Soldaten brauchen starken Rückhalt

Oberst Wolfgang Hoppe appelliert an Gäste beim Neujahrsempfang am Standort Burbach

sz Burbach. Zum Neujahrsempfang in der Siegerland-Kaserne begrüßten der Standortälteste und Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 4, Oberst Wolfgang Hoppe, sowie der Kommandeur der Flugabwehrraketengruppe 14, Oberstleutnant Thomas Lorber, Vertreter aus Politik, Landes- und Bundesbehörden, der Kirche, Polizei, Wirtschaft, von Schulen und örtlichen Vereinen.

Im Rahmen eines Jahresrückblicks richtete Oberst Hoppe seinen Blick zunächst auf die Geschehnisse des vergangenen Jahres und die für die ihm unterstehenden Verbände wesentlichen Ereignisse. Neben Maßnahmen zur Umstrukturierung waren das taktische Übungsschießen auf Kreta/Griechenland mit den Waffensystemen HAWK, ROLAND und PATRIOT sowie der Einsatz im Rahmen der Flutkatastrophe an der Elbe, beides im Herbst 2002, von besonderer Bedeutung.

Bis zu 10000 Frauen und Männer stehen zwischenzeitlich auf vier Kontinenten im Einsatz, um dort Aufgaben und Verantwortung in unruhigen Regionen wahrzunehmen. Dies bedeutet auch, unmittelbare Verantwortung für die Angehörigen der Soldaten walten zu lassen. Insofern, kritisierte Oberst Hoppe, sei es schwer erträglich, wenn der Streit über z.B. vermeintliche Mängel an technischem Gerät in der Öffentlichkeit ausgetragen werde.

Eine Premiere für das Geschwader 4 war im Jahr 2002 das taktische Schießen auf Kreta, wobei insgesamt 20 Abwehrflugkörper in einem anspruchsvollen taktischen Szenario verschossen wurden.

Großartig geschlagen haben sich die Soldaten laut Hoppe auch bei der Verteidigung der flutbedrohten Deiche an der Elbe. Zwei Kontingente mit insgesamt 260 Soldaten haben erfolgreich mit dazu beigetragen, dass die Dämme nicht brachen. Dieser unmittelbar helfende Auftrag, die erfahrene Solidarität und der erlebte gemeinsame Erfolg führten dazu, dass sich jeder bestens und mehr als verlässlich erwies, trotz größter körperlicher Anstrengungen. In einem symbolischen Akt verlieh dazu Oberst Hoppe Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 14 die »Flutmedaille« des Landes Sachsen-Anhalt, stellvertretend für alle beteiligten Soldaten des Geschwaders.

Mit Blick auf das gerade begonnene Jahr artikulierte Oberst Hoppe seine Sorgen vor einem Krieg im Nahen Osten sowie zu möglichen Konsequenzen für Deutschland. Weiterhin führte er aus, dass trotz der beinahe zur Normalität gewordenen laufenden Auslandseinsätze der Bundeswehr eine Gewöhnung an die damit verbundenen Risiken nicht stattfinde. Weiter führte Oberst Hoppe aus, dass die Einnahme der Luftwaffenstruktur 5 fortgeführt werde und sich sein in Burbach arbeitender Stab mit einer Personalstärke von 110 Soldaten und zivilen Mitarbeitern nunmehr beinahe verdoppelt habe.

Noch nicht absehbar sind für die Truppe allerdings die konkreten Folgerungen aus der Minister-Erklärung vom 5. Dezember zur »Weiterentwicklung der Reform der Bundeswehr«. Für die Luftwaffe werden zusätzliche Untersuchungen unumgänglich sein, um deren Struktur auch langfristig und tragfähig zu gestalten. Einzelheiten zu den strukturellen Folgen aus der Neuaufstellung der gemischten Flugabwehrraketengruppe 14 HAWK/ROLAND, erläuterte im Anschluss daran der Kommandeur, Oberstleutnant Thomas Lorber. Abschließend richtete Oberst Hoppe die Bitte an seine Gäste: »Wir brauchen Ihren Rückhalt und Ihr Vertrauen. Ich denke an dieser Stelle in besonderem Maße an meine Frauen und Männer, die ihren Beitrag zur Friedenssicherung bzw. zur Friedenserhaltung leisten. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt etwa 50 Soldaten und zivile Mitarbeiter, augenblicklich sind es sechs. Es sind diese Menschen wie auch deren Familien, die unsere Unterstützung verdienen. Insofern unterstreichen Sie mit Ihrem Kommen auch die Integration der Bundeswehr in unserem Staat und in unserer Gesellschaft.«

Sein besonderer Dank galt dazu dem Burbacher Bürgermeister Hermann-Josef Droege, wie auch den Reservistenkameradschaften Wilnsdorf und Burbach, dass sie es sich erneut nicht haben nehmen lassen, die über die Feiertage diensthabenden Soldaten zu besuchen (SZ berichtete). »Diese erlebte Geste der Verbundenheit tut einfach gut! Zugleich ist es uns eine Verpflichtung, weiterhin unseren bescheidenen Beitrag zur Fortentwicklung des Gemeinwohls in den Kommunen unserer zwischenzeitlich nur noch sieben Standorte zu leisten.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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