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Projekttage statt Praktika
Sekundarschüler helfen in „Höebs Haus“ in Wahlbach

Die Schüler bekamen Einblicke in Zeiten, die sie nur aus Erzählungen kannten. Sie staunten über die Vielfalt der Einrichtungsgegenstände in „Höebs Haus“.
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  • Die Schüler bekamen Einblicke in Zeiten, die sie nur aus Erzählungen kannten. Sie staunten über die Vielfalt der Einrichtungsgegenstände in „Höebs Haus“.
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tip Wahlbach. Ein kleines bisschen Technik musste dann doch sein: Mit eingeschalteter Handy-Taschenlampe gehen die Schüler der Klasse 9a der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach/Neunkirchen in den Keller von „Höebs Haus”. Dahin waren sie am Donnerstag gekommen, um altes Handwerk kennenzulernen. Ein Alternativprogramm in Form von Projekttagen statt Corona-bedingt weggefallener Praktika. Für die Jugendlichen boten sich Einblicke in alte, für sie aber neue Lebens- und Arbeitswelten.
Trägerverein Höebs Haus als Initiator 
Eingeladen hatte der Trägerverein Höebs Haus, der sich auch fachkundige Unterstützung in das rund 200 Jahre alte Bauernhaus geholt hatte. Werner Veit und Corinna Kabot waren aus der Nähe von Gießen angereist, um den Schülern traditionelles Handwerk zu zeigen.

tip Wahlbach. Ein kleines bisschen Technik musste dann doch sein: Mit eingeschalteter Handy-Taschenlampe gehen die Schüler der Klasse 9a der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach/Neunkirchen in den Keller von „Höebs Haus”. Dahin waren sie am Donnerstag gekommen, um altes Handwerk kennenzulernen. Ein Alternativprogramm in Form von Projekttagen statt Corona-bedingt weggefallener Praktika. Für die Jugendlichen boten sich Einblicke in alte, für sie aber neue Lebens- und Arbeitswelten.

Trägerverein Höebs Haus als Initiator 

Eingeladen hatte der Trägerverein Höebs Haus, der sich auch fachkundige Unterstützung in das rund 200 Jahre alte Bauernhaus geholt hatte. Werner Veit und Corinna Kabot waren aus der Nähe von Gießen angereist, um den Schülern traditionelles Handwerk zu zeigen.
Und so ging es auch gleich zur Sache: Am Hobel wurden Stiele für Sensen gefertigt, die passenden Klingen anschließend gedengelt. Alles natürlich mit alten Werkzeugen und simplen Maschinen. „Das klappt ja wirklich”, lautete das erstaunte Fazit der Burbacher Schüler.

Lukas probiert sich am Dengeln einer Sensenklinge. Bei den Projekttagen kamen nur simple Werkzeuge und Maschinen zum Einsatz.
  • Lukas probiert sich am Dengeln einer Sensenklinge. Bei den Projekttagen kamen nur simple Werkzeuge und Maschinen zum Einsatz.
  • Foto: kay
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Überhaupt sind die Jugendlichen fasziniert von dieser kleinen Schatzkiste namens „Höebs Haus”, mitten in Wahlbach. Jonas (15) kannte vieles bisher nur aus Erzählungen: „Ich schaue mir die alten Fotos genau an. Weil ich mich sowieso für Geschichte interessiere, erkenne ich da auch einiges wieder, von dem mir meine Oma berichtet hat.”

In "Höebs Haus" in Wahlbach "alles wie bei Oma"

Das ehemalige Bauernhaus von Käthe Diehl ist hervorragend erhalten. Die Einrichtung, die Dekoration, die Kleidung in den Schränken. „Vielleicht sieht das alles noch so gut aus, weil die Leute früher mit Geld anders umgegangen sind. Meine Oma hat mir erzählt, sie hätten sich für fünf Pfennig ein Kaugummi gekauft und das dann aber nochmal in drei Teile geteilt, damit sie mehr davon hatten”, erinnert sich Jonas. Auch Svea fühlt sich an ihre Großmutter erinnert: „Die Möbel, der Geruch – alles wie bei Oma.”
Für den Trägerverein war der Besuch der Sekundarschüler eine klassische „Win-Win-Situation”, wie es Britta Hinkers vom Vorstand erläutert. „Den Schülern wurde ein Ersatzprogramm für die ausgefallenen Praktika geboten. Und wir bekamen so ordentlich Hilfe.”

"Ich fühle mich wie ein Kind"

Denn die Jugendlichen packten an insgesamt vier Tagen im „Höebs Haus” gut mit an: Sie stapelten Kohle im Keller, packten Haubergs-holz in alte Futtersäcke, sortierten Gerätschaften und bereiteten Streuobstwiese und Gemüsegarten auf.

„Das ist ja auch die Vision des Vereins: ein aktives Museum schaffen, in dem wir auch die Werte Käthe Diehls vermitteln. Sie hat nachhaltig gelebt und alles, was sie nicht selbst zum Leben brauchte, gespendet”, erzählt Hinkers.

Britta Hinkers vom Vorstand des Trägervereins „Höebs Haus“.

Zwischen alten Milchleitungen im ehemaligen Viehstall, Plumpsklo und Eierbriketts blüht auch Werner Veit auf. „Ich fühle mich wie ein Kind und komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus”, verlor sich der 76-jährige Handwerker in den etlichen Gängen und Räumen des Hauses. Doch dann erinnert er sich wieder an seine eigentliche Aufgabe – den Schülern das alte Handwerk zu zeigen.
Stehende Kante und Breitseite: Die Jugendlichen hören Veit aufmerksam zu, wie er ihnen die Feinheiten des Sensendengelns näherbringt. Millimeterarbeit mit grobem Gerät. Die Schüler staunen – und lassen ihre Handys einfach mal für eine ganze Zeit in ihren Taschen stecken.

Autor:

Tim Plachner

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