Viele Spuren hinterlassen

Pfarrer Günther Auner nahm Abschied in Niederdresselndorf. Foto: kp

sz Niederdresselndorf. Es war alles andere als ein fröhlicher Festgottesdienst, den die Kirchengemeinde Niederdresselndorf jetzt zur Verabschiedung von Pfr. Günther Auner in der voll besetzten Kirche feierte. 17 Jahre lang hat der Seelsorger im Hickengrund die Menschen begleitet und Gottes Wort verkündigt. Nun hielt er seine letzte Predigt und wurde von Superintendentin Annette Kurschus in den Ruhestand verabschiedet. Das besonders Schwere für die Kirchengemeinde dabei, die Stelle wird nicht wieder besetzt. Kurschus: „Arbeit gibt es in der evangelischen Kirchengemeinde Niederdresselndorf genug für zwei Pfarrer. Aber wir haben nicht mehr das Geld, um beide Stellen zu bezahlen.“

In Niederdresselndorf wird laut Mitteilung des Kirchenkreises schmerzlich deutlich, was in anderen Kirchengemeinden und Regionen schon länger greift. 2500 Gemeindeglieder pro Kirchengemeinde müssen für eine Pfarrstelle vorhanden sein. Rund 3100 Gemeindeglieder zählt die in Niederdresselndorf. Deutlich zu wenig für zwei Pfarrstellen. Dies ergibt sich aus dem Personalkostenschlüssel der Evangelischen Kirche von Westfalen.

56 Pfarrstellen in den Kirchengemeinden lassen sich aus den landeskirchlichen Zuweisungen der Kirchensteuer zurzeit finanzieren. Das bedeutete einen Pfarrstellenabbau in den vergangenen Jahren, der fast geschafft ist. Welche Stellen eingespart werden müssen, bestimmt nicht willkürlich die Kreiskirchenleitung in Siegen, sondern die in einer Region zusammengeschlossenen Gemeinden sollen sich untereinander verständigen. Größen, Strukturen, personalwirtschaftliche und dienstrechtliche Gegebenheiten spielen dabei eine Rolle.

Im Freien Grund und Hickengrund, die zu einer Region gehören, trifft es die Kirchengemeinde Niederdresselndorf, die nun nur noch eine Pfarrstelle besitzt. Auf eine viertel Pfarrstelle zusätzlich hat sie noch Anspruch. Hier steht die Nachbargemeinde Neunkirchen in der Pflicht zu helfen. Sie ist mit drei Pfarrstellen um ein Viertel überbesetzt. Aber auch die Ehrenamtlichen werden in Zukunft stärker tätige Verantwortung übernehmen.

Zu den Aufgaben von Pfarrer Auner zählte nicht nur der Pfarrbezirk Nieder- und Oderdresselndorf sondern auch die Betreuung der Gemeindeglieder im christlichen Seniorenheim Lützeln. Zudem stand er als Notfallseelsorger auch über den Hickengrund hinaus Menschen in schweren Lebenssituationen zur Seite. Für Ingeborg Auner war es als Pfarrfrau selbstverständlich, sich in der Gemeinde wie beispielsweise im Frauentreff oder den Seniorenadventsfeiern zu engagieren. Kurschus: „Dein Tun und Lassen wird Spuren hinterlassen, unsichtbare in den Köpfen und Herzen der Menschen und auch sichtbare Spuren.“Für das Presbyterium sprach Gottfried Bäumer Abschiedsworte. Er habe Pfr. Auner als gewissenhaften Haushalter erlebt. Sein Dank galt auch Ingeborg Auner, die ihre Begabungen in den Dienst der Gemeinde gestellt und Brücken zu den örtlichen Vereinen gebaut habe.Der Gottesdienst wurde musikalisch vom Posaunenchor Holzhausen gestaltet. Vor dem Gemeindehaus gab der MC Mozart ein Abschiedsständchen. Im Reigen der Grußworte hob Bürgermeister Christoph Ewers besonders die Bescheidenheit, den Fleiß und die große Herzlichkeit des scheidenden Pastors hervor, mit der er den Menschen begegnet sei.Pfarrer Auner wurde in Mediasch/Rumänien geboren. Nach dem Abitur studierte Theologie er am Vereinigten Protestantischen-Theologischen Institut mit Universitätsgrad in Klausenburg-Hermannstadt. In Rumänien hatte er Pfarrstellen in Schaal, Roseln und in Großscheuren inne und war von 1982 bis 1990 geistliches Mitglied im Hermannstädter Bezirkskonsistorium. 1990 zog er mit seiner Ehefrau Ingeborg und den beiden Söhnen nach Deutschland. Hier musste er ein Kolloquium der EKD in Kassel und eines der westfälischen Landeskirche in Bielefeld absolvieren. Anschließend war er zwei Jahre als Pastor im Hilfsdienst in Valbert tätig und wurde anschließend auf die Pfarrstelle in Niederdresselndorf gewählt. Pfarrer Auner und seine Ehefrauverlassen das Siegerland in Richtung Süden, um den eigenen Eltern beistehen zu können.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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