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Grundschul-Umzug für OGS-Ausbau
Reaktivierung der Hellertalschule möglich

Die Hellertalschule könnte aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden. Allerdings wären umfangreiche Um- und Anbaumaßnahmen notwendig, damit die Grundschule Burbach dort einziehen könnte.
  • Die Hellertalschule könnte aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden. Allerdings wären umfangreiche Um- und Anbaumaßnahmen notwendig, damit die Grundschule Burbach dort einziehen könnte.
  • Foto: kay
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

tile Burbach. Im Burbacher Zentrum deutet sich eine große Veränderung an. Nicht baulich (wahrscheinlich), aber strukturell. Im Schul- und Sozialausschuss sowie im Bau- und Planungsausschuss stellte die Gemeindeverwaltung jetzt die Pläne zur Sicherung des offenen Ganztag-Angebots vor. Denn schon ohne den ab 2025 geltenden Anspruch auf einen Betreuungsplatz reichen die Platzkapazitäten im Grunde nicht mehr aus. In Niederdresselndorf wird es bereits konkret. Dort ist neben dem Grundschulgebäude ein Neubau für die OGS vorgesehen. Die Kerndaten: fünf Gruppenräume, eine Küche, verschiedene Nebenräume (insgesamt 240 Quadratmeter) und geschätzte Kosten von 1,5 Mill. Euro. So „einfach“ ist es im Kernort nicht.

tile Burbach. Im Burbacher Zentrum deutet sich eine große Veränderung an. Nicht baulich (wahrscheinlich), aber strukturell. Im Schul- und Sozialausschuss sowie im Bau- und Planungsausschuss stellte die Gemeindeverwaltung jetzt die Pläne zur Sicherung des offenen Ganztag-Angebots vor. Denn schon ohne den ab 2025 geltenden Anspruch auf einen Betreuungsplatz reichen die Platzkapazitäten im Grunde nicht mehr aus. In Niederdresselndorf wird es bereits konkret. Dort ist neben dem Grundschulgebäude ein Neubau für die OGS vorgesehen. Die Kerndaten: fünf Gruppenräume, eine Küche, verschiedene Nebenräume (insgesamt 240 Quadratmeter) und geschätzte Kosten von 1,5 Mill. Euro. So „einfach“ ist es im Kernort nicht.

Kein Neubau auf der "grünen Wiese"

Seit Jahren wird an einer Lösung für den Grundschulstandort Burbach gedoktert. Immer wieder diskutierte die Politik Vorschläge des Rathauses. Wirklich glücklich war man mit keiner Variante – auch die Schule selbst nicht. Jeder Anbau würde zu viel der Schulhoffläche kosten. Jetzt hat man ein externes Beratungsbüro einbezogen und nach Alternativen abseits der Ortsmitte gesucht. Ein Neubau auf der „grünen Wiese“ scheidet aus. Einen entsprechenden Standort, der Sinn mache, gebe es nicht, erklärt Jochen Becker, als Fachbereichsleiter u. a. für das Schulwesen verantwortlich. Also habe man über bestehende Standorte nachgedacht.

Standort Wahlbach sol erhalten bleiben

Und so rückte zuletzt die Hellertalschule in den Fokus. Natürlich, die ehemalige Förderschule, in der aktuell Musik- und Volkshochschule ihr Domizil haben, entspricht nicht den Anforderungen einer modernen Grundschule. Ein Umbau wäre unumgänglich, wahrscheinlich müsste auch angebaut werden – oder aufgestockt. Ein Statiker hat inzwischen bestätigt, dass ein weiteres Geschoss realisierbar ist.
Die Schule wurde frühzeitig in die Überlegungen einbezogen. Schnell war klar, dass der einzügige Standort Wahlbach erhalten bleiben soll. Für die Hellertalschule wird demnach eine Dreizügigkeit angenommen. Eine andere Überlegung stößt derweil auf Skepsis. Das involvierte Planungsbüro hat zwei sogenannte OGS-Klassen ins Spiel gebracht. Eigentlich sind Schulunterricht und offener Ganztag voneinander getrennt, in der Betreuung vermischen sich die Lerngruppen. Das ist bei einer OGS-Klasse anderes, hier bleiben die Schülerinnen und Schüler vormittags und nachmittags geschlossen zusammen. Dann müssten die Räume größer geplant werden.

