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Unwetter-Katastrophe für Holzhausen simuliert
Starkregen: Folgen wären verheerend

Bei einem Starkregen-Ereignis würden die Wassermengen im Bereich des Wycliff-Geländes (links) über den Siegenweg, durch den Tunnel, ins Dorf abfließen.
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  • Bei einem Starkregen-Ereignis würden die Wassermengen im Bereich des Wycliff-Geländes (links) über den Siegenweg, durch den Tunnel, ins Dorf abfließen.
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tip Holzhausen. Wenn man nicht genau wüsste, dass durch Ulrich Krumms Adern Blut fließe, dann müsste man sicherheitshalber mal nachschauen, ob es stattdessen vielleicht Wasser wäre. Der Holzhausener war bis zu seiner Pensionierung Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein und setzt sich seit Jahrzehnten für die Gewässer in unserer Region ein. Jetzt hat sich Krumm mit der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auseinandergesetzt und ein solches Ereignis für seine Heimat simuliert.

Das Ergebnis:

tip Holzhausen. Wenn man nicht genau wüsste, dass durch Ulrich Krumms Adern Blut fließe, dann müsste man sicherheitshalber mal nachschauen, ob es stattdessen vielleicht Wasser wäre. Der Holzhausener war bis zu seiner Pensionierung Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein und setzt sich seit Jahrzehnten für die Gewässer in unserer Region ein. Jetzt hat sich Krumm mit der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auseinandergesetzt und ein solches Ereignis für seine Heimat simuliert.

Das Ergebnis: „Die in Holzhausen vorhandenen Durchlässe und Verrohrungen sind nicht in der Lage, solche Sturzfluten abzuführen. Mit der Folge, dass große Wassermengen über Straßen abgeflossen und unkontrolliert in Kulturflächen und in Gebäude eingeströmt wären.”

"Die beiden Dorfgewässer würden
zu reißenden Strömen werden."

Ulrich Krumm
über möglichen Starkregen

In Holzhausen wären nach Ansicht des Experten von solchen Ereignissen vor allem die beiden Dorfgewässer, der Hoorstruthbach und der Kälberweidstruthbach betroffen. Sie könnten laut Krumms Berechnungen „zu reißenden Strömen werden“.

Hydrologische Messdaten als Grundlage 

Zu Grunde gelegt hat Krumm hydrologische Messdaten des Geoportals NRW. Die dort in den Tagen der Extremwetterlage vom 13. bis 15. Juli an den Messstationen Herscheid und Sundern im Sauerland registrierten Regenmengen sind die Basis seiner Berechnungen: „Die aus dem Starkniederschlag verursachten Abflüsse am Hoorstruthbach hätten eine Größe von etwa 3,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und am Kälberweidstruthbach von etwa 2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aufgewiesen.“

Bei einem Starkregen-Ereignis würden die Wassermengen im Bereich des Wycliff-Geländes (links) über den Siegenweg, durch den Tunnel, ins Dorf abfließen.
  • Bei einem Starkregen-Ereignis würden die Wassermengen im Bereich des Wycliff-Geländes (links) über den Siegenweg, durch den Tunnel, ins Dorf abfließen.
  • Foto: kay
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Die Folgen wären für Holzhausen verheerend. Krumm: „Besonders heikel wäre die Situation im Bereich des Wycliffgeländes, weil dort die Wassermengen direkt über den Siegenweg ins Dorf abfließen würden.“

An klimatische Bedingungen anpassen

Dabei habe man, so der Holzhausener, in seinem Ort seitens des Heimatvereins schon eine Menge getan, um sich den veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. „Unter anderem wurde am Hoorstruthbach ein naturgerechter Bachabschnitt geschaffen. Er sollte als Referenz-Beispiel für andere Bachabschnitte dienen“, regt Krumm an.

Ungewöhnlich starke und lang anhaltende Niederschläge führten in Holzhausen am 2. November 1924 zu extremen Hochwasserabflüssen. Die Wassermengen setzten das halbe Dorf unter Wasser.
  • Ungewöhnlich starke und lang anhaltende Niederschläge führten in Holzhausen am 2. November 1924 zu extremen Hochwasserabflüssen. Die Wassermengen setzten das halbe Dorf unter Wasser.
  • Foto: privat
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Bereits im Herbst 2019 hatte der Holzhausener Heimatverein im Rahmen des Umweltprogramms unter der Überschrift „Alles im Fluss: Wohin mit dem Wasser? Land unter auch in Burbach?” eine Vortragsveranstaltung zum Thema „Starkregen in Zeiten des Klimawandels“ veranstaltet. Sebastian Gürke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut „Wasser und Umwelt“ der Uni Siegen, hatte den Kernvortrag des Symposiums gehalten. Mit Blick auf die Unwetter-Katastrophe vor zwei Wochen liest sich seine Überschrift von damals heute fast schon prophetisch: „Die unterschätzten Risiken durch Starkregen und Sturzfluten“.

"Starkregenrisiko-Managementplan" angeregt

Gürke hatte 2019 für die Gemeinde Burbach die Erstellung eines „Starkregenrisiko-Managementplans“ angeregt. „Vielleicht entschließt sich die Gemeinde Burbach vor dem aktuellen Hintergrund der Wetterextreme jetzt zur Umsetzung“, rät Ulrich Krumm. Tatsächlich gibt es bei der Gemeinde keinen solchen „Managementplan”. Tim Lehmann, Pressesprecher der Gemeinde Burbach: „Im Rahmen des Hochwassserschutzes hat Burbach das getan, was getan werden kann und muss. Beim Thema Starkregen ist aktuell Bewegung drin. Wir sind in der Analyse, wie man hier noch besser vorbeugen kann.“

Autor:

Tim Plachner

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