SZ

Siegerlandflughafen spürt Corona-Krise
Störfunk für den Tower

Geschäftsführer Henning Schneider und sein Team halten den Betrieb des Siegerland-Flughafens aufrecht – zu normalen wie in Krisenzeiten. Corona sorgt für ein geringeres Flugaufkommen auf der Lipper Höhe, nicht aber für Stillstand.
  • Geschäftsführer Henning Schneider und sein Team halten den Betrieb des Siegerland-Flughafens aufrecht – zu normalen wie in Krisenzeiten. Corona sorgt für ein geringeres Flugaufkommen auf der Lipper Höhe, nicht aber für Stillstand.
  • Foto: Jan Schäfer
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js Lippe. Die Motoren heulen auf, die drehenden Rotoren dröhnen über die Lipper Höhe – die Cessna aber hebt jedoch nicht ab, wird nach kurzem Testlauf wieder zurückgefahren in die Werft. Ruhe kehrt zurück auf den Siegerland-Flughafen. Am blauen, von weißen Wolken betupften Himmel ist kein Flugzeug in Sicht. Es ist spürbar leer geworden da oben am normalerweise so kondensgestreiften Firmament. Corona hat den Luftverkehr deutlich reduziert. Das bemerken nicht nur die Fluggesellschaften und die großen Drehkreuze, auch der kleine Siegerland-Flughafen bekommt die Krise zu spüren.

Alle Flughäfen seien betroffen, berichtet Geschäftsführer Henning Schneider. Die aktuelle Situation habe gravierende Auswirkungen auf die Luftfahrt insgesamt.

js Lippe. Die Motoren heulen auf, die drehenden Rotoren dröhnen über die Lipper Höhe – die Cessna aber hebt jedoch nicht ab, wird nach kurzem Testlauf wieder zurückgefahren in die Werft. Ruhe kehrt zurück auf den Siegerland-Flughafen. Am blauen, von weißen Wolken betupften Himmel ist kein Flugzeug in Sicht. Es ist spürbar leer geworden da oben am normalerweise so kondensgestreiften Firmament. Corona hat den Luftverkehr deutlich reduziert. Das bemerken nicht nur die Fluggesellschaften und die großen Drehkreuze, auch der kleine Siegerland-Flughafen bekommt die Krise zu spüren.

Alle Flughäfen seien betroffen, berichtet Geschäftsführer Henning Schneider. Die aktuelle Situation habe gravierende Auswirkungen auf die Luftfahrt insgesamt. Die Betroffenheit der Airports sei aber je nach Ausrichtung und organisatorischer Aufstellung unterschiedlich ausgeprägt. Dem Siegerland-Flughafen kommt in dieser Zeit zugute, dass er ohnehin nie im Linienfluggeschäft Fuß gefasst hat. Andere Regionalflughäfen, die auch in diesen massiv betroffene Bereich unterwegs seien, könnten daher noch härter getroffen werden.

Auf der Lipper Höhe finden durchaus noch Flugbewegungen statt dieser Tage, wenn auch nicht bei der Stippvisite der SZ. Wie sehr sich die Krise in Zahlen auswirken wird, lässt sich laut Henning Schneider zurzeit schwer sagen. Bestimmte Geschäftsflüge fallen momentan weg, der komplette Ausbildungsverkehr – sowohl von Vereinen als auch von kommerziellen Flugschulen – ruht; aber auch bei anderen Bereichen des nichtgewerblichen Verkehrs fallen Flüge in diesen Tagen weg.

Wie sehr sich das auf den März ausgewirkt habe, kann Henning Schneider nicht in konkrete Zahlen fassen. Es habe schon bessere, aber auch schon schlechtere Vergleichsmonate gegeben in den vergangenen Jahren. 1140 Flugbewegungen wurden dokumentiert in dem Monat, in dem Corona in Deutschland „zuschlug“.

Anders als an den Linienverkehr gebundene Flughäfen bewegt sich der „SGE“ eher auf Sichtflug durch das Jahr. Die wenigsten Flüge haben lange Vorlaufzeiten, oft werde nur ein paar Stunden vorher Bescheid gesagt, die Piloten, die sich nicht im Instrumentenflug nähern, melden sich sogar erst kurz vor der Landung im Tower. Die Zahl der Flugbewegungen lässt sich also erst am Ende des Tages sagen und ist stets Schwankungen unterlegen. Zwischen fünf und 60 waren es in den vergangenen drei Tagen beispielsweise.

Grundsätzlich bleibt der Flughafen dauerhaft in Betrieb, auch in der aktuellen Pandemiephase. Das muss er auch: In seiner Genehmigung ist eine Betriebspflicht festgeschrieben. An 365 Tagen im Jahr (2020 ist es noch einer mehr) muss er parat stehen. Wie bei anderen Unternehmen wird verstärkt auf Abstands- und Hygieneregeln geachtet, auch separate Teams wurden dafür gebildet. Momentan überlegt Schneider, ob die regulären Öffnungszeiten reduziert und dafür Bereitschaftsdienste ausgeweitet werden.

„Der Siegerland-Flughafen versteht sich als wichtige Einrichtung der regionalen Infrastruktur und damit auch als Partner der Wirtschaft sowie natürlich auch der Gesellschaft“, erklärt Schneider. Der Betrieb müsse aufrecht gehalten werden für Rettungs-, Hilfs- und Ambulanzflüge, Polizeieinsätze, Flüge der Bundespolizei oder des ADAC, dringend erforderliche Personen- und Frachtflüge und Flüge für die vor Ort angesiedelten Unternehmen (u. a. Werft- und Charterflüge).

Internationale Flüge, auch solche landen auf der Lipper Höhe, sind derzeit exotischer als sonst. Die Reisebeschränkungen lassen die Freiheit über den Wolken derzeit eben nicht grenzenlos sein.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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