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Anleger bleiben besonnen
Unters Kopfkissen oder ins Investment

Bei der Sparkasse BU/NK können sich Kunden über Anlagemöglichkeiten informieren. Laut Oeltermann sind viele Neukunden bei Aktien eher skeptisch. Eine neue Entwicklung:  Viele jüngere Kunden (z. B. Studenten) machen sich in Sachen Investment schlau.
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  • Bei der Sparkasse BU/NK können sich Kunden über Anlagemöglichkeiten informieren. Laut Oeltermann sind viele Neukunden bei Aktien eher skeptisch. Eine neue Entwicklung: Viele jüngere Kunden (z. B. Studenten) machen sich in Sachen Investment schlau.
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Krieg in der Ukraine, Energie-Krise, alles wird teuer. Was machen die Menschen in diesen unsicheren Zeiten mit ihrem Geld? Welche Möglichkeiten gibt es, und was ist in diesen Zeiten sinnvoll?

Krieg in der Ukraine, Energie-Krise, alles wird teuer. Was machen die Menschen in diesen unsicheren Zeiten mit ihrem Geld? Welche Möglichkeiten gibt es, und was ist in diesen Zeiten sinnvoll?

tin Burbach. Im südlichen Siegerland ist die Sparkasse Burbach-Neunkirchen größter Finanzdienstleister. Das Geldinstitut berichtet von Kundenwünschen in Krisenzeiten und neuesten Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt.

Zögernde Neukunden – aber keine Verkäufe

Guido Oeltermann ist seit 14 Jahren bei der Sparkasse Burbach-Neunkirchen im Investmentgeschäft tätig und leitet den Bereich Vermögensberatung. Er erlebt aktuell eine gewisse Zurückhaltung bei Neuabschlüssen. "Daran merkt man eine Unsicherheit." Allerdings gebe es keine Panik-Verkäufe. Sparpläne beispielsweise würden nicht plötzlich gelöscht. Das sei etwa zu Zeiten der Finanzkrise noch anders gewesen. "Die Kunden sind besonnener", sagt Oeltermann. Gerade in der Krise mache es häufig Sinn, beispielsweise in Aktien zu investieren. Wenn Unternehmensanteile günstig zu bekommen sind, kann das eine gute Gelegenheit für die Geldanlage sein.

Aktien sind nicht für jeden was

Dass er Aktien oder Fonds aber aktuell prinzipiell empfehle, sei nicht der Fall, sagt Oeltermann. "Nicht jeder Kunde ist da affin für." Beim Gespräch gehe es immer darum, den Kunden erst mal kennenzulernen und dann passgenaue Anlageformen zu für ihn finden. "Viele wissen gar nicht, welche Anlageformen es überhaupt gibt. Da muss man sich vorsichtig herantasten. Zum Beispiel mit Sparplänen", sagt Oeltermann. In Zeiten mit vielen Unwägbarkeiten müsse man etwa im Aktiengeschäft damit rechnen, dass es schwankt. Dazu brauche es eine gewisse Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit. Viele Unternehmen zahlen ihren Aktionären inzwischen wieder gute Dividende. Das sei eine wichtige Form der Rendite, die sich lohnen kann.

Andere Formen schlagen keine Inflation

Wer in Aktien investiert, kann der schleichenden Geldentwertung entgegenwirken. Mit einem einfachen Sparbuch geht das nicht. Für nicht so risikoaffine Kunden gebe es aber auch noch andere Möglichkeiten. Immobilienfonds beispielsweise oder ein Edelmetall-Depot. Das sei sicherer, werfe aber nicht so viel Rendite ab, sagt Oeltermann. "Damit werde ich keine Inflation schlagen." Eine Nachfrage nach Gold sei aktuell – auch anders als bei der Finanzkrise 2008 – nicht verstärkt zu beobachten. Oeltermann rät auch eher ab. "Das bringt keine Erträge."

Stagnation auf dem Immobilienmarkt

Die Krise macht sich mittlerweile auch auf dem Immobilienmarkt bemerkbar. Nach Jahren des Booms ist Stagnation eingekehrt. Das erlebt auch das Geldinstitut im südlichen Siegerland. "In den letzten zwei bis drei Jahren war es so, dass wir die Nachfrage nach Immobilien nicht abdecken konnten. Jetzt ist die Nachfrage rückläufig", sagt Matthias Rühl, Abteilungsleiter des Immobiliencenters bei der Sparkasse Burbach-Neunkirchen. In der Vergangenheit suchten viele Menschen eine sichere Geldanlage und fanden sie in Häusern oder Eigentumswohnungen. Die Preise stiegen.

Zinsen haben sich nahezu verdreifacht

Für Immobilien nahmen immer mehr Menschen Kredite auf. Allein im Jahr 2021 vergab die Sparkasse Burbach-Neunkirchen 209 Kredite zur Finanzierung von Einfamilienhäusern oder Eigentumswohnungen im Drei-Länder-Eck. Gesamtvolumen: 30,3 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr mussten die Kreditnehmer aber noch 1,3 Prozent an die Bank zahlen. Seitdem haben sich die Zinsen erhöht. Jetzt werden 3 Prozent veranschlagt. Bei einer Immobilie im Wert von 250000 Euro seien das fast 5000 Euro mehr Zinsaufwand im Jahr, sagt Rühl. Dazu kommen die gestiegenen Energiepreise. Verständlich, dass die Nachfrage da einbreche.

Autor:

Nico Tielke

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