Burbacher Modell-Projekt legt los
Summen vor der Haustür

Jeder kann etwas tun, damit sich Insekten und andere Tiere vor der eigenen Haustür wohlfühlen. Die Biologische Station Siegen-Wittgenstein ist bei dem Projekt auf Mithilfe angewiesen.
  • Jeder kann etwas tun, damit sich Insekten und andere Tiere vor der eigenen Haustür wohlfühlen. Die Biologische Station Siegen-Wittgenstein ist bei dem Projekt auf Mithilfe angewiesen.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Marc Thomas

sp Burbach. Egal ob Garten- oder Balkonbesitzer, alt oder jung, Schüler, Vereinsmitglied oder Unternehmer: Jeder ist gefragt. Das Projekt „Burbachs artenreiche Nachbarschaft“ ist auf Mithilfe angewiesen. Das Ziel: Gemeinsam etwas für die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür tun. Verantwortlich für das Projekt ist in erster Linie die Biologische Station Siegen-Wittgenstein. Gemeinsam mit weiteren Beteiligten stellte der Verein jetzt bei einer Online-Auftaktveranstaltung vor, was es mit „Burbachs artenreiche Nachbarschaft“ auf sich hat.

Großes Potenzial im Siedlungsraum

Die Kommune im südlichen Siegerland ist ländlich geprägt. Ist das Thema Artenschutz hier überhaupt relevant, ist es nicht eher für Großstädte interessant? Diese Frage stellte auch Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers und gab auch gleich eine Antwort: „Im Siedlungsraum herrscht großes Potenzial.“ Einige Arten seien gerade darauf spezialisiert. „Man kann nur schützen, was man kennt und was man sieht“. Auch Jasmin Mantilla-Contreras, wissenschaftliche Leiterin der Biologischen Station, betont: „Viele Arten finden keinen Lebensraum mehr. Der Siedlungsbereich spielt eine wichtige Rolle.“ Er sei ein Rückzugsraum und sogenannte Kulturfolger wie der Spatz, bestimmte Fledermausarten oder die Mehlschwalbe seien auf diesen Lebensraum angewiesen. Aber: „Im Siedlungsraum wird es immer enger.“ Grund seien beispielsweise dichte Bebauung, Flächenversiegelung, Schottergärten oder Lichtverschmutzung.

Begeisterung für Artenvielfalt und Natur wecken

Ein Ziel des Projektes ist zu schauen, welche Arten in Siedlungsbereichen überhaupt leben und wie viele davon. Außerdem sollen Lebensräume erhalten, verbessert und neu geschaffen werden. Das Interesse und die Begeisterung für Artenvielfalt und Natur sollen geweckt und Möglichkeiten zum Einbringen aufgezeigt werden. Verschiedene Aktionen und Veranstaltungen sind dafür geplant. Die Biologische Station wird über unterschiedliche Kanäle informieren.

"Viele Arten finden keinen Lebensraum mehr.
Der Siedlungsbereich spielt eine wichtige Rolle."

Jasmin Mantilla-Contreras
Biologische Station
Siegen-Wittgenstein

Für Kinder und Schulen soll es Angebote geben – bei der Auftaktveranstaltung waren Vertreter der Burbacher Einrichtungen mit dabei und zeigten sich begeistert von der Idee. Sie wollten direkt wissen, wann und wie es losgehen kann. Unternehmen sollen beraten werden, wie sie ihr Außengelände ökologisch aufwerten können. Vier Themenschwerpunkte sind geplant: Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel rund ums Haus und Gärtnern.

Erstes Projekt in der Region

„Es ist ein Modell-Projekt, wir möchten das Projekt gerne auf andere Orte übertragen“, sagt Mantilla-Contreras. Ob es am Ende erfolgreich ist, „das hängt davon ab, wie viel mitgemacht wird“. Das Projekt wird gefördert von der Hering Stiftung Natur und Mensch. Für die Laufzeit von drei Jahren fließen jährlich 65 000 Euro für die Umsetzung. Gegründet wurde die Stiftung 2018. Mit „Burbachs artenreiche Nachbarschaft“ wird das dritte Projekt unterstützt – und das erste hier in der Region.

Weitere Informationen lassen sich auf der Homepage finden.

Selbst aktiv werden> Innerhalb des Projektes soll es verschiedene Möglichkeiten geben, selbst aktiv zu werden. Bei der Online-Auftaktveranstaltung gab Julia Herling von der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein bereits ein paar Tipps, wie jeder einen Beitrag für die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür leisten kann: eine naturnahe Gartengestaltung mit Steinhaufen, Totholz, Trockensteinmauern, Gewässer oder Staudenbeeten; bauliche Maßnahmen an Gebäuden, beispielsweise das Anbringen von Nisthilfen oder die Erhaltung von genutzten Strukturen; Naturbeobachtungen melden, das geht z. B. über die Homepage des Projekts „Burbachs artenreiche Nachbarschaft“.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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