanzforschung genannt. Die Patienten müssen die Möglichkeit bekommen, sich über das Projekt zu äußern und ihre Meinung kundzugeben.

Ethik-Kommission der Uni Münster prüft

Die Projektbeteiligten haben dafür ein Konzept erarbeitet, das von einer gültigen und zertifizierten Ethikkommission geprüft wird – beauftragt wurde in diesem Fall die Kommission der Uni Münster. „Sie prüft, ob das Vorgehen ethisch zulässig ist“, fasst Gaus zusammen. Der Geschäftsführer zeigt sich optimistisch und glaubt, dass eine Zustimmung erteilt wird. Er hofft, dass das Verfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen wird. Beratend zur Seite stand Prof. Dr. Dr. Carl Friedrich Gethmann (Philosophische Fakultät der Uni Siegen), der Mitglied im deutschen Ethikrat ist.

„Wir bewegen uns auf Neuland“, so Gaus, denn bislang seien noch nicht viele Ethikkommissionen mit einem solchen Projekt konfrontiert worden. Langfristig, so verrät er, sei es das Ziel der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Uni Siegen eine eigene Ethikkommission aufzubauen, denn es werde noch öfter Projekte geben, bei denen eine solche gebraucht werde. Aber: „Wir stecken noch in den Kinderschuhen.“ Gaus abschließend zu Projekten, die in Verbindung mit Medizin stehen: „Ich habe gelernt, es dauert etwas länger, weil es um besonders schützenswerte Daten geht.“

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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