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Bauhaus-Juwel Landhaus Ilse
Sanierung kostet 1,1 Millionen Euro

Landhaus Ilse gilt in Bauhaus-Kreisen mittlerweile als "Zwilling" des Weltkulturerbes "Haus am Horn" in Weimar. Eineiig sind die Gebäude allerdings nicht. So unterscheiden sie sich etwa in der Dachgestaltung.
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tile Burbach. Kurz vor der Kommunalwahl könnte der Burbacher Rat noch einmal tief ins gemeindliche Portemonnaie greifen. Für die Sanierung und den Umbau des denkmalgeschützten Landhauses Ilse zum Ausstellungs- und Veranstaltungsort steht eine Gesamtinvestition von geschätzten 1,1 Millionen Euro im Raum. Das architektonische Juwel, das der Gemeinde als Schenkung der Familie Adenauer fast zum Nulltarif in den Schoß fiel, wird so doch noch zu einem „teuren Klunker“. Für diesen erwartet das Rathaus wegen der kulturhistorischen Bedeutung der Bauhaus-Villa allerdings einen 50-Prozent-Zuschuss aus Landes- und Bundesmitteln der Städtebauförderung.

tile Burbach. Kurz vor der Kommunalwahl könnte der Burbacher Rat noch einmal tief ins gemeindliche Portemonnaie greifen. Für die Sanierung und den Umbau des denkmalgeschützten Landhauses Ilse zum Ausstellungs- und Veranstaltungsort steht eine Gesamtinvestition von geschätzten 1,1 Millionen Euro im Raum. Das architektonische Juwel, das der Gemeinde als Schenkung der Familie Adenauer fast zum Nulltarif in den Schoß fiel, wird so doch noch zu einem „teuren Klunker“. Für diesen erwartet das Rathaus wegen der kulturhistorischen Bedeutung der Bauhaus-Villa allerdings einen 50-Prozent-Zuschuss aus Landes- und Bundesmitteln der Städtebauförderung.

50-Prozent-Förderung erwartet

Nach einer denkmalschutzrechtlichen Analyse steht nun fest, dass Gestaltung und Grundriss des Gebäudes „nahezu unverändert bleiben müssen“, heißt es in der Beschlussvorlage, die zunächst im Fachausschuss Bauen und Planen (20. August) vorberaten wird. Der Rat entscheidet dann am 1. September über die Frage, ob das Geld im Haushalt 2021 eingestellt werden soll – vorbehaltlich der Förderung in Höhe von 592.000 Euro.

Antrag bis Ende September nach Arnsberg

Dass sich der „alte Rat“ jetzt noch mit dem Thema befasst, liegt am Zeitplan. Sollen die Fördergelder 2021 fließen, muss bis Ende September ein entsprechender Antrag gestellt werden. Darüber hinaus verfällt die bereits 2017 zur Vorplanung bewilligte Förderung in Höhe von 100.000 Euro (bei Eigenmitteln in gleicher Höhe) Ende kommenden Jahres, ungenutzte Gelder gingen dann „verloren“. Grünes Licht von der Bezirksregierung in Arnsberg für den neuen Antrag ist nicht vor dem nächsten Frühjahr zu erwarten, erst dann können die Ausschreibungen erfolgen. Heißt: Erst im August oder September können die ersten Handwerker loslegen. Frühestens im zweiten Halbjahr 2022 seien die ersten Veranstaltungen möglich, wagt Burbachs Baudezernent Thomas Leyener auf Nachfrage eine vorsichtige Prognose.

Barrierefreier Zugang durch Plattformlift

Die Arbeiten sollen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Denkmalschutzbehörde begleitet werden. Aufgrund der Vorgaben darf zwar die neue Damentoilette im ehemaligen Badezimmer des Landhauses eingerichtet werden, Herrentoilette und barrierefreie WC-Anlage können aber nur im Kellergeschoss realisiert werden. Dazu soll ein außen im Eingangsbereich liegender Plattformlift installiert werden, der einen barrierefreien Zugang sowohl ins Unter- als auch ins Erdgeschoss ermöglicht.

Heizen mit Holzpellets

Am aufwändigsten dürften der Austausch der Heizung – künftig soll mit Holzpellets geheizt werden –, die Erneuerung der Elektrik und die Restaurierung der Wandfarben sein. Die abschließende Gestaltung der Außenanlage, wo ebenfalls Veranstaltungen durchgeführt werden können, soll der Grundidee der Bauhaus-Architektur „form follows function“ (die Form folgt der Funktion) entsprechen. Einen romantisch-verspielten Garten wird es demnach nicht geben, das Ambiente eher nüchtern sein.

Hohe denkmalschutzrechtliche Anforderung

Ein differenziertes Nutzungskonzept, wie es etwa für das Besucher-, Begegnungs- und Erlebniszentrum (BBEZ), das parallel in der „Alten Vogtei“ entsteht, erforderlich war, ist für das Landhaus Ilse laut Gemeindeverwaltung nicht notwendig. Wegen der denkmalschutzrechtlichen Anforderungen kommen für die Nutzung als Ausstellungs- und Veranstaltungsort lediglich kleinere Lesungen, Vorträge und Trauungen infrage, vielleicht auch Tagungen, heißt es aus dem Rathaus.

Ergänzung zum BBEZ-Angebot

Derartige Angebote würden eine „baukulturelle und touristische Ergänzung“ zum künftigen BBEZ sein. Der eingesetzte Arbeitskreis wird sich aber weiter mit der Nutzung, Organisationsfragen und der historischen Aufarbeitung des Gebäudes beschäftigen.

Landhaus Ilse gilt in Bauhaus-Kreisen mittlerweile als "Zwilling" des Weltkulturerbes "Haus am Horn" in Weimar. Eineiig sind die Gebäude allerdings nicht. So unterscheiden sie sich etwa in der Dachgestaltung.
Die Villa des ehemaligen Bergwerkdirektors Willi Grobleben wurde 1924 gebaut.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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