Bildung von OGS-Klassen wird diskutiert

Inwieweit sich das pädagogisch auswirke, sei dem Kollegium noch nicht klar, sagt Becker. Der Besuch einer Referenzschule, die mit einem solchen Modell Erfahrung gesammelt hat, war in der Coronazeit nicht möglich, soll aber bald erfolgen. Würde sich die Schule gegen diese Form aussprechen, müssten wiederum Doppelstrukturen (zum Beispiel extra OGS-Räume) in die Planungen einfließen.
Sofern auch diese Frage geklärt ist, erfolgt eine Kostenschätzung auf Basis der sich so ergebenden Anforderungen an das Schulgebäude, von dem am Ende wohl nur noch Standort und Außenhülle an die jetzige Hellertalschule erinnern würden.

Gemeinde spekuliert auf Landesförderungen

Im Herbst könnten die Pläne im Rahmen der Haushaltsberatungen bereits für 2021 Berücksichtigung finden – vorausgesetzt, Corona kostet der bis dato wirtschaftlich sehr gut aufgestellten Kommune nicht zu viel ihrer Ellenbogenfreiheit. Sind dann finanzielle Mittel und politischer Wille (auch nach der Wahl) vorhanden, könnten im nächsten Jahr das Baugenehmigungsverfahren durchgeführt werden und im besten Fall schon Ausschreibungen erfolgen. Wobei die Kommune ggf. gewillt sei, mit der Umsetzung noch etwas zu warten, so Thomas Leyener, Fachbereichsleiter Bauen, im Bau- und Planungsausschuss. Man gehe davon aus, dass im Zuge des Rechtsanspruchs auch Mittel zum Ausbau der OGS-Angebote bereit gestellt würden – diese wolle die Gemeinde dann gerne „mitnehmen“.

Synergien im Schulzentrum nutzen

Eine erneute Konzentration der Schullandschaft am Schulzentrum, wo derzeit für die gemeinschaftliche Sekundarschule der Lückenschluss zwischen den Bestandsgebäuden erfolgt – gebaut werden eine neue Aula und Verwaltungsräume –, hätte den Vorteil, dass Infrastrukturen gemeinsam genutzt werden könnten. So könnte beispielsweise die Grundschule ebenfalls die neue Aula für Veranstaltungen nutzen. Das Mittagessen der Grundschule wird bereits durch die Mensa geliefert – jetzt wäre sie fußläufig für die Erst- bis Viertklässler zu erreichen. Und auch der Ausbau selbst wäre entspannt, denn die Arbeiten in dem leeren Gebäude würden den laufenden Schulbetrieb am alten Standort nicht stören.

Busverkehr verkraftbar

Verkraftet das Siedlungsgebiet denn zusätzlichen Schulverkehr, sprich: Busse? Selbst mit den Grundschülern wäre der Schulbusverkehr nicht so stark wie in den Zeiten, als noch Haupt-, Real- und Förderschule das Schulzentrum bildeten, meint Jochen Becker. Zumal schon jetzt Grundschüler mit denselben Bussen führen wie die Schüler der Sekundarschule, aber schon im Ortskern ausstiegen.

Musikschule und VHS in den Ortskern?

Bliebe noch die Frage zu klären, was passiert mit dem jetzigen Grundschulgebäude in der Ortsmitte, wenn die Schule tatsächlich umziehen sollte? Hierzu gibt es erste Überlegungen. Vorstellbar sei etwa, dass Musikschule, Volkshochschule und Vereine dort eine neue Heimat fänden und weitere Räume als Büros vermietet würden, beschreibt der Fachbereichsleiter ein mögliches Szenario. Andere Verwendungen seien aber ebenfalls denkbar.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